VfL Bochum

Thomas Reis sucht beim VfL Bochum die Nähe zur Mannschaft

Neu beim VfL Bochum: Trainer Thomas Reis.

Neu beim VfL Bochum: Trainer Thomas Reis.

Foto: dpa

Bochum.  Tag zwei für Thomas Reis beim VfL Bochum verlief schon deutlich entspannter. Der neue Trainer des Zweitligisten fand Zeit für Einzelgespräche.

Am Ende blieb noch Zeit für ein Gespräch mit Simon Lorenz. Oder anders, Thomas Reis nahm sich nach der ersten Trainingseinheit am Dienstag die Zeit für ein längeres Gespräch mit Innenverteidiger Simon Lorenz. Tag zwei beim VfL Bochum verlief für den neuen Cheftrainer deutlich entspannter als der erste Tag. Da hatte es die offizielle Vorstellung im Medienzentrum gegeben, das erste Training mit reichlich Zaungästen. Reis musste viele Fragen beantworten, in Kameras und Handys lächeln, viele Hände schütteln. Am Dienstag konnte er sich auf das Training konzentrieren.

Auch da helfen die VfL-Fans gerne. Sie wissen immer, wie wichtig das nächste Spiel ist. Sie lassen die Mannschaft im Normalfall in Ruhe trainieren. Nur eine Handvoll Beobachter verfolgte die erste Einheit am Dienstag. Sie sahen einen Thomas Reis, der sich bei den Übungsformen zunächst auffallend zurück hielt. Die Co-Trainer leiteten die Kleingruppen an. Tempo, Umschalten, Aggressivität waren die Schwerpunkte. Das setzte sich bei den Spielformen fort. Da übernahm dann der Chef das Kommando und suchte die Nähe zur Mannschaft, indem er sich im Spielfeld aufhielt.

Aktiv verteidigen

Er will eine aktiv verteidigende Mannschaft, eine, die den Gegner nervt und den Ball schnell zurückerobert. Er will auch eine, die zusammen funktioniert. So soll nicht nur vorne ein Spieler drauf gehen, alle sollen nachschieben, die Räume eng machen.

Reis ließ das auch Elf gegen Elf üben. Dabei ließ er zunächst die gleiche Viererkette verteidigen wie zuletzt Heiko Butcher: Danilo Soares links, in der Innenverteidigung Saulo Decarli und Simon Lorenz, rechts Cristian Gamboa. Davor verteidigte Anthony Losilla.

Ganvoula und Wintzheimer zusammen

Im Mittelfeld und im Sturm probierte Reis mehr aus. Mal durfte Thomas Eisfeld, bisher eher zentral eingesetzt, über die linke Seite kommen. Dann griff da mal Simon Zoller an oder Danny Blum. Mal war Silvere Ganvoula zentraler Angreifer, dann Manuel Wintzheimer, der neue Stürmer aus Hamburg. Auch die Variante mit Ganvoula und Wintzheimer gab es.

Reis probiert aus, bastelt. Er will sein neues Team, seine neuen Spieler kennenlernen. Möglichst schnell, am Sonntag geht es gegen Dresden. Dafür auch die Einzelgespräche oder ein kurzer Austausch direkt auf dem Platz

Heynckes als Vorbild

Bei der Medienrunde am Montag wurde Reis auch die Frage gestellt, welcher Trainer ihn in seiner aktiven Laufbahn denn vielleicht am meisten geprägt habe. Reis nannte zwei Trainer. Jupp Heynckes und Klaus Toppmöller. Toppmöller war sein Trainer, als es der VfL in der Saison 1997/98 bis ins Achtelfinale des UEFA-Pokals schaffte, da war Reis Stammspieler. Heynckes war sein Trainer, als er in Frankfurt spielte, da war er jung und verletzt. „Jupp Heynckes hat viel mit mir gesprochen. Er hat versucht mir das Gefühl zu geben, wichtig zu sein.“

Genau das versucht Reis nun auch beim VfL. Dadurch, dass zuletzt noch Wintzheimer und Gamboa zum Team gestoßen sind und es mit Reis einen neuen Cheftrainer gibt, muss sich erneut eine neue Hierarchie in der Mannschaft bilden. Wie sie sich entwickelt, hängt auch davon ab, auf wen Reis zunächst kurzfristig, dann aber auch langfristig vertraut und ob er es schafft, alle Spieler mit ins Boot zu bekommen.

Der Konkurrenzkampf ist groß

Um sich ein gutes Bild zu machen, hilft es Reis, dass der Trainingsplatz voll und damit der Konkurrenzkampf groß ist.

Am Dienstag fehlten nur Chung-Yong Lee und Tom Weilandt, die erneut individuell mit Reha-Coach Norbert Lemcke trainierten sowie Vitaly Janelt und Armel Bella-Kotchap, die noch mit deutschen U-Mannschaften unterwegs sind. Sie kommen voraussichtlich am Mittwoch zurück. Reis wird dann sicher die Zeit finden, um auch mit ihnen zu reden.

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