Handball

Der MTV Dinslaken bleibt im Aufstiegsrennen kämpferisch

 

 

Foto: Sandra Goldmann

Dinslaken.   Trotz der Niederlage in Plochingen glauben die Handballer des MTV Rheinwacht Dinslaken weiter fest an den Aufstieg in die 3. Liga.

Auf der rechten Seite der Schafhausäckerhalle zu Plochingen knallen die Konfettikanonen, blau-goldener Flitter rieselt auf die glückstrunkenen Spieler, Fans und Verantwortlichen des TV Plochingen nieder. Auf der linken Seite geht es etwas weniger glamourös zu – gefeiert wird trotzdem.

Es ist ein bemerkenswertes Bild und so typisch für den MTV Rheinwacht Dinslaken. Den ersten Matchball im Kampf um den Aufstieg in die 3. Liga haben Dinslakens Vorzeigehandballer zwar mit der verdienten 29:34 (11:16)-Niederlage gegen den TVP vergeben, der Party in Plochingen tut dies aber kaum Abbruch. Fans und Mannschaft feiern sich gegenseitig und stimmen sich somit auch schon auf das ein, was nun auf den MTV Rheinwacht zukommt.

Das Duell mit dem TV Plochingen war schließlich nicht die einzige Chance, um den Aufstieg in die dritthöchste Spielklasse zu schaffen. In zwei Wochen geht es weiter. Am 30. Mai treten die Dinslakener um 17 Uhr beim HSC Bad Neustadt in Unterfranken an. Zwei Tage später kommt der TV Kirchzell aus dem Odenwald in die Douvermannhalle. Die zwei besten Teams der Dreiergruppe steigen auf. Bange ist der zuletzt etwas schwächelnde Nordrheinmeister nicht. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir das mit diesen Fans schaffen“, sagt Philipp Tuda und zeigt in Richtung der nimmermüden Anhänger, die mit einem imposanten Fanmarsch vor dem Spiel mächtig für Furore gesorgt hatten.

Klar ist aber, der MTV wird sich steigern müssen. Gegen Plochingen legten die Gäste zwar bärenstark los, bauten dann aber schnell auch beinahe ebenso stark ab. Von 5:5 (10.) gingen die Hausherren auf 9:5 (16.) davon. Für Fabian Gorris, mit neun Toren bester Werfer der Dinslakener am Samstagabend, die frühe Vorentscheidung: „Da haben wir das Spiel verloren.“

Cleverness fehlt

Vor allem im Angriff lief es nicht rund. Die zahllosen Fehler bestrafte der Gegner zumeist gnadenlos. „Wir haben viele falsche Entscheidungen getroffen, daran müssen wir arbeiten“, weiß Tuda. Teamkamerad Gorris vermisst indes „Cleverness und Coolness“. Der Spielmacher findet: „Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren. In diesen Spielen auf Augenhöhe entscheiden letztlich nur Kleinigkeiten.“

So wie in Plochingen, als die Dinslakener in der zweiten Halbzeit mal wieder in den berüchtigten Kampfmodus umschalteten und sich nach einem zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Rückstand (15:22) bis auf drei Treffer herangearbeitet hatten. „Dann haben wir die Chance, weiter zu verkürzen, machen wieder einen Fehler, verlieren den Ball – das war dann der Genickbruch“, seufzt Philipp Tuda.

Auch Trainer Harald Jakobs sieht das größte Problem in der hohen Fehlerquote. „Wir stellen uns blöd an, werden dann durch viele Tempogegenstöße gnadenlos bestraft. Irgendwie hat uns der Biss gefehlt. Selbst die erfahrenen Spieler sind nervös geworden.“ Problematisch zudem: Die sieben Zeitstrafen, die das gute Schiedsrichtergespann Kauth/Kolb gegen den MTV verhängte, sorgten zusätzlich für Unruhe im Spiel. „Wenn du ständig in Unterzahl spielst, dann wird es schwierig“, weiß Torhüter Marco Banning.

Dass die Plochinger unter anderem mit Lukas Fischer (Gorris: „Der beste Spieler, gegen den ich je gespielt habe.“) und Christopher Weiß – der Außen, häufig nur zweite Wahl im Team von Trainer Daniel Brack, machte sein bestes Saisonspiel – einige sehr gut aufgelegte Akteure in ihren Reihen hatten, kann den MTV nun zumindest etwas trösten. „Plochingen hat unfassbar gute Spieler. Es macht unheimlich viel Spaß, gegen so eine Mannschaft zu spielen“, so Fabian Gorris, und auch Marco Banning sieht es ganz ähnlich: „Plochingen hat verdient gewonnen, das ist eine sehr gute Mannschaft. Wir müssen cleverer sein und weniger Fehler machen. Dann schaffen wir den Aufstieg. da bin ich sicher.“

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