VfL Bochum

Drei Bochumer Profis feiern im Test gegen Köln ihr Comeback

Maxim Leitsch feierte gegen Viktoria Köln (li.: Kevin Holzweiler) sein Comeback für den VfL Bochum.

Maxim Leitsch feierte gegen Viktoria Köln (li.: Kevin Holzweiler) sein Comeback für den VfL Bochum.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Bochum.  Tag der Comebacks beim VfL Bochum. Im Test gegen Viktoria Köln (2:2) spielten drei Profis erstmals seit dem Sommer. Ein 17-Jähriger überzeugt.

Wirklich erwärmend war das Spiel des VfL Bochum nicht an diesem Donnerstagnachmittag, und doch sah man nach dem 2:2 (0:0) im Test gegen den gut besetzten Drittligisten Viktoria Köln viele zufriedene Gesichter auf dem Leichtathletik-Platz am Ruhrstadion. Gleich drei Profis gaben ihr Comeback, spielten erstmals seit der Sommervorbereitung wieder mit. Und ein 17-Jähriger überzeugte im zentralen Mittelfeld.

Patrick Fabian hat keine Schmerzen mehr

Patrick Fabian hat seine OP bestens überstanden, mehr noch: „Die OP war ein kleiner Eingriff mit großer Wirkung“, sagte der Innenverteidiger nach seinen ersten 45 Spielminuten gegen einen höherklassigen Gegner seit dem letzten Saisonspiel 2018/19, dem 2:2 gegen Union Berlin im Mai. „Ich habe keine Schmerzen mehr und wieder volles Vertrauen in mein Knie“, so Fabian, der nach vier Kreuzbandrissen im September noch einmal eine „kleine“ Operation am Knie hatte vornehmen lassen.

Beim FC St. Pauli zuletzt war der 32-Jährige erstmals wieder im Zweitliga-Kader, nun gab er sein Comeback im kleinen Rahmen. Fabian überzeugte mit Saulo Decarli in der Innenverteidigung in der ersten Halbzeit, in der mit Jordi Osei-Tutu, Robert Tesche und Simon Zoller und nur drei Profis der Startelf vom Pauli-Spiel standen. Rotation pur.

Maxim Leitsch denkt in kleinen Schritten

Auch Maxim Leitsch konnte erstmals seit dem Sommer wieder mitwirken, noch reicht es nach der langwierigen Schambein-Entzündung/Leistenproblemen aber nur für 45 Minuten. Leitsch, von Haus aus Innenverteidiger, spielte auf der linken Abwehrseite. Er will nach über einem Jahr ohne Zweitliga-Spielpraxis in kleinen Schritten denken, Thomas Reis hat den 21-Jährigen fest im Blick – womöglich nicht erst nach der Winterpause. Vielleicht, so Reis, sei Leitsch schon beim Heimspiel gegen Osnabrück am kommenden Freitag „eine Alternative“, zumindest für die Bank.

Hinten links hat der VfL ja durch den Ausfall des geschonten Danilo Soares (gesperrt nach fünfter Gelben Karte) ein Problem, zumal der gegen Viktoria Köln in der zweiten Halbzeit eingesetzte A-Jugendliche Moritz Römling sicherlich noch nicht so weit ist. Erste Alternative ist wohl Stefano Celozzi, der wegen Hüftbeuger-Problemen nur dosiert trainiert in dieser Woche, aber nach dem Wochenende wieder voll dabei sein will. Ein weiterer Kandidat, Vitaly Janelt, ist derzeit ebenso auf Länderspielreise wie die Stürmer Silvere Ganvoula und Manuel Wintzheimer. Rechtsverteidiger Cristian Gamboa soll nächste Woche wieder komplett dabei sein.

Görkem Saglam hat die besten Chancen in der ersten Halbzeit

Aber zurück zu denen, die sich zeigen durften. Im offensiven Zentrum durfte Görkem Saglam, ebenfalls nach (kürzerer) Verletzungspause, mal wieder ran. In der recht ereignisarmen ersten Halbzeit hatte er drei der vier Torchancen des VfL, sein Kopfball nach einer Flanke des ansonsten weitgehend blassen Tom Weilandt aus kurzer Distanz hätte das 1:0 sein müssen. Saglam aber wird für die Startelf gegen Osnabrück sicherlich keine Rolle spielen. Reis zu den Comebacks: „Das Spiel war wichtig für die Jungs, um wieder näher an die Mannschaft heranzurücken.“

Lars Holtkamp überzeugt im Zentrum

Perspektivisch könnte Lars Holtkamp ins Zentrum der Profis aufrücken. Der 17-Jährige durfte über die kompletten 90 Minuten ran. Eine Halbzeit agierte der Sechser der A-Jugend, der nach Verletzungspause im Oktober sein Comeback in der U19-Bundesliga gegeben hatte, an der Seite von Robert Tesche, eine Halbzeit „führte“ ihn Anthony Losilla. Holtkamp erledigte seine Aufgabe klug und zweikampfstark, konzentriert, engagiert. „Er hat es sehr gut gemacht, er hat Entwicklungspotenzial“, stellte Thomas Reis zufrieden fest.

Junge Viererkette in der zweiten Halbzeit patzt mehrmals

Weniger gut, gelinde gesagt, agierte die junge Viererkette in der zweiten Halbzeit mit Jan Wellers und Moritz Römling außen sowie Simon Lorenz und Armel Bella-Kotchap innen. Beim 0:1 patzten Wellers und Bella-Kotchap, der sich einige fahrlässige Fehlpässe gönnte. Als ein Stück weit „normal“ nannte Reis das, „aber wir werden mit ihm darüber reden.“ Bella-Kotchap ging - nicht als einziger - nach zuletzt guten Leistungen in der 2. Liga arg lässig zu Werke, auch beim zweiten Gegentor sah die komplette Defensive alt aus, das Zweikampfverhalten ließ zu wünschen übrig. „Daraus müssen die Jungs lernen, in der Liga darf das nicht passieren“, sagte Reis. Auch deshalb sah er „einen guten Test für den Lernprozess“.

Nach dem 0:1 (66.) und mit den eingewechselten Stammkräften Danny Blum und Chung-Yong Lee nahm die Partie Fahrt auf - Weilandt und Pantovic, die durchspielten, konnten sich für die 2. Liga nicht empfehlen. Lees Pass in die Tiefe vollendete Blum sehenswert mit dem Außenrist ins lange Eck, nach Blums Flanke köpfte Weilandt ans Lattenkreuz, und nach dem 1:2 – wiederum erzielt von Kölns starkem Simon Handle –, war es Lee, der sich kurz vor Schluss durchsetzte und das 2:2 markierte. „Wichtig war, dass wir eine Reaktion gezeigt haben“, bilanzierte Reis.

So spielten sie:

VfL Bochum - 1. Halbzeit: Drewes - Osei-Tutu, Decarli, Fabian, Leitsch - Holtkamp, Tesche - Pantovic, Saglam, Weilandt - Zoller

VfL Bochum - 2. Halbzeit: Drewes - Wellers, Lorenz, Bella-Kotchap, Römling - Holtkamp, Losilla - Pantovic, Saglam (55. Lee), Blum - Weilandt

Tore: 0:1 Handle (66.), 1:1 Blum (69.), 1:2 Handle (80.), 2:2 Lee (89.)

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