Kommentar

Warum Hummels für Juni 2020 keinen Urlaub buchen sollte

Werden sie noch einmal zueinander finden? Joachim Löw (links) und Mats Hummels, hier im September 2018.

Werden sie noch einmal zueinander finden? Joachim Löw (links) und Mats Hummels, hier im September 2018.

Foto: Peter Kneffel / dpa

Essen.  Die Abwehr der Nationalmannschaft ist instabil. Süle und Rüdiger sind langfristig verletzt. Löw wird wissen, was zu tun ist. Ein Kommentar.

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Natürlich war die Aufregung groß, als Joachim Löw im März die Weltmeister Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller aussortierte. Direkt nach der verkorksten WM hätte der Bundestrainer vermutlich 15 Spieler rauswerfen können – die Zustimmung für radikale Maßnahmen wäre damals hoch gewesen. Aber mitten in der Saison?

Hinter Löw lag jedoch nun auch noch dieser neue Wettbewerb namens Nations League, dessen Ende ebenfalls enttäuschend war. Mit Blick auf die EM 2020 entwarf er deshalb den Plan, Platz zu schaffen für die Entfaltung einer neuen Spielergeneration.

Harte Trennung hatte einen Haken

Das war grundsätzlich ein guter Gedanke. Doch die harte Trennung von dem etablierten Trio hatte einen Haken: Was passiert, wenn die Jüngeren nicht die erhofften Leistungssprünge machen? Oder wenn es Verletzungen gibt?

Längst hat sich die Abwehr als Sorgenfall herausgestellt. Matthias Ginter, Jonathan Tah, Niklas Stark, Robin Koch – allesamt entwicklungsfähig, doch weder stabil noch ausreichend international erprobt. Niklas Süle und Antonio Rüdiger fallen lange aus. Das wird, auch wenn er es noch nicht zugeben mag, auch Joachim Löw schwer ins Grübeln gebracht haben.

„Noch nicht mit Blumen verabschiedet“

Der Bundestrainer hat vor einigen Wochen im Interview mit dieser Zeitung erklärt, er wisse nicht, ob es im Fußball etwas Endgültiges gibt. Und DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat kürzlich bei unserem Leserabend betont, die drei Weltmeister „noch nicht mit Blumen verabschiedet“ zu haben.

Was das heißt? Dass Löw und Bierhoff nicht töricht sind. Sie bleiben bei ihrem Plan und hoffen, dass er aufgeht. Aber sie wissen auch, dass sie reagieren müssen, wenn sich die Lage bis zur EM nicht entscheidend geändert hat. Mats Hummels sollte für Juni und Juli 2020 besser nicht voreilig Urlaub buchen.

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