2. Bundesliga

VfL Bochum: Celozzi ist auch hinten links ein Top-Kandidat

Stefano Celozzi könnte gegen Osnabrück als Linksverteidiger beginnen.

Stefano Celozzi könnte gegen Osnabrück als Linksverteidiger beginnen.

Foto: Lars Baron / Bongarts/Getty Images

Bochum.  Wer übernimmt die Position des Linksverteidigers für Danilo Soares beim VfL Bochum? Stefano Celozzi ist ein Top-Kandidat.

Es ist eng in der Liga, und das Restprogramm des VfL Bochum vor der Winterpause bietet Chance und Risiko zugleich. Denn die – positiv ausgedrückt – im Ruhrstadion mit fünf Remis und dem erlösenden 3:1 gegen Nürnberg noch unbesiegten Bochumer haben noch vier Heimspiele vor der Brust und nur eine Auswärtspartie. Im Erfolgsfall könnte sich der Sechzehnte der 2. Liga Luft verschaffen. Wenn nicht, wird es umso schwerer im neuen Jahr.

Nach der Länderspielpause steigt der erste Heimspiel-Doppelpack gegen den VfL Osnabrück (Freitag, 22. November) und Erzgebirge Aue (Samstag, 30. November), ehe nach einem Zwischenstopp in Fürth (7. Dezember) zwei weitere Partien im Ruhrstadion angepfiffen werden, gegen Hannover 96 (Freitag, 13. Dezember) und, zum Auftakt der Rückrunde, Jahn Regensburg (Sonntag, 22. Dezember).

Reis erwartet „eklige Spiele“ gegen Osnabrück und Aue

Zunächst also geht es gegen Aufsteiger Osnabrück, der drei Punkte vor dem hiesigen VfL liegt, und Aue. „Das werden eklige Spiele“, ahnt Trainer Thomas Reis und meint: Auf den Kampf, auf Aggressivität, auf hohe Einsatz- und Laufbereitschaft kommt es an, kommt es wieder an, immer wieder für den Tabellensechzehnten. „Aber natürlich ist es unser Anspruch, beide Partien zu gewinnen“, sagt Reis.

Hoffnung machen ihm, machen vielen die letzten drei Auftritte, die Bayern-Partie komplett und in der 2. Liga vor allem die jeweils ersten Halbzeiten gegen Nürnberg und St. Pauli (1:1). „Die Art und Weise, wie die Jungs spielen, geht in die richtige Richtung“, sagt der Trainer. „Die Rückwärtsbewegung passt, unser Spiel wird stabiler. Aber es muss auch noch vieles besser werden.“

Vitaly Janelt muss sich hinten anstellen

Zur Stabilität tragen maßgeblich Robert Tesche mit Anthony Losilla im zentralen Mittelfeld bei. Vitaly Janelt muss sich hinten anstellen. „Wir wissen, was wir an ihm haben“, sagt Reis. „Wenn Vitaly Gas gibt, wird er seine Leistung bringen, wenn er gebraucht wird.“ Zunächst, so viel ist klar, ist Tesche gesetzt.

Selbstvertrauen und Spielpraxis kann sich Janelt womöglich bei der U21-Nationalmannschaft holen. Der Mittelfeldmann ist einer von vier Bochumern, die auf Länderspielreisen gehen. Janelt trifft mit der deutschen U21 in der EM-Qualifikation am kommenden Sonntag, 17. November, in Freiburg auf den wohl härtesten Konkurrenten Belgien (16 Uhr). Einen Jahrgang darunter, in der U20, durfte Manuel Wintzheimer zuletzt als Kapitän der DFB-Elf auflaufen. Er reist erst am Mittwoch ab, spielt mit der U20 am kommenden Montag in Portugal. Zudem ist U19-Jungprofi Stelios Kokovas für Griechenlands U19 im Einsatz.

Ganvoula will für den Kongo treffen

Und der Torjäger des VfL soll nun auch seinem Heimatland helfen. Ein Jahr nach seiner letzten Nominierung wurde Silvere Ganvoula, der Acht-Tore-Mann in der 2. Liga, wieder für die Auswahl des Kongo nominiert. Jetzt könnte er sein Comeback feiern. Kongo tritt in der Qualifikation für den Afrika-Cup 2021 bereits am Mittwoch im Senegal an und spielt am Sonntag dann in Brazzaville gegen Guinea-Bissau. Reis wäre es naturgemäß lieber, Ganvoula könnte mit seinem Team trainieren, andererseits könnte er auch mit weiterem Selbstvertrauen, mit Stolz in der Brust zurückkehren. Auf Abruf bereit halten sich Chung-Yong Lee (Südkorea) und Moritz Römling (U19 Deutschland).

Römling und Holtkamp trainieren mit

Römling, der in der Vorsaison bereits zu Zweitliga-Einsätzen kam, trainiert in dieser Woche konsequent bei den Profis mit, ebenso wie sein U19-Kollege Lars Holtkamp, der in der nächsten Woche 18 wird. „Lars haben wir schon länger auf dem Zettel“, erzählt Reis, der sich fast alle U19-Spiele des VfL selbst ansieht. Nach einer Verletzungspause hat der Sechser der A-Junioren wieder ins Spiel gefunden, kann sich nun bei den Profis beweisen. Wohl auch am Donnerstag, wenn Bochum ein Testspiel gegen Drittligist Viktoria Köln bestreitet (15 Uhr, Leichtathletik-Platz am Stadion).

Celozzi und Decarli sind wieder im Mannschaftstraining

Ein Kandidat für den vakanten Linksverteidiger-Posten ist Moritz Römling, ebenso wie der ja abwesende Kokovas, wohl nicht. Gegen Osnabrück fällt der formstarke Danilo Soares nach seiner fünften Gelben Karte aus. Topkandidat ist, so klingt es durch bei Thomas Reis, wohl der gelernte Rechtsverteidiger Stefano Celozzi, der ebenso wie Abwehrchef Saulo Decarli zuletzt verletzt passen musste, aber am Montag gemeinsam mit Decarli wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist.

Auf der rechten Seite bewährte sich zuletzt Jordi Osei-Tutu, und bis zum Osnabrück-Spiel dürfte auch Cristian Gamboa wieder einsatzfähig sein. Vitaly Janelt wäre auch eine Option auf links, muss sich wohl aber auch bei der Ticketvergabe für die Rolle des Linksverteidigers, den er beim Auftakt in Regensburg und nach Soares’ Verletzung gegen Darmstadt spielte, hinten anstellen.

Torwart Drewes erhält gegen Viktoria Köln Spielpraxis

Zumal Janelt gegen Viktoria Köln ja fehlt. Alle Spieler, sagt Reis, wird er in dem Test aber nicht einsetzen. Eine Einsatzgarantie, voraussichtlich über die komplette Distanz, hat der zweite Torwart Patrick Drewes, der derzeit nur in diesen Testpartien Spielpraxis sammeln kann.

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