Rudern

Olympia: Ruderer der Ruhr-Uni Bochum nehmen 2021 ins Visier

Johannes Weißenfeld beim Training auf dem Balkon in Dortmund vor ein paar Tagen.

Johannes Weißenfeld beim Training auf dem Balkon in Dortmund vor ein paar Tagen.

Foto: Lars Baron / Bongarts/Getty Images

Bochum.  Von einer niederschmetternden, aber unumgänglichen Entscheidung sprechen die Bochumer Ruderer des Deutschland-Achters. Und haben 2021 im Blick.

Morgens spulten sie noch die 20 Kilometer auf dem Ergometer auf ihrem Balkon oder auf dem Stellplatz vor der Haustür ab. Mittags tickerte dann die Meldung durch, mit der alle gerechnet hatten: Olympia-Verschiebung ins nächste Jahr.

Johannes Weißenfeld und Malte Jakschik, die sich mit dem Deutschland-Achter auf die Olympischen Spiele in Tokio vorbereitet hatten, müssen nun umplanen – genauso wie vier weitere Ruderer, die an der RUB studieren.

Ruderer Weißenfeld: Es ist niederschmetternd, aber der Sport ist jetzt zweitrangig

Es war eine absehbare Entscheidung, auf die wir uns in den letzten Tagen mental vorbereiten konnten. Trotzdem ist es eine harte Entscheidung. Es ist niederschmetternd, war aber unumgänglich“, meinte Weißenfeld. Für den Medizinstudenten war es eine nachvollziehbare Entscheidung: „Man kann ja keine Olympischen Spiele ohne die Zustimmung der Menschen machen. Außerdem ist der Sport zweitrangig, wenn Menschen um ihre Existenz bangen oder gar um ihr Leben. Die Gesundheit der Menschheit hat Vorrang.“

Jakschik: Verschiebung der Spiele um ein Jahr „ist fair und für mich machbar“

Ausfahrten im Ruderboot waren für die Olympioniken nach ihrer plötzlichen Rückkehr aus dem Trainingslager in Portugal vor acht Tagen nicht mehr möglich. Stattdessen hieß es: Fit halten auf dem Ruderergometer, daheim und allein.

Für Malte Jakschik bedeutete es, dass er täglich ein- bis zweimal das laute Rudergerät vor der Haustür im Dortmunder Kreuzviertel aufbauen musste statt in der heimischen Wohnung: „Ich bin im Januar Vater geworden. Da freut sich mein Kleiner bestimmt nicht darüber, wenn ich zweimal am Tag für 75 Minuten die Turbine heulen lasse.“ Es wird nun leiser und irgendwann geht’s auch wieder raus aufs Wasser. Da ist Jakschik optimistisch und zuversichtlich: „Die Verschiebung um ein Jahr ist eine faire Lösung und für mich durchaus machbar.“

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