VfL Bochum

VfL Bochum: Kapitän Losilla ist das Laufwunder der 2. Liga

An seinem Einsatz gibt es nichts zu rütteln: Bochums Kapitän Anthony Losilla.

An seinem Einsatz gibt es nichts zu rütteln: Bochums Kapitän Anthony Losilla.

Foto: firo Sportphoto/ Jürgen Fromme / firo Sportphoto

Bochum.  Drei Profis des VfL Bochum sind in den Rankings der 2. Bundesliga weit vorne platziert. Vier Aspekte nach Dresden und vor Sandhausen.

Anthony Losilla, der Torschütze zum finalen 2:2 gegen Dresden, hat es auf den Punkt gebracht. Dass nämlich genau ein Punkt „zu wenig ist in unserer Situation“. Trotzdem gab es auch Lichtblicke beim VfL Bochum. Vier Aspekte zwischen dem ersten Heimspiel und vor dem ersten Auswärtsspiel unter Trainer Thomas Reis.

1. Halbzeit-Analyse

In Durchgang eins ging der Plan von Thomas Reis defensiv auf, offensiv nicht. Zu wenig sprang bei den Balleroberungen in Dresdens Hälfte, provoziert von aggressivem, frühem Pressing heraus. Silvere Ganvoula zog es immer wieder auf den Flügel, doch ohne Silvere Ganvoula in der Box fehlte seinen - durchaus passablen - Flanken der Abnehmer. Künftig soll der Stoßstürmer deutlich häufiger in der Gefahrenzone auftauchen und vor allem deutlich häufiger von den Außen bedient werden. Sebastian Maier etwa, mit guten Ansätzen im Zentrum, soll verstärkt in diese Halbräume stoßen.

Die zweite Halbzeit war geprägt von anfänglichen Konzentrations- und Deckungsfehlern und einer wilden Aufholjagd zum 2:2. Die erste Halbzeit ist für Thomas Reis der Maßstab für das Defensivverhalten. Offensivaktionen stehen in dieser Trainingswoche verstärkt auf dem Trainingsplan.

2. Die Bank

„All in“: Mit Danny Blum, Manuel Wintzheimer und Simon Zoller brachte Thomas Reis nach dem Rückstand drei Angreifer ins Spiel, die potenziell zur Startelf zählen können. Vor allem Danny Blum, überraschend zu Beginn nur auf der Bank, hat seine Joker-Chance genutzt. Nicht nur, weil Thomas Eisfeld seine Stärken weiterhin im Zentrum hat und nicht auf der linken Angriffsseite. Dafür fehlt dem Pass-Spieler das Tempo, der Zug zum Tor.

Blum indes erzielte mit Wucht das 1:2, Blum bereitete mit einer scharfen Ecke auch das 2:2 vor. Mit drei Saisontreffern, davon zwei per Elfmeter, liegt der Neuzugang aus Frankfurt damit auf Rang fünf der Zweitliga-Torjägerliste, gleichauf mit seinem Teamkollegen Silvere Ganvoula. In der Scorer-Liste ist Ganvoula, der Blum vor dem 1:2 mustergültig auflegte, ligaweit sogar die Nummer zwei (3 Tore, 3 Vorlagen, also 6 Punkte) hinter Bielefelds Fabian Klos (8). Danny Blum ist auch hier auf Rang fünf notiert mit fünf Punkten.

Zurück zur Bank: Manuel Wintzheimer feierte ein gelungenes Debut im VfL-Trikot. Der Leihstürmer vom HSV kam beim Stand von 0:2 in die Partie, schmiss sich rein, am Ende hieß es 2:2. Noch eine Premiere: Rechtsverteidiger Cristian Gamboa spielte erstmals im Ruhrstadion, nachdem der Neuzugang aus Costa Rica in Stuttgart seinen Bochumer Einstand gefeiert hatte. Gamboa überzeugte mit viel Einsatz und Aggressivität im Zweikampf. Er dürfte vorerst gesetzt sein, zumal noch Luft nach oben ist.

3. Der Dauer(b)renner

Kapitän Anthony Losilla ist auch mit 33 noch keinen Schritt müde. Losilla ging voran, holte hinten Bälle, köpfte zum 2:2 ein. Seine Laufleistung ist beeindruckend: Mit insgesamt 75,70 Kilometern in den sechs Partien ist der zentrale Mittelfeld-Mann die Nummer eins in Liga zwei. Mit großem Abstand führt er dieses Ranking vor Stuttgarts Pascal Stenzel an (70,97 km).

4. Ausblick

In Sandhausen erwartet den VfL am Samstag, natürlich, ein anderer Gegner. Der SVS agiert mit einer Viererkette, bevorzugt klare Kante statt feinem Pass-Spiel aus der Abwehr heraus. Mit Erfolg: Sandhausen hat bereits zehn Punkte geholt, mit fünf Gegentoren (Bochum: 14) stellt der Tabellensechste die zweitstärkste Defensive der Liga. Andererseits hat Sandhausen erst sieben Treffer erzielt (Bochum: 10).

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