Fußball

Finn Müller bleibt mit Friedrichsfeld beim Bewährten

Finn Müller (2.v.l.) erhält aus den Händen von  Sponsor Thomas Lohmann (Waffen Lohmann) die begehrte Torjägerkanone. Auch die beiden NRZ-Sportredakteure Michael Ryberg (r.) und Timo Kiwitz gratulieren.

Finn Müller (2.v.l.) erhält aus den Händen von Sponsor Thomas Lohmann (Waffen Lohmann) die begehrte Torjägerkanone. Auch die beiden NRZ-Sportredakteure Michael Ryberg (r.) und Timo Kiwitz gratulieren.

Foto: foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Voerde.  Der Gewinner der NRZ-Torjägerkanone hat die Angebote aus höheren Ligen abgelehnt, um weiter mit seinen Freunden bei 08/29 zu kicken.

Das aktuelle Exemplar der NRZ-Torjägerkanone ähnelt dem aus dem Vorjahr bis auf ein kleines Detail. Name und Verein auf dem Schild sind dieselben, nur die beiden Ziffern sind vertauscht. 23 Tore verhalfen Finn Müller 2018 zum Sieg – und hätten auch diesmal locker gereicht. Doch der Angreifer der SV 08/29 Friedrichsfeld setzte auf eine erfolgreiche Saison eine noch erfolgreichere drauf. Mit 32 Treffern hatte Müller großen Anteil am vierten Rang seines Bezirksligisten im Abschlussklassement. „Wenn man die letzten zwei Jahre betrachtet, ist das schon ein ganz ordentlicher Schnitt. Damit kann ich wirklich zufrieden sein, auch wenn es sicher noch ein paar Tore mehr hätten sein können“, sagt der 26-Jährige, der mit den „Vereinigten“ am Sonntag in die neue Bezirksliga-Saison startet. Um 15.15 Uhr kommt der Hamminkelner SV an den Tannenbusch. Müller will dann am liebsten wieder knipsen und seinem Team zu einem gelungenen Start verhelfen: „Wir haben uns auf jeden Fall einen Dreier zum Ziel gesetzt.“

Interessantes Angebot

Dass Friedrichsfeld auch in der neuen Spielzeit auf die Dienste des Goalgetters setzen kann, ist keine Selbstverständlichkeit. Treffer am Fließband wecken natürlich Begehrlichkeiten. Auch bei höherklassigen Clubs. Ein Angebot brachte Müller dann auch tatsächlich zum Nachdenken. Am Ende entschied sich der frisch gebackene Industriemeister, der bei den Stadtwerken Duisburg angestellt ist, aber für das Bewährte: „Ich habe hier meine Freunde, das ganze Team ist super und es macht mir einfach Spaß, hier zu spielen.“ Die „neue“ Platzanlage am Tannenbusch mit ihren Möglichkeiten ist natürlich auch ein großer Pluspunkt. Mit Schrecken denkt der Angreifer, der 2013 vom Lokalrivalen Spellen nach Friedrichsfeld kam, dagegen noch an die Zeiten der Sanierung, als an der Heidestraße oder sogar auf der Asche am Gymnasium Voerde gespielt und trainiert werden musste.

Fehlende Konstanz

Mit der neuen Anlage, so hieß es zumindest häufig bei den Verantwortlichen, wolle der Verein auf lange Sicht auch wieder die Landesliga ins Visier nehmen. Für die am Sonntag beginnende Meisterschaft hält Müller eine Wiederholung des vierten Platzes aber für realistischer. Größere Ansprüche will er nicht anmelden: „Dafür waren wir in der Vergangenheit einfach nicht konstant genug.“

Lust darauf, einmal ganz oben mitzuspielen, habe die Mannschaft durchaus: „Aber immer wenn wir da mal dran schnuppern könnten, stehen wir uns wieder selbst im Weg, und es gibt den nächsten Dämpfer. Es ist fast schon ein Fluch“, sagt Finn Müller.

Für Sonntag ist der Torjäger trotzdem optimistisch: „Hamminkeln hat eine gute Vorbereitung gespielt und im Pokal gegen Homberg (0:2, Anm. d. Redaktion) sicher auch noch einmal Selbstvertrauen getankt. Spielerisch sollten wir aber immer noch das bessere Team stellen. Wir müssen dann nur Lösungen finden“, erwartet Müller eine eher defensiv orientierte Gästemannschaft.

Im Training unter der Woche haben sich die Friedrichsfelder nicht mehr lange mit der so vermeidbaren wie unglücklichen 1:2-Pokalniederlage gegen den MSV Düsseldorf beschäftigt, sondern gleich wieder Gas gegeben.

Auch die Spieler, die am Sonntag gar nicht oder nur wenig spielten, machten mit viel Engagement auf sich aufmerksam. Wer es zum Meisterschaftsauftakt gegen Hamminkeln in die Startelf schafft, wird dann auch „international“ beratschlagt. Trainer Dirk Lotz weilt seit Mittwoch im Türkei-Urlaub, sein Assistent Timur Sürek macht gerade in Kalabrien Ferien.

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