Frauenfußball

Jana Feldkamp aus Hünxe ist fit für die Saison mit Essen

 Jana Feldkamp (am Ball) in einem Test gegen Borussia Mönchengladbach.

Jana Feldkamp (am Ball) in einem Test gegen Borussia Mönchengladbach.

Foto: Foto: Michael Gohl / FUNKE Foto Services

Die Hünxerin Jana Feldkamp startet am Wochenende mit der SGS gegen Leverkusen. Die NRZ sprach vorher mit der Bundesliga-Fußballerin.

21 Jahre alt ist Jana Feldkamp im März geworden, doch bei den Bundesliga-Fußballerinnen der SGS Essen längst etabliert. Schließlich zählte die Hünxerin erst 16 Lenze, als sie ihr Debüt in der Eliteklasse feierte. Feldkamp hat sich in den vergangenen Jahren in Schönebeck zur absoluten Stammkraft gemausert. Auch altersmäßig ist die Studentin im Mannschaftskreis längst kein Küken mehr. „Als wir in der Vorbereitung einmal Jung gegen Alt gespielt haben, war ich tatsächlich bei den Älteren. Das war schon ziemlich erschreckend“, lacht Feldkamp. Vor dem Saisonstart am Sonntag um 14 Uhr gegen Bayer Leverkusen hat sich die NRZ-Sportredaktion mit der sympathischen Kickerin unterhalten.

Jana Feldkamp, am Wochenende geht’s wieder los. Wie ist denn die Vorbereitung gelaufen?

Für mich persönlich ist es sehr gut gelaufen. Ich habe keine einzige Einheit verpasst und fühle mich jetzt richtig fit. Für das Team war es nicht ganz so einfach, weil unsere Nationalspielerinnen wegen der WM erst später eingestiegen sind und auch Nicole Anyomi noch mit der U19-Nationalmannschaft unterwegs war. Trotzdem glaube ich schon, dass wir jetzt bereit sind.

Und die Vorfreude auf den Start ist da?

Na klar, die Vorbereitungsphase ist ja auch nicht unbedingt die angenehmste Zeit.

Markus Högner ist als Trainer nach Essen zurückgekehrt. Was hat er denn in den letzten Wochen anders gemacht als sein Vorgänger Daniel Kraus?

Unter Daniel waren wir auch sehr viel laufen. Jetzt machen wir viel mehr über spielspezifische Übungsformen. Mit dem Ball merkst du die Anstrengung natürlich nicht so, weil es mehr Spaß macht. Aber nach dem Training ist man trotzdem richtig kaputt.

Sie sind jetzt schon ein paar Jährchen dabei. Welchen Anspruch stellen Sie in der kommenden Saison an sich selbst?

Mein Anspruch ist es schon, immer mehr in eine Führungsrolle hineinzuwachsen. Ich war ja auch in der letzten Saison schon im Mannschaftsrat vertreten und bin es auch diesmal wieder. Auf dem Spielfeld hat man im zentralen Mittelfeld natürlich auch eine ganz wichtige Position auszufüllen.

Apropos, Sie spielen sehr gerne auf der „Sechs“ vor der Abwehr. Hat sich schon herauskristallisiert, ob Sie dort auch weiter zum Einsatz kommen?

Unter Markus Högner habe ich auch schon im linken Mittelfeld gespielt. In der Vorbereitung hat er mich dann mal links hinten ausprobiert. Für den Saisonstart sieht es nach Innenverteidigung aus. Mir macht das aber überhaupt nichts aus. Ich spiele überall gerne.

Mit Linda Dallmann, die ja ebenfalls aus Hünxe kommt und zu den Bayern gewechselt ist, hat Essen eine wichtige Spielerin verloren. Welche Rolle kann denn die SGS in der neuen Saison spielen?

Wir haben mit Elisa Senß, die vom SV Meppen gekommen ist, und Maria Cristina Lange vom VfL Wolfsburg II auch Neuzugänge bekommen, die in der Vorbereitung schon gezeigt haben, dass sie uns weiterhelfen können. Beide haben sich echt gut präsentiert. In diesem Sommer hat es in der Bundesliga wirklich sehr viele Wechsel gegeben. Wir dagegen sind fast komplett zusammengeblieben. Ich glaube deshalb schon, dass die Eingespieltheit unser Vorteil sein kann. Andererseits sind wir natürlich immer noch eine sehr junge Mannschaft. Wir tun sicher gut daran, nicht gleich die Champions League als Ziel auszugeben, sondern einfach von Spiel zu Spiel zu denken.

Anderes Thema: In der Nationalmannschaft soll nach dem WM-Aus ein Umbruch eingeleitet werden. Rechnen Sie sich Chancen aus?

Das kann ich ehrlich gesagt überhaupt nicht einschätzen. Deshalb konzentriere ich mich jetzt auch einzig und allein darauf, im Vereine meine Leistung zu bringen. Wenn dann mal tatsächlich der Anruf käme, würde ich mich natürlich wahnsinnig freuen. Andernfalls wäre ich wohl auch völlig fehl am Platz.

Im Frühjahr hatten Sie Angebote von anderen Clubs, unter anderem vom SC Freiburg, haben dann aber zügig in Essen verlängert. Haben Sie den Schritt bisher schon ein einmal bereut?

Nein, wenn man solch eine Entscheidung getroffen hat, dann sollte man auch tausendprozentig dazu stehen. Das tue ich.

Aber über einen Wechsel nachgedacht haben Sie damals schon?

Ja, es hätte mich schon auch gereizt, mal etwas Neues auszuprobieren. Am Ende habe ich mich aber für das gewohnte Umfeld in Essen und die Familie entschieden. Jetzt will ich auch erst einmal mein Studium zu Ende machen.

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