Bundesliga

Die Probleme der NRW-Klubs - Schalke setzt auf Kuschelkurs

Schalke-Trainer Domenico Tedesco.

Foto: firo

Schalke-Trainer Domenico Tedesco.

Essen.  Die Länderspielpause ist vorbei. Jetzt beginnt für die Klubs der heiße Herbst. Trotz Formschwäche: Schalke setzt auf Kuschelkurs, BVB auf Stürmer Alcacer.

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Länderspiele sind ja gut und schön, aber: Nations League? Also bitte. Wie das schon klingt. Neischnslieg. Aber – das ist die gute Nachricht: Am Wochenende wird alles besser. Dann beginnt die Fußball-Bundesliga wieder. Und zwar so richtig. Europapokalträume hier, Abstiegskampf dort. Wir werfen einen Blick auf die fünf NRW-Vereine und wie sie in den heißen Herbst starten. Der West-Check.

FC Schalke 04

Zwei Spiele, zwei Niederlagen, zwei Platzverweise. Der Vize-Meister startete nun nicht gerade beeindruckend in die Saison. Beim Blick auf die kommenden beiden Spiele sollten auch nicht zwingend hohe Siege eingeplant werden: Gespielt wird am Samstagabend in Gladbach und danach gegen die Bayern.

Alarmstimmung? Nö. „Zwei Niederlagen zum Start sind natürlich hart für uns. Aber wir stehen alle zusammen, wir sind wie eine Familie“, sagt der nach Verletzung wieder einsatzfähige Mittelfeldspieler Omar Mascarell.

Beweis? Der Trainer reagiert auf die Not mit Kuschelkurs statt mit harter Hand. Domenico Tedesco begnadigte Johannes Geis. Der Mittelfeldspieler trainierte am Dienstag zum ersten Mal seit knapp einem Monat wieder mit den Profis. Der 25-Jährige – in der vergangenen Saison an den FC Sevilla ausgeliehen – war im Sommer aussortiert worden. Einen neuen Verein fand Geis (Vertrag bis 2019) nicht. Und so trainierte er bei der Schalker U23, spielte am Sonntag sogar in der Oberliga. „Geisi hat den Kopf wieder frei. Es ist in Ordnung für uns, dass er wieder dabei ist. Er ist ein feiner Kerl“, sagt Tedesco. Aber: „Sportlich bleibt es schwer für ihn.“

Borussia Dortmund

Schwer ist’s auch für den BVB. Vor allem bei dem Versuch, es allen recht zu machen. Vier Punkte aus zwei Spielen sind kein schlechter Wert. Aber richtige Freude mag sich bei Schwarz-Gelb noch nicht einstellen. Die Liga nimmt nun Fahrt auf, die Champions League (Schämpjenslieg) beginnt – wie auch für Schalke – in der nächsten Woche. Für beide Revierklubs bedeutet das: sieben Spiele in etwas mehr als 20 Tagen.

Dortmund startet am Freitag (20.30 Uhr) gegen Eintracht Frankfurt. Wichtigste Frage: Spielt Paco Alcacer? Der vom FC Barcelona jüngst ausgeliehene Stürmer war bisher erst bei einem Testspiel dabei. Leistungsnachweis beim 6:0-Sieg gegen Drittligist Osnabrück: kein Torschuss, keine Vorlage.

Trainer Lucien Favre lobt trotzdem: „Er versteht Fußball und bewegt sich gut. Wir können mit ihm kombinieren. Es funktioniert mit ihm.“ Für die Verhältnisse des Schweizers fast ein überschwängliches Lob. Im Training schiebt Alcacer Überstunden. Und die Kollegen staunen. „Er hat einen überragenden Torabschluss“, diagnostiziert Jacob Bruun Larsen. Sichtbar vielleicht schon gegen Frankfurt.

Bayer Leverkusen

Im Werks-Klub soll es ja recht beschaulich sein. Mal Heiko Herrlich fragen, den Trainer. Null Punkte aus zwei Spielen holte er bislang – und in den Zeitungen wird vor dem Gastspiel des potenziellen Bayern-Jägers bei Bayern München am Samstag über seinen möglichen Rauswurf spekuliert. „Ich bin froh, dass ich es abgekriegt habe und nicht die Spieler. Ich stecke das weg“, meinte Herrlich am Dienstag trotzig – und wünscht sich vielleicht heimlich doch nach Schalke, wo die gleiche Punktzahl Gelassenheit hervorruft. Gelassenheit. Auf Schalke. Verrückt.

Borussia Mönchengladbach

In Gladbach hat Gelassenheit ein Zuhause. Dafür sorgt schon Max Eberl, der Sportdirektor. „Die Schnelligkeit im Fußball ist schon bedenklich“, sagt Eberl dieser Zeitung, „dass man an seiner Arbeit gemessen wird, das ist uns allen klar. Und dass es im Profisport schneller geht als in anderen Bereichen, das ist auch klar. Trotzdem würde uns Besonnenheit guttun“.

In der vergangenen Spielzeit wurde sein Trainer Dieter Hecking häufig kritisiert. Doch Hecking ist geblieben – und die Gladbacher haben einen respektablen Saisonstart hingelegt. Vier Punkte. Und: Die Verletzten kehren zurück. Selbst der langzeitverletzte Nationalspieler Lars Stindl trainiert in Teilen wieder mit der Mannschaft. „Fußball, ich habe dich vermisst“, ließ Stindl wissen. Gilt umgekehrt wohl auch.

Fortuna Düsseldorf

Den Fußball wird auch Diego ­Contento lange vermissen. Der Außenverteidiger von Fortuna Düsseldorf hat sich das Kreuzband im linken Knie gerissen. „Gute Besserung, ich hoffe, du kommst schnell und noch besser zurück“, schrieb ihm sein Mannschaftskollege Marvin Ducksch bei der Fotoplattform Instagram.

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