Fußball

In Hamburg: Das kommt auf den VfL Bochum zu

Lukas Hinterseers Schuss zu seinem ersten Pflichtspiel-Treffer für den Hamburger SV, dem 1:1 in Chemnitz.

Lukas Hinterseers Schuss zu seinem ersten Pflichtspiel-Treffer für den Hamburger SV, dem 1:1 in Chemnitz.

Foto: Thomas Eisenhuth / Bongarts/Getty Images

Bochum.  Im Pokal mit Glück, in der Liga zuletzt beeindruckend: Der Hamburger SV, Bochums nächster Gegner, zeigt mit neuen Spielern ein neues Gesicht.

Mit einem blauen Auge davon gekommen sind sie, die Profis des VfL Bochum - und die des Hamburger SV. Beide Teams zitterten sich im DFB-Pokal in die zweite Runde, am kommenden Freitag aber sind die Rollen dennoch klar verteilt: Der ordentlich in die 2. Liga gekommene HSV, neben dem VfB Stuttgart und Hannover 96 der Aufstiegsfavorit, ist klarer Favorit gegen den mehr schlecht denn recht gestarteten VfL (18.30 Uhr, Volksparkstadion).

Nach dem gescheiterten Wiederaufstiegs-Versuch des einstigen Bundesliga-Dinos in der Vorsaison hat man in Hamburg reagiert, und offenbar passt die neue Mischung samt neuem Trainer - Dieter Hecking - besser. Zwar bekleckerte sich der HSV im Pokal am Sonntagabend beim Drittligisten Chemnitzer FC alles andere als mit Ruhm, konnte nach den jeweiligen Ausgleichstreffern von Lukas Hinterseer und Sonny Kittel aber das Elfmeterschießen für sich entscheiden. Mit Daniel Heuer Fernandes im Tor.

Drei Ex-Bochumer in der Startelf: Heuer Fernandes, Gyamerah und Hinterseer

Der Keeper ist einer von drei HSV-Stammspielern mit Bochumer Vergangenheit. Nach der vergangenen Saison wechselten bekanntlich der derzeit beim VfL an allen Ecken und Enden fehlende Rechtsverteidiger Jan Gyamerah und Stoßstürmer Lukas Hinterseer zum HSV, dessen positionsgetreuer „Nachfolger“ beim VfL Bochum, Silvere Ganvoula, der größte VfL-Lichtblick ist bisher (4 Tore in zwei Pflichtspielen).

Daniel Heuer Fernandes spielte von 2011 bis 2013 für den VfL, kam bei der damaligen zweiten Mannschaft zu 48 Regionalliga-Einsätzen. Nach Stationen beim VfL Osnabrück, SC Paderborn und Darmstadt 98 ist der 26-jährige Deutsch-Portugiese die neue Nummer eins beim HSV.

Heuer Fernandes ist einer von gleich acht Neuzugängen, die in Chemnitz in der Startelf standen: Neben Hinterseer und Gyamerah waren dies Sonny Kittel (FC Ingolstadt), David Kinsombi (Kiel), Adrian Fein (ausgeliehen vom FC Bayern), Jeremy Dudziak (FC St. Pauli) und Tim Leibold (1. FC Nürnberg). Auch beim beeindruckenden 4:0-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg zuvor spielten sieben Neue, nur der im Pokal angeschlagen fehlende Kapitän Aaron Hunt (Leistenprobleme) ersetzte beim Club Kinsombi. Lediglich die Innenverteidiger Rick van Drongelen und Gideon Jung sowie Offensivflitzer Bakery Jatta haben auch vergangene Saison schon für die Hanseaten gespielt.

Eklatante Defensiv-Schwächen beim VfL Bochum

Wie es scheint, hat der HSV seine Aufräum- und Umbauarbeiten im Kader - unter anderem haben Großverdiener wie Lewis Holtby und Pierre-Michel Lasogga den Klub verlassen - mit den Verstärkungen überwiegend aus der obersten und auch teuersten Etage der 2. Liga weitgehend abgeschlossen und strebt mit einem hungrigeren Team wieder nach oben.

Der Fall Bakery Jatta, über dessen Identität es nach einem Sport-Bild-Bericht Zweifel gegeben haben soll, der aber die volle Rückendeckung des Vereins, des Trainers, seiner Mitspieler genießt, bestimmte zuletzt die Schlagzeilen. Rein sportlich ist der HSV nach dem 1:1 gegen Darmstadt zum Heimauftakt, als man seine drückende Überlegenheit noch nicht in Tore ummünzen konnte, absolut im Soll.

Bochum konnte dagegen bisher nur - über weite Strecken - gegen Bielefeld (3:3) überzeugen, die Auftritte in Regensburg (1:3) und im Pokal beim Fünftligisten KSV Baunatal waren erschreckend schwach. Vor allem die Flut der Gegentore und weiterer Großchancen für die Gegner bringen nicht nur Torwart Manuel Riemann auf die Palme.

Dabei setzte Trainer Robin Dutt beim dürftigen 3:2 in Baunatal nur auf einen Neuzugang in der Startelf, Verteidiger Simon Lorenz. Zum Teil allerdings notgedrungen, denn mit Danny Blum und Saulo Decarli fielen zwei Neue aus. Bei beiden hofft der VfL, dass sie am Freitag wieder dabei sein können. Blum hatte in seinen ersten beiden Pflichtspielen jeweils per Elfmeter getroffen, Decarli wurde als Abwehrchef geholt. Und in der Defensivarbeit, allerdings in allen Mannschaftsteilen, offenbart Bochum eklatante Schwächen.

VfL-Stürmer Simon Zoller gibt Entwarnung

Wohl nichts im Wege steht am Freitag einem Einsatz von Simon Zoller. Der Stürmer hatte im Pokal viel abbekommen, war am trainingsfreien Montag zur Behandlung in Bochum. „Nichts Wildes“, ließ Zoller laut VfL-Presseabteilung wissen. Der Angreifer dürfte also beim Auftakt in die Trainingswoche an diesem Dienstag wieder auf dem Platz stehen.

Zwei Tage später dürfte der VfL Bochum mit Spannung nach Dortmund blicken: Im Deutschen Fußball-Museum wird am Sonntag, 18. August (ab 18 Uhr), die zweite Runde im DFB-Pokal im Rahmen der ARD-Sportschau ausgelost.

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