Interview

Dinslakener Torwart-Legende: „Feldspieler sind Weicheier“

Dennis Strewginski wie man ihn kennt.

Dennis Strewginski wie man ihn kennt.

Foto: Jochen Emde/Funke Foto Services / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Dennis Strewginski hält dem SuS 09 Dinslaken seit seinem fünften Lebensjahr die Treue. Unsere Redaktion traf Urgestein "Mutsch" zum Interview.

Der erste Spielerpass datiert aus dem Jahr 1992. Sieben Jahre alt war Dennis Strewginski da, doch schon mit fünf war „Mutsch“, wie der langjährige Torhüter des SuS 09 von fast allen nur gerufen wird, beim Training der damaligen Dinslakener F-Junioren dabei. Den Verein hat der heute 34-Jährige nie gewechselt, zum Ende der vergangenen Saison beendete der Oberbrandmeister der Dinslakener Feuerwehr seine Karriere in der ersten Mannschaft des Klubs, dem er immer treu geblieben ist. „Bis jetzt bin ich noch in der Genussphase, vermisse nichts“, sagt Strewginski, der seit Ende Juni mit Freundin Mara verlobt ist. Der Fußballentzug des Ex-Keepers ist allerdings auch kein kalter. Dem SuS bleibt das Urgestein in verschiedenen Rollen erhalten.

Dennis Strewginski, dass ein Fußballer seine gesamte Laufbahn nur für einen einzigen Verein aufläuft, kommt auch im Amateurbereich nur noch ganz selten vor. Wie erklären Sie sich selbst, dass Sie dem SuS 09 Dinslaken immer treu geblieben sind?

Das hat sicher mehrere Gründe. Zum einen ist der SuS 09 mein Herzensverein, bei dem ich mich immer sehr wohlgefühlt habe. Andererseits haben mich meine Eltern schon früh gelehrt, wie wichtig es ist, sein Leben auf solide Stelzen zu stellen. Als es in der B-Jugend Richtung Niederrheinauswahl ging, war die Ausbildung zum Tischler, die sich damals mit den Trainingszeiten überschnitt, für mich wichtiger. Zu dem Zeitpunkt haben sich bei 09 auch schon viele Freundschaften entwickelt. Da hat es für mich keinen Sinn gemacht, für ein paar hundert Euro woanders hinzugehen. Das hätte mich ganz bestimmt nicht glücklicher gemacht.

Es gab aber doch sicher mal die ein oder andere Anfrage von anderen Vereinen, oder?

In der Umgebung hat sich relativ schnell rumgesprochen, wie meine Einstellung dazu ist. Harald Plank hat mal versucht, mich nach Hiesfeld zu lotsen, aber da habe ich gleich gesagt: Keine Chance.

Es gab ja auch sportliche Höhen und Tiefen beim SuS, dazu mehrfach Unruhe im Umfeld. Haben Sie denn selbst nie überlegt, doch einmal etwas anderes auszuprobieren?

Tatsächlich gab es zwei Momente, wo ich mit dem Gedanken gespielt habe. Nach dem Landesliga-Abstieg gab es schon die Überlegung, zu wechseln, um weiter Landesliga spielen zu können, aber dann habe ich mir gedacht, dass man nicht mit dem Pfeil im Rücken gehen sollte und meinen Ehrgeiz darauf verwendet, wieder gut zu machen, was wir uns eingebrockt hatten. Dann habe ich nach ein paar Jahren in der Kreisliga A noch einmal mit dem Gedanken gespielt, vielleicht schon Schluss zu machen.

brauchst auf jeden Fall noch mehr Reflexe.

Woher kommt denn überhaupt die Handball-Begeisterung?

Über den Freundeskreis, zu dem auch MTV-Spieler Philipp Tuda gehört. Er meinte, ich sollte mal vorbei kommen. Dann hab ich ganz schnell Feuer gefangen. Jetzt bin ich auch schon stolzer Besitzer der Dauerkarte Nummer 19 (Anm. d. Redaktion: Trikotnummer von Tuda) für die kommende Saison.

Was macht denn den Handball im Vergleich zum Fußball aus Ihrer Sicht aus?

Auch wenn ich das als Fußballer nicht gerne sage: es ist ein viel härterer Sport. Beim Fußball sind viele Feldspieler Weicheier. Die liegen nach harmlosen Fouls zehn Minuten auf dem Platz. Als Torwart langweilt mich das.

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