VfL Bochum

Dutt kennt beim Trainingsauftakt des VfL Bochum kein Pardon

Bereitet sein Team auf die neue Zweitliga-Saison vor: Bochums Trainer Robin Dutt.

Bereitet sein Team auf die neue Zweitliga-Saison vor: Bochums Trainer Robin Dutt.

Foto: firo

Bochum.  Mehr als zwei Stunden dauerte das Eröffnungstraining des VfL Bochum unter glühender Sonne. Jordi Osei-Tutu kommt vom FC Arsenal an die Castroper Straße.

Manche haben es ja nicht geglaubt, aber jetzt sucht tatsächlich ein Spieler von Arsenal London sein Glück in Bochum. Jordi Osei-Tutu ist Rechtsverteidiger, 20 Jahre alt und hat sich per Leihvertrag für ein Jahr an den VfL gebunden. Osei-Tutu hatte Glück, denn zur Trainingseröffnung am Dienstag, dem bislang mit Abstand heißesten Tag des Jahres, musste er noch nicht hinter dem Ball herrennen.

„Wir hatten Osei-Tutu lange auf der Liste und haben unendlich viele Spieler bewertet. Wer mich kennt, der weiß, dass es keine Einsatzgarantie für ihn gibt, aber die Einsatzwahrscheinlichkeit ist sehr groß“, sagte VfL-Trainer Robin Dutt, der nachmittags unter glühender Sonne kein Pardon kannte. Länger als zwei Stunden dauerte die Einheit.

Sebastian Schindzielorz, der Bochumer Sportchef, erwartet viel von dem Engländer mit ghanaischen Wurzeln, der für die U23 der „Gunners“ gespielt hat. Auch der Hamburger SV, der Jan Gyamerah von den Bochumern loseiste, sollte auch ein Auge auf den nächsten Rechtsverteidiger geworfen haben, doch Osei-Tutu entschied sich für Bochum. „Er sucht die Zweikämpfe, ist stark im Dribbling und verfügt über die nötige Schnelligkeit. Wir sind davon überzeugt, dass er sich hier beim VfL noch weiterentwickeln kann. Die Leihe ist für alle Beteiligten sinnvoll“, sagte Schindzielorz. Mit Osei-Tutu und Danny Blum hat der VfL etwas für das Tempo gemacht, die beiden jungen Innenverteidiger Maxim Leitsch und Armel Bella-Kotchap fallen auch in diese Kategorie.

Leitsch machte ebenso beim regulären Training mit wie Dominik Baumgartner, Simon Zoller, Vitaly Janelt und Sebastian Maier, die übrigen Rekonvaleszenten - und natürlich wie die anderen drei Neulinge Saulo Decarli, Danny Blum und Patrick Drewes. Bemerkenswert: Der neue Torhüter ist noch einmal deutlich lauter als Manuel Riemann. Damit befanden sich am Dienstag 24 Feldspieler und drei Torhüter auf dem Rasen. Dabei wird es sicher nicht bleiben, aber zunächst geht es einmal darum, sich für das Trainingslager im Allgäu zu qualifizieren.

Robin Dutt war erleichtert

Robin Dutt war sichtbar erleichtert, dass er seine neue Mannschaft bereits zu Beginn der Vorbereitung „zu 99 Prozent“, wie er sagte, stehen hat. Fehlt halt noch ein zentraler Stürmer. „Wir werden noch mindestens einen Spieler holen“, sagte Dutt. Dass der am Ende Silvère Ganvoula heißen wird, wollte der Bochumer Trainer nicht ausschließen. Sollte man sich mit dem RSC Anderlecht erst kurz vor Schließung der Transferliste einig werden, wäre das kein Beinbruch: Ganvoula kennt sich ja bestens in Bochum und mit der Mannschaft aus.

Mit der Verpflichtung des benötigten Stürmers wird sich der VfL nun etwas Zeit lassen können. Und die Ausleihe von Osei-Tutu setzt natürlich auch Stefano Celozzi unter Druck. Er ist jetzt hinter dem Engländer und Baumgartner die Nummer drei auf seiner Stammposition hinten rechts.

Celozzi und Hoogland unter Druck

Tim Hoogland ist aktuell in der Innenverteidigung hinter Saulo Decarli, Maxim Leitsch, Armel Bella-Kotchap, Simon Lorenz und Patrick Fabian die Nummer sechs. Beide haben ja keine Zukunft mehr in Bochum und absolvierten nachmittags Teile der Leistungsdiagnostik, während die übrigen Spieler das reguläre Trainingsprogramm abspulten - soweit es die Hitze zuließ.

„Wir hoffen, für sie eine Lösung zu finden“, sagte Robin Dutt und kündigte an, dass die beiden Routiniers ab Mittwoch auch im Training zu sehen sein werden. „Wir versuchen uns korrekt zu verhalten. Aber ich muss schon jonglieren, damit ich allen gerecht werden kann“, so Dutt.

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