Fußball: Kreisliga A

Der SV Spellen stapelt tief

Unter André Feldkamp hat sich der SV Spellen stabilisiert.

Unter André Feldkamp hat sich der SV Spellen stabilisiert.

Foto: Heiko Kempken / FFS

Voerde.  Der SV Spellen blickt auf die neue Kreisliga-A-Saison. Trotz weniger Abgänge und großem Potential spricht keiner offen von Aufstiegsambitionen.

André Feldkamp wirkt nicht so, als wäre er „nur“ der Mann an der Seitenlinie. Er ist drin im Spiel. Sucht den Kontakt permanent zu den Spielern, verteilt seine Assistenten um den Platz, um sein Team zu erreichen, lobt, kritisiert. Dabei gebraucht er immer nur die „Wir-Form“. Der SV Spellen hat sich unter Feldkamp mehr als stabilisiert in der Fußball-Kreisliga A.

In der ersten Saison, in der der ehemalige A-Jugend-Coach des TV Jahn Hiesfeld über die ganze Spielzeit für die „Schweizer“ verantwortlich war, wurde am Groelberg attraktiver Fußball gezeigt und am Ende stand der dritte Tabellenplatz. Seit Anfang Juli bereiten sich die Kicker nun auf die kommende Saison vor. Das Ziel: Möglichst lange oben mitspielen. Oder in Feldkamps Worten: „Besser als der dritte Platz, wäre schon Wahnsinn, aber ich erwarten das von uns nicht.“

Kleine Brötchen backen

Auch Obmann Dietmar Tepaß hält sich mit den großen Forderungen für die kommende Spielzeit zurück: „Wir spielen in der Kreisliga A, dort gibt es Partien, die einfach offen sind, die du mit Pech verlierst. Jetzt den Aufstieg als Ziel auszugeben, ist vermessen“, meint er. Es werden lieber kleine Brötchen gebacken. „Mussum, Haldern und Rees werden im nächsten Jahr eine Rolle spielen, die Mannschaften haben sich gut verstärkt“, erläutert Feldkamp seinen Favoritenkreis für die Meisterschaft.

Spieler aus anderen Vereinen waren auch in Spellen im Gespräch – gekommen ist kein einziger. „Ich war früher selbst im Kreis 9, da haben ganz wenige Spieler Lust, hierhin zu wechseln. In unserem eigenen Kreis müsste ein Spieler aus einer anderen Ortschaft mindestens eine halbe Stunde fahren“, weiß Feldkamp.

Der SVS wählt daher den Weg der Jugend. „In den vergangenen drei Jahren haben wir jede Menge junge Spieler in die Mannschaft integriert, das braucht Zeit “, sagt Dietmar Tepaß. Die Bilanz ist aber stark, fast alle Spieler konnten gehalten werden und entwickeln sich mindestens zu konkurrenzfähigen Kreisliga-A-Spielern.

Erfahrene Spieler tragen das Konzept

In der kommenden Saison sollen Gianluca Klein und Torwart Jan Ketelaar in das Team integriert werden. Getragen wird das Konzept auch von den erfahrenen Spielern wie Marcel Lucahsen, Sebastian Pöss oder auch Torwart Florian Albri. „Ich habe das Gefühl, dass die Jungs, die hier sind, sich sehr wohlfühlen und den Verein schätzen“, meint Tepaß. Auch kurz Abtrünnige wie Leroy Badu, der anderthalb Saisons ein Gastspiel bei Glückauf Möllen gab, oder Silas Bargamann, der für den TV Voerde auflief, fühlen sich scheinbar in der Spellener Schweiz am wohlsten. Obwohl Bargmann seine aktive Karriere beendete, erweitert er nun das Trainer-Team als zusätzliches Bindeglied zur Mannschaft. „Silas kennt die Spieler, und er versteht mich auch und weiß, was ich will. So ist er eine großartige Ergänzung“, meint Feldkamp.

Kupkes Karriereende schmerzt

Andreas Rezepka und Sebastian Göhl rücken fest aus der Reserve-Mannschaft in das Team der ersten Garde auf. Lediglich das Karriereende von Stürmer Michael Kupke, der ein sehr präsenter und körperlich robuster Spieler in der Spitze war, könnte den SVS vielleicht in der anstehenden Spielzeit doch etwas schwächen.

Feldkamps Kaderanalyse fällt dennoch sehr zuversichtlich aus: „Ich finde, wir sind mit den jungen Spielern besser aufgestellt als in der letzten Saison. Ich weiß, dass wir einen großen Kader haben, aber durch Wechselschichten und Verletzungen werden wir jeden Spieler brauchen.“

Ganz nüchtern betrachtet, könnte der SV Spellen zum 100-jährigen Bestehen durchaus mal wieder einen Vorstoß in die Bezirksliga wagen. Voraussetzung dafür ist aber, dass gerade der Zusammenhalt im Team derselbe wie in der letzten Saison ist.

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