Handball

Dinslaken hätte gegen Korschenbroich Punkt verdient gehabt

Kreisläufer Christoph Enders erzielte sieben Tore.

Kreisläufer Christoph Enders erzielte sieben Tore.

Foto: Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Ohne fünf Stammkräfte verkaufen sich die Dinslakener Handballer beim 26:27 gegen den Favoriten hervorragend. Am Ende ist auch viel Pech dabei.

Als Philipp Tuda zweieinhalb Minuten vor dem Ende mit einem souverän verwandelten Siebenmeter zum ersten Mal nach langer Zeit wieder den Ausgleich für den MTV Rheinwacht erzielte, hielt es die rund 300 Zuschauer in der Douvermannhalle endgültig nicht mehr auf den Sitzen. Die große Überraschung war nun tatsächlich zum Greifen nah. Auch ohne fünf verletzte Stammkräfte boten die Dinslakener Handballer dem TV Korschenbroich, einem der Meisterschaftsanwärter in der Regionalliga, dank einer leidenschaftlichen und über weite Strecken durchaus auch spielerisch ansprechenden Vorstellung Paroli. Doch der verdiente Lohn blieb am Ende aus. Das 26:27 (13:16) war die zweite knappe Niederlage im zweiten Spiel. Der gelungene Auftritt des Gastgebers macht dennoch Mut für die kommenden schweren Aufgaben, wenngleich sich die zahlreichen Ausfälle auch gestern – wenig überraschend – bemerkbar machten.

Gleich nach der Schlussirene bestürmten einige Dinslakener Akteure das Schiedsrichtergespann. Weil der letzte Korschenbroicher Wurf sein Ziel verfehlt hatte, TVK-Kreisläufer Philip Schneider das von der Wand zurückprallende Spielgerät aber weiter Richtung Mittellinie beförderte und so wertvolle Zeit von der Uhr nahm, hätte Rheinwacht gemäß den Regularien durchaus einen Siebenmeter zugesprochen bekommen können. Doch der Pfiff blieb aus. Die letzte Chance auf ein Remis war damit vertan.

Starker Max Jäger im TVK-Tor

MTV-Coach Harald Jakobs hielt sich hinterher mit Kritik an den Referees dennoch zurück. Auch Kreisläufer Christoph Enders wollte davon nichts wissen: „An den Schiedsrichtern lag es sicher nicht. Wir hätten vorher auch einen Ball mehr reinwerfen oder verteidigen können“, befand der siebenfache Torschütze. Nachwuchstorwart Luca Steffel, der in Hälfte eins einige unglückliche Treffer kassiert hatte, zeigte sich ebenfalls selbstkritisch, blickte aber gleich wieder nach vorne: „Egal, nächste Woche geht’s weiter.“

Ohne den etatmäßigen Mittelblock mit Dennis Backhaus und Robert Jakobs setzten die Dinslakener von Beginn an auf eine 5:1-Deckung mit Rechtsaußen Steffen Hahn auf der vorgezogenen Position. In zu vielen Phasen fehlte dieser Variante allerdings die nötige Stabilität, um die stets mit viel Tempo und Zug zum Tor vorgetragenen Angriffe des Favoriten auszubremsen. Schnell lag der MTV mit 3:7 (10.) hinten, kämpfte sich aber dank einer sehr ordentlichen Angriffsleistung wieder zurück. Als der Ball bei Tudas Treffer zum 11:11 (20.) unter der Latte des von Max Jäger sehr stark gehüteten TVK-Tores einschlug, waren auch die Anhänger der Hausherren wieder wach.

Torwarttrainer Dominik Köller zwischen den Pfosten

Doch in der Phase bis zur Pause verpassten es die Hausherren gegen nun merklich zaudernde Korschenbroicher in Führung zu gehen. Der Favorit fing sich wieder, ging mit einer Drei-Tore-Führung in die Kabine und legte gleich nach dem Wechsel zwei weitere Treffer nach. Beim MTV stand nun Dominik Köller zwischen den Pfosten. Der Torwarttrainer steigerte sich im Verlauf der zweiten Hälfte immer mehr und hatte schließlich auch seinen Anteil daran, dass die nie aufsteckenden Dinslakener nach einem 21:26-Rückstand (53.) einen 5:0-Lauf hinlegten und nach dem von Enders herausgeholten Strafwurf plötzlich wieder voll im Spiel waren. Dass sein Gegenspieler in dieser Szene keine Zeitstrafe erhielt, war aus Rheinwacht-Sicht mindestens so unglücklich wie die folgenden Schlussminuten.

„Die Jungs haben wirklich 100 Prozent reingelegt. Vielleicht war der Gegner am Ende ein bisschen ausgefuchster. Trotzdem war das unter diesen Voraussetzungen eine super Leistung von uns. Das müssen wir mit in die nächsten Spiele nehmen“, resümierte Harald Jakobs. Am Samstag geht’s für den MTV zum TV Aldekerk.

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