Leichtathletik

Zwei Wattenscheider können noch auf die WM hoffen

MIt aufsteigender Form: Daniel Jasinski vom TV Wattenscheid 01.

MIt aufsteigender Form: Daniel Jasinski vom TV Wattenscheid 01.

Foto: Wolfgang Birkenstock

Wattenscheid.  Bei der WM könnte der TV Wattenscheid 01 erstmals seit Jahrzehnten keinen Leichtathleten stellen. Zwei Asse hoffen noch auf ein WM-Ticket.

Es war der Wurm drin in dieser Saison bei den Spitzenathleten des TV Wattenscheid 01. Erstmals seit Jahrzehnten droht der internationale Saisonhöhepunkt ohne einen einzigen Leichtathleten des TV 01 stattzufinden.

Zwei Athleten allerdings hoffen noch auf ein WM-Ticket über das Ranglisten-Verfahren, auch wenn sie die Norm nicht erfüllt haben. Am Donnerstag fällt der Bundesausschuss Leistungssport des Deutschen Leichtathletik-Verbandes die Entscheidung über den endgültigen WM-Kader. Diskus-Werfer Daniel Jasinski und Langstreckenläufer Amanal Petros könnten noch ins Team rutschen.

Daniel Jasinski kehrte nach langer Verletzungspause spät zurück in den Wettkampf. Bis zuletzt versuchte der Diskus-Riese alles, um die WM-Norm zu knacken. Vergebens. Mit seiner Saisonbestleistung von 63,80 Metern, geworfen Ende August in Thum, verfehlte er die Norm von 65,00 Meter. In der deutschen Jahresbestenliste rangiert Jasinski immerhin auf Rang vier. Bereits nominiert für die WM sind Martin Wierig und David Wrobel. Die Norm erfüllt hat auch Christoph Harting, der aber noch nicht aufgestellt wurde vom DLV. Verzichtet der Verband auf Harting oder verzichtet der streitbare Diskuswerfer selbst, könnte Jasinski nachrücken.

Amanal Petros verfehlt die Norm nur ganz knapp

Ähnliches gilt für Amanal Petros. Der Langstreckenläufer, seit diesem Jahr beim TV Wattenscheid 01, steht in gleich drei nationalen Jahresbestenlisten weit vorne: auf Rang eins über 10.000 Meter, auf Rang drei über 5.000 Meter und auf Rang zwei im Halbmarathon, der keine WM-Disziplin ist. Über 5.000 Meter verfehlte Petros die WM-Norm (13:22,00) nur um zwei Hundertstelsekunden. Je nach Teilnehmerzahl aus anderen Nationen könnte Petros noch ins WM-Team rutschen.

Mindestens ein Großereignis - EM, WM oder Olympische Spiele - findet jährlich statt, und der TV Wattenscheid war seit den 70-er Jahren meist stark vertreten. Bei der Europameisterschaft in Berlin im Vorjahr sorgte Pamela Dutkiewicz mit ihrer Silbermedaille über 100 Meter Hürden für den Höhepunkt aus Wattenscheider Sicht. Die Hürdensprinterin hatte auch im Jahr zuvor, bei der Weltmeisterschaft in London, mit der Bronzemedaille geglänzt. Und bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 überraschte Daniel Jasinski mit der Bronzemedaille.

Bei der Welmeisterschaft in Doha/Katar vom 27. September bis zum 6. Oktober droht nun das bittere Zuschauen. Das Verletzungspech hat den Klub in dieser Saison gebeutelt wie wohl nie zuvor.

Verletzung bremst Pamela Dutkiewicz aus

Allen voran musste Pamela Dutkiewicz die Segel streichen, nachdem sie sich bei ihrem späten Saisoneinstieg sofort in Topform präsentiert und die WM-Norm im ersten Rennen geknackt hatte. Doch Dutkieiwcz zog sich beim Warmmachen vor dem Diamond-League-Meeting in Monaco Mitte Juli eine Muskelverletzung zu - das Saisonaus.

Mikhailov beendet seine Karriere

Wegen Verletzungen gar nicht erst richtig eingreifen konnten weitere, in Normalform fast sichere WM-Kandidaten. Robin Erewa, der 200-Meter-Spezialist, musste kurz vor der DM absagen, Maurice Huke hatte sich bei der Staffel-WM einen Infekt eingefangen. Weitspringerin Sosthene Moguenara konnte in dieser Saison gar keinen Wettkampf bestreiten. Auch Keshia Kwadwo, die zumindest für die Sprint-Staffel eine Kandidatin war, musste passen. Und Erik Balnuweit, der Hürden-Sprinter, verfehlte nach verletzungsbedingt spätem Saisoneinstieg die Norm (13,46 Sekunden) deutlich. Seine Bestzeit: 13,80 Sekunden. Zudem stieg auch 1500-Meter-Spezialist Marius Probst nach starkem Saisonstart aus. Seine Karriere beendet hat Hammerwerfer Alexej Mikhailov wegen starker Rückenprobleme.

Jasinski und Dutkiewicz sind die größten Olympia-Hoffnungen

Bereits jetzt gilt beim TV Wattenscheid die volle Konzentration auf das besonders wichtige Jahr 2020: Bei den Olympischen Spielen in Tokio will der Klub wieder aktiv mitmischen. Die größten Hoffnungen ruhen dabei nach wie vor auf Pamela Dutkiewicz und Daniel Jasinski. Zudem peilt der genesene Hendrik Pfeiffer beim Marathon in Köln im kommenden Oktober die Olympia-Norm an.

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