Hockey

Der Dinslakener Max Sweering hält Rekord in den Niederlanden

Max Sweering (vorne) wurde mit den Niederlanden schon Weltmeister.

Max Sweering (vorne) wurde mit den Niederlanden schon Weltmeister.

Foto: Foto: Privat

Dinslaken/Amsterdam.  Das frühere Talent des TV Jahn Hiesfeld wurde in den Niederlanden fünfmal in Serie Meister im Hallenhockey. Weltmeister war Sweering schon 2015.

Der TV Jahn Hiesfeld ist weit über die Dinslakener Stadtmauern hinaus für seine gute Jugendarbeit im Hockey bekannt. In Max Sweering verloren die „Veilchen“ bereits im Jahr 2008 einen richtig talentierten Spieler in Richtung HTC Uhlenhorst. Wie groß dessen Potential tatsächlich war, und wie weit der junge Blondschopf es einmal bringen würde, ahnte damals wahrscheinlich nicht mal der Deutsche Rekordmeister aus Mülheim, geschweige denn Sweering selbst. Sieben Jahre später jedoch stemmte der Dinslakener dann aber bereits gemeinsam mit der niederländischen Nationalmannschaft bei der Hallenhockey-WM in Leipzig die Weltmeistertrophäe in die Höhe. Eine Bilderbuchkarriere, die im kleinen Dinslaken ihren Ursprung hatte.

Dinslakener ging zum Studium nach Amsterdam

Max Sweering spielte nach seiner Zeit in Hiesfeld nicht nur in den Jugendmannschaften des HTC Uhlenhorst, sondern lief auch gleichzeitig für die U-16-Auswahl und später für die U-18-Nationalmannschaft des Deutschen Hockey-Bundes auf. Nach seinem erfolgreich bestandenen Abitur zog es Sweering dann 2014 nach Amsterdam, wo er bis heute lebt. Dort begann er sein Studium „Economics and Finance“ (zu Deutsch: Wirtschaft und Finanzen) und wechselte gleichzeitig auch in die erste niederländische Liga zum Amsterdamsche Hockey & Bandy Club (AH&BC).

Die höchste Spielklasse in den Niederlanden gilt weltweit als die beste, somit war ein solcher Schritt nicht selbstverständlich. „Ich hatte“, erklärt Sweering die Anfänge seines Wechsels, „Kontakt mit den Verantwortlichen dort. Dann habe ich testweise Trainingseinheiten und ein Spiel absolviert.“

Die Olympischen Spiele 2016 verpasst der frühere Hiesfelder

Der junge Dinslakener wusste gleich zu überzeugen, und schnell war er nicht nur Student in Amsterdam, sondern auch Spieler in der besten Liga der Welt. Damit aber noch nicht genug. Nach knapp einem Jahr im Nachbarland feierte er mit dem Amsterdamer Club die niederländische Meisterschaft und wurde mit dem Nationalteam bei der Hallen-Weltmeisterschaft in Leipzig Weltmeister. In der Halle schon Teil des A-Kaders, lief Sweering im selben Jahr noch für die Oranje-U21 auf dem Feld auf. Dass es ein Jahr später dann nicht reichte, um mit dem Feldhockey-Team zu den Olympischen Spielen zu fahren, war für Sweering kein Beinbruch, denn er gilt als Hallenspezialist. „In den Niederlanden“, erklärt der Weltmeister von 2015, „gibt es für die Halle und für das Feld eigentlich zwei unterschiedliche Mannschaften, weil der Leistungsunterschied schon sehr groß ist.“ In Deutschland sieht das noch ein bisschen anders aus.

Ein Beispiel, das diese Kuriosität unterstreicht, ist die jüngste Entwicklung von Sweerings aktuellem Verein Stichtse Cricket en Hockey Club (SCHC). In der Halle feierte die Mannschaft 2019 die Meisterschaft, im Feld ging es runter in die zweite Liga.

Für Max Sweering bedeutet der Titel mit dem SCHC besonders viel, denn dadurch ist er alleiniger Inhaber eines Rekords. Er darf sich freuen, als erster Spieler überhaupt fünf niederländische Meisterschaften in Folge geholt zu haben. Seit seiner Ankunft in Amsterdam wurde er gleich viermal in Serie Meister mit dem Hauptstadtclub. „Hätte Amsterdam den Titel geholt, dann gäbe es viele andere Spieler, die den Rekord jetzt hätten“, erklärt Sweering mit einem Grinsen. Auch auf dem Feld lief es vor der Zwangspause durch die Corona-Pandemie wieder gut für den SCHC, denn nach zwölf Spieltagen führte der Verein aus Bilthoven die Tabelle der zweiten Liga an.

Max Sweering will sich in der Defensive verbessern

Die Frage, ob Max Sweering lieber in der Halle oder auf dem Feld spielt, beantwortet sich nach einem Blick auf seine bisherige Laufbahn schnell.

Aber was macht für ihn das Spiel in der Halle so besonders? „Es ist viel technischer, der Spieler hat weniger Zeit zu reagieren und vieles geschieht aus dem Bauch heraus. Der Sport ist in der Halle einfach auch schneller“, erklärt er. Seine Stärken sieht er vor allem in der Ballsicherheit, der Intuition und seiner Übersicht, wozu auch das periphere Sehen gehört. Aber Max Sweering bleibt bei allem Erfolg auch selbstkritisch und hat einen Teilbereich, den er noch verbessern möchte: „Meine Arbeitsrate in der Defensive ist bestimmt ausbaufähig.“

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