Mit dem VfL im Trainingslager

Der VfL bringt Bochum total ins Trainingslager im Allgäu

Idyllisch: Der VfL Bochum im Trainingslager in Weiler im Allgäu.

Idyllisch: Der VfL Bochum im Trainingslager in Weiler im Allgäu.

Foto: VfL Bochum 1848/Tim Kramer

Weiler im Allgäu.  Der VfL Bochum ist angekommen im Allgäu. Drei Trainingseinheiten hat das Team hinter sich. In Sichtweite dabei: eine S04- und eine BVB-Fahne.

Nach der zweiten Trainingseinheit meldete ein Betreuer des VfL Bochum Vollzug. „Heute nachmittag sind die Fahnen weg“, sagte er. Er meinte damit eine Fahne des FC Schalke und eine von Borussia Dortmund. Der Platz des FV RW Weiler, auf dem der VfL Bochum seine Einheiten im einwöchigen Trainingslager absolviert, ist umgeben von Einfamilienhäusern mit Garten. Und in einen hingen noch bis Ende des ersten Sonntagstrainings nebeneinander die beiden Fahnen. Am Nachmittag vor der dritten Einheit wehten dort ein Deutschland-Fahne und eine des Bundeslandes Baden-Württemberg.

„Das war im vergangenen Jahr auch so“, sagte VfL-Pressesprecher Jens Fricke dazu. „Da sind sie dann auch zügig abgehängt worden. Aber das ist in dem Haus schon eine besondere Konstellation. Der Sohn ist Schalke-Fan, der Vater Dortmund-Fan.“ Dabei sollte es doch in Weiler zukünftig immer mehr Fans des VfL Bochum geben. Verein und Spieler machen zumindest reichlich Werbung in eigener Sache.

Bochum total im Allgäu

Um 11.32 Uhr war es zum Beispiel am Sonntag so weit. Da hatte sich der Tross des VfL Bochum endgültig auf der Platzanlage des württembergischen Landesligisten angemeldet. Nach einer Abwehraktion bei einer Übungseinheit flog der Ball zielsicher in den Stadionkiosk. Das gab ein lautes Hallo und viel Gelächter. Die Stimmung ist bestens beim Zweitligisten. Die Trainingsbedingungen sind gut und der Platz voll. Trainer Robin Dutt kann 32 Spieler bewegen. Konkurrenz belebt das Geschäft.

Bochum total heißt es noch bis Sonntagabend mit Musik auf vielen Bühnen in Bochum. Im Allgäu gibt es für den VfL Bochum und die Profis eine Bühne: den einzigen Sportplatz der Stadt. Und Trainer Dutt gibt die Stilrichtungen der Musik vor. Die sind indes durchaus abwechslungsreich. Aufgrund der Vielzahl der Spieler darf eine Gruppe Spieler immer reihum Kräftigungs- und Koordinationsübungen machen. Die beiden anderen Gruppen bewegen sich zumeist im Spiel acht gegen acht oder auch elf gegen elf über den Platz. Dutt ist zufrieden mit dem Einsatz der Mannschaft und den Rahmenbedingungen. „Alles gut“, ließ er in einer kurzen Trainingsunterbrechung wissen. Ein Gewitter hatte die Bochumer am Sonntagnachmittag vom Platz getrieben. „Nur Regen wäre nicht schlimm“, sagte Dutt. „Aber das Gewitter mit Blitz und Donner müssen wir vorbeiziehen lassen.“

Fast endlose Kombinationsmöglichkeiten

Er lässt ansonsten intensiv an der defensiven und der offensiven Grundordnung arbeiten. Noch tauscht er die Spieler der Gruppen untereinander aus. Er will sehen, welcher Spieler mit welchem Spieler gut oder besser harmoniert oder vielleicht auch so gar nicht. Bei derzeit zehn potenziellen Innenverteidigern im Team ergeben sich zum Beispiel fast endlose Kombinationsmöglichkeiten.

Mit dabei sind auch weiterhin Tim Hoogland und Stefano Celozzi. Die beiden Spieler will der Verein noch abgeben, bislang fehlen entsprechende Angebote. Deshalb baut Dutt sie zumindest bei den Trainingseinheiten mit ein. Dass sie bei den Testspielen in dieser Woche mit dabei sein werden ist aber eher unwahrscheinlich. Sie werden dann voraussichtlich in Weiler bleiben, wenn es für das Team am Dienstag gegen St. Gallen und am Freitag gegen die Grashoppers Zürich geht.

VfL sticht Konkurrenz aus Belgien, der Türkei und Amerika aus

Mit dabei im Trainingslager ist auch Silvère Ganvoula. Er war einer der Wunschspieler des Vereins. Der VfL hatte den Stürmer einen Tag vor Beginn des Trainingslagers fest verpflichtet und mit einem Vertrag bis 2023 ausgestattet. Der VfL stach bei den Verhandlungen mit Ganvoula Konkurrenz aus Belgien (KAS Eupen), der Türkei und der US-amerikanischen Profiliga MLS aus. Ganvoula wollte unbedingt zum VfL. Für das erste Meisterschaftsspiel bei Jahn Regensburg ist er nach seiner Gelb-Roten Karte im letzten Saisonspiel allerdings gesperrt.

Der noch nicht auskurierte Kahnbeinbruch an der rechten Hand scheint ihn dagegen nicht sonderlich zu beeinträchtigen. Er trägt eine Manschette, trainiert voll mit, geht in jeden Zweikampf, sucht Abschlüsse. Er freut sich, wieder, oder besser weiter für den VfL spielen zu dürfen. „Ich wollte auch deshalb zurück zum VfL, weil ich von der Mannschaft, den Trainern und Betreuern sowie den Fans sehr gut aufgenommen wurde.“

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