Handball

Dinslakener haben vor dem Start in Köln große Personalsorgen

Jonas Höffner führt den MTV als Kapitän auf das Parkett.

Jonas Höffner führt den MTV als Kapitän auf das Parkett.

Foto: foto: Jochen Emde/Funke Foto Services

Dinslaken.  Zum Auftakt beim TV Jahn Köln-Wahn hat sich die Situation bei den Regionalliga-Handballern des MTV Rheinwacht Dinslaken weiter zugespitzt.

Wenn der amtierende Meister zum Auftakt der neuen Saison bei einem Team antritt, das in der vorangegangenen Spielzeit fast abgestiegen wäre, dann sind die Rollen für gewöhnlich ganz klar verteilt. Vor dem Start beim TV Jahn Köln-Wahn am Sonntag um 16 Uhr müssen die Handballer des MTV Rheinwacht allerdings ausgesprochen kleine Brötchen backen. Die ohnehin schon seit Wochen stark angespannte Personalsituation hat sich beim Dinslakener Regionalligisten vor dem Auftakt in der Domstadt noch einmal zugespitzt. Trainer Harald Jakobs stehen ganze vier Rückraumspieler zur Verfügung. Auch auf anderen Positionen ist die Not groß.

Die Torhüter: Kapitän Marco Banning fällt wegen eines Bandscheibenvorfalls noch länger aus. Zu Beginn der Woche verletzte sich auch noch Nils Ahlendorf am Knie. Kann „Ahli“ nicht spielen, liegt die ganze Verantwortung beim erst 18-jährigen Luca Steffel. Jochen Reinhardt aus der Reserve fährt als Notnagel mit.

Der Rückraum: Fabian Gorris, Philipp Tuda, Jonas Höffner und Neuzugang Mirko Krogmann können wohl spielen. Alternativen zu diesem dünnen Aufgebot gibt es nicht. Für Nils Kruse und Maximilian Reede käme ein Einsatz definitiv noch zu früh.

Der Kreis: Christoph Enders ist leicht verschnupft, wird aber nahezu über die gesamte Spielzeit gefordert sein. Vertreten könnte ihn der reaktivierte Manuel Lösche. Leistungsträger Dennis Backhaus (Kreuzbandanriss) wird noch lange fehlen.

Die Außen: Nur hier ist die Situation auf beiden Flügeln entspannt. Linksaußen Luca d’Auria klagt zwar über Schulterbeschwerden, doch mit Neuzugang Marc Pagalies steht auf dieser Seite noch ein erfahrener und treffsicherer Akteur zur Verfügung.

Die Abwehr: Durch die schwere Verletzung von Backhaus ist der in der vergangenen Saison so starke Mittelblock gesprengt. Auch Nebenmann Robert Jakobs hat wegen eines Muskelfaserrisses seit Wochen nicht trainiert, will es am Sonntag aber versuchen. Wahrscheinlich decken innen Philipp Tuda und Jonas Höffner.

Höffner übernimmt das Kapitänsamt

Höffner wird die Dinslakener Rumpftruppe wegen Bannings Ausfall auch als Spielführer auf das Parkett führen. Das MTV-Urgestein hofft darauf, dass sein Team der Personalmisere mit einer leidenschaftlichen Vorstellung trotzen kann: „Wir sind alle gefragt, müssen alle Gas geben.“ Trotz der schwierigen Situation sei die Vorfreude auf die neue Saison da. „In der letzten Saison kannte uns noch niemand. Jetzt wollen wir zeigen, dass wir in dieser Liga noch einmal bestehen können“, sagt der derzeitige Kapitän. Der Rückraumspieler glaubt fest daran, dass die durchwachsenen Auftritte der Vorbereitung keinen großen Wert mehr haben: „Ich denke, dass wir eine Mannschaft sind, die den Schalter umlegen kann, wenn es wirklich um etwas geht.“

Der Trainer würde sich davon am Sonntag nur allzu gerne überzeugen lassen, doch mit dem Optimismus ist es bei Harald Jakobs nicht ganz so weit her: „Die größte Baustelle ist sicherlich unsere Abwehr. Vorne sind wir meiner Meinung nach spielerisch auf dem Level der Vorsaison.“ In Köln sei es aber besonders wichtig, die sich bietenden Chancen auch eiskalt zu verwerten. Gelingt das, scheint bei den ebenfalls nicht vor Selbstbewusstsein strotzenden Wahnern (siehe Infokasten) auch ein Sieg drin zu sein. Und angesichts der hohen Hürden, die dann folgen, wären zwei Punkte schon wichtig.

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