VfL Bochum

VfL Bochum: Die Spitzenklubs müssen noch ins Ruhrstadion

Wird vermutlich seinem Ex-Verein FC St. Pauli aushelfen: Frankfurts ehemaliger Knipser Alexander Meier.

Wird vermutlich seinem Ex-Verein FC St. Pauli aushelfen: Frankfurts ehemaliger Knipser Alexander Meier.

Foto: Uwe Anspach/dpa

Bochum.  Zweitligist VfL Bochum erwartet fast alle Gegner aus der oberen Tabellenhälfte in der Restsaison noch im eigenen Stadion.

16 Spiele hat der VfL Bochum noch zu absolvieren, dann wird auch die laufende Saison schon wieder Geschichte sein. Achtmal noch treten die Mannen von Trainer Robin Dutt zu Hause an, achtmal auf fremden Plätzen. Schön ausgeglichen also.

Schaut man genauer hin, fällt auf: Der VfL erwartet fast alle Gegner aus der oberen Tabellenhälfte noch im eigenen Stadion. Zweitliga-Spitzenreiter Hamburger SV, Union Berlin (4.), Holstein Kiel (5.), der FC Heidenheim (6.) und der FC Paderborn (7.) rangieren alle noch vor der Mannschaft von VfL-Trainer Robin Dutt; und alle müssen sie noch ins Ruhrstadion. Gegen den aktuellen Tabellenzweiten 1. FC Köln hat der VfL bereits beide Spiele absolviert, bleibt aus dem oberen Tableau lediglich der FC St. Pauli (3.), der gegen die Bochumer Heimrecht genießen wird in der Restsaison.

Eine erfreuliche Ausgangslage für den VfL?

Eine erfreuliche Konstellation für den VfL, könnte man meinen. Haben Tim Hoogland und Co. doch von ihren bisherigen neun Heimspielen nur drei verloren - gegen Köln, gegen Dresden und gegen St. Pauli. Die Unentschieden haben sie sich im bisherigen Saisonverlauf ohnehin für die Auftritte auf fremdem Rasen aufgehoben, im eigenen Stadion gab es bislang nur eine Punkteteilung - gegen Jahn Regensburg. Die Niederlagen gegen Köln und St. Pauli vor eigenem Publikum zeigen allerdings auch: Je stärker der Gegner, desto näher liegt ein möglicher Misserfolg.

Aber was treiben die Spitzenklubs der 2. Bundesliga in dieser Transferperiode so? Der Fall Anthony Modeste/Köln ist bekannt und noch nicht zur Gänze gelöst. Das muss den VfL auch nicht mehr interessieren. Die meisten Klubs halten sich bislang ziemlich bedeckt. Lediglich Holstein Kiel ist ein wenig aufgefallen. Die Nordlichter, die den Verlust ihrer Stammspieler Ducksch, Drexler und Czichos im Sommer glänzend haben kompensieren können, trennten sich gerade von Steven Lewerenz. Der 27-Jährige, in der Vorsaison mit 30 Einsätzen noch Stammkraft, ist also vereinslos und auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber.

Die Konkurrenz sucht Verstärkung

Weil die Kieler in der Vergangenheit hervorragend mit ihren Leihspielern gefahren sind, haben sie sich für die linke Seite nun ein Bayern-Talent ausgeliehen: Franck Evina (18) soll Lewerenz’ Position einnehmen. Möglicherweise muss sich Holstein aber noch anderweitig umgucken, wird in diesem Fall aber auch über das nötige Kleingeld verfügen: Stürmer Kingsley Schindler und Mittelfeldmann David Kinsombi sind nämlich aktuell heiß begehrt auf dem Transfermarkt, auch und vor allem bei den abstiegsbedrohten Erstligisten.

Man kann sich aus Bochumer Sicht noch immer darüber ärgern, dass der VfL sich 2017, nach dem Abstieg des KSC in die 3. Liga, nicht intensiv um Kinsombi bemüht hat. Heute ist der 23-Jährige nicht nur Kapitän, sondern auch Dreh- und Angelpunkt der „Störche“.

Nachlegen wird sicherlich der FC St. Pauli. Für „Stürmerschrank“ Henk Veerman ist die Saison ja wegen seines Kreuzbandrisses vorzeitig beendet. Wie es aussieht, wird Alexander Meier (35), über viele Jahre Topscorer bei Eintracht Frankfurt, zum Trainingsauftakt der Hamburger das Kiez-Trikot überstreifen. Allerdings sind noch mehrere andere und vor allem jüngere Angreifer in der Verlosung. Außerdem an der Alster im Gespräch ist der dänische Innenverteidiger Björn Paulsen von Hammarby IF. Auch bei den Hamburgern laufen zahlreiche Verträge aus. Einige Verhandlungen scheinen zu stocken, da ist man in der Pflicht, nach Alternativen suchen.

Spitzenklubs wittern ihre Chance

Die Spitzenklubs werden generell bemüht sein, ihre Mannschaften zusammenzuhalten und, soweit es geht, noch zu verstärken. St. Pauli, zum Ende des Jahres siebenmal in Folge unbesiegt, und Union Berlin, aber auch Kiel und der FC Heidenheim, der von den letzten elf Spielen nur eines verloren hat, wittern ihre große Chance, der 1. Liga als Underdogs in dieser Spielzeit sehr nahe zu kommen.

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