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Handball beim VfB Lohberg: Ein eingeschworener Haufen

Trainer Karsten Busch (l.) und seine Mannschaft freuen sich auf das Pokalspiel gegen den TV Jahn Hiesfeld.

Foto: Lars Fröhlich

Trainer Karsten Busch (l.) und seine Mannschaft freuen sich auf das Pokalspiel gegen den TV Jahn Hiesfeld. Foto: Lars Fröhlich

Dinslaken.   Die Kreisliga-Handballer des VfB Lohberg spielen am Samstag in der dritten Runde des Kreispokals gegen den Verbandsligisten TV Jahn Hiesfeld.

Handball beim VfB Lohberg? Das gibt es? - Ja, und die Abteilung existiert nicht nur, sondern sie wächst. Als Handball noch nicht in der Halle, sondern auf dem Feld gespielt wurde, zählte auch der VfB Lohberg zu den Vereinen mit einer eigenen Abteilung. Die Veränderung zum Hallenhandball mitgemacht, existiert der Sport beim VfB Lohberg bis heute. Das Problem ist, nur die wenigsten wissen von der Existenz der Abteilung. Im Gespräch mit der NRZ erinnert sich Lohbergs Trainer Karsten Busch an eine Situation an der Dorotheen-Kampfbahn. „Wir als Handballmannschaft des VfB wollten die Bezirksliga-Fußballer unterstützen, und nach Absprache mit dem Verein gibt es eigentlich freien Eintritt für uns. Die Dame an der Kasse hat nur verstört gefragt: Wie, wir haben ne Handballabteilung?“

Zwischen 18 und 49 Jahre alt

Die Handballabteilung umfasst aktuell eine Herrenmannschaft mit 24 Spielern im Alter von 18 bis 49 Jahren um Trainer Karsten Busch und Abteilungsleiter Torsten Lipinski. Vor ein paar Jahren wäre der Lohberger Handball aber beinahe im Erdboden versunken. Anfang 2013 hatten große Teile der damaligen Mannschaft ihren Abschied verkündet, nur schlappe sechs Leute blieben über. Yannick Pieper, mittlerweile Kapitän beim VfB, informierte sich über die Situation und setzte einiges in Gang: „Wir haben damals in der A-Jugend beim TV Jahn Hiesfeld gespielt und wollten auch geschlossen in die Senioren gehen. Der Verein gestattete uns allerdings nicht, eine vierte Mannschaft aufzumachen, da sind wir alle nach Lohberg.“ Pieper kam also mit neun anderen im Schlepptau zum VfB.

Die jungen Wilden hauchten der Abteilung neues Leben ein und der Zuwachs an Spielern ist seitdem groß. Vor dieser Saison wechselten mit Jens Scholten und Tobias Neier zwei A-Jugendliche des MTV Rheinwacht Dinslaken zum VfB. „Wir sind ein großer Freundeskreis, der zusammen Handball spielt, bei uns steht der Spaß im Vordergrund. So etwas wie hier gibt es kein zweites Mal“, beschreibt der Kapitän die Mannschaft. Die Lohberger haben vor einigen Monaten auch einen internationalen Neuzugang erhalten. Mahdi Keshavarzi, ein Kriegsflüchtling aus dem Iran, kam vor acht Monaten nach Deutschland und hat bei den Handballern schnell Anschluss gefunden. Das ist auch für Trainer Karsten Busch sehr wichtig: „Mahdi ist bei uns vollkommen akzeptiert. Er hat hier sehr viel Spaß und wir sind froh, ihn zu haben.“

Das Team des VfB ist mittlerweile ein bunt gemischter Haufen aus gelernten Handballern und blutigen Anfängern. Für Trainer Karsten Busch hat genau das einen Reiz: „Ich habe auf der einen Seite Spieler, die eine gute handballerische Ausbildung genossen haben, und auf der anderen Seite Anfänger. Bei beiden macht es mir sehr viel Spaß, eine Entwicklung zu sehen.“ Bei der Frage, wer die Leistungsträger im Team sind, zögert Busch kurz, antwortete dann aber: „Ich tue mich schwer, einzelne Spieler herauszupicken, aber wir haben natürlich einige Jungs dabei, die schon ganz gut spielen.“ Zu den Leistungsträgern in seiner Mannschaft zählt Busch seinen Kapitän und Kreisläufer Yannick Pieper, Mittelmann Christian Schünemann, Rückraumspieler Fabian Enders und Abwehrchef Alexander Hosters. Für den Übungsleiter steht aber das Kollektiv im Vordergrund: „Wir sind wirklich ein eingeschworener Haufen, hier kämpft jeder für jeden, und das macht uns aus.“

In der Kreisliga belegen die Lohberger Handballer aktuell den vierten Platz, der Abstand zum Tabellenführer Blau-Weiß Dingden beträgt fünf Punkte, das ist für Busch aber vollkommen in Ordnung: „Wir sind letztes Jahr fast abgestiegen. Die Liga ist sehr ausgeglichen, wir haben in diesem Jahr aber auch einen Schritt nach vorne gemacht.“

Heute kommt es zum Highlight der laufenden Spielzeit für den VfB. Um 15.45 Uhr empfangen die Lohberger in der dritten Runde des Kreispokals die Verbandsliga-Handballer des TV Jahn Hiesfeld in der Douvermannhalle. Der Gewinner der Begegnung zieht ins „Final-Four“ ein. Busch sieht die Vorteile vor der Partie klar auf Seiten der Lohberger: „Für uns ist das Spiel ein Bonbon, denn wir haben drei Vorteile. Wir haben nichts zu verlieren, die Hiesfelder müssen ohne Harz spielen und wir haben die besten Fans im Rücken. Wir rechnen natürlich mit einer vollen Halle und wollen die Hiesfelder so lange wie möglich ärgern. “ Unterstützt werden die Handballer vom Fan-Club VfB Lohberg, der auch bei den Fußballern für Stimmung sorgt. Für Pieper hat das Duell neben der sportlichen auch eine private Ebene: „Viele von uns kommen aus Hiesfeld und wir kennen natürlich auch die meisten der Spieler da. Wir wollen auf jeden Fall Spaß haben.“

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