Handball

Karl-Heinz Schmitz: Ein Leben für den Handballsport

Karl-Heinz Schmitz präsentiert die DHB-Urkunde zur Silbernen Ehrennadel.

Karl-Heinz Schmitz präsentiert die DHB-Urkunde zur Silbernen Ehrennadel.

Foto: Heiko Kempken / Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Der Dinslakener Karl-Heinz Schmitz hat in über 70 Jahren Handball viel erlebt und erreicht - als Spieler und als Schiedsrichter.

Ganze 72 Jahre ist es her, da heuerte der damals zwölfjährige Karl-Heinz Schmitz bei den Handballern des MTV Rheinwacht Dinslaken an. Handball war zu dieser Zeit noch kein Hallensport und wurde auf dem Großfeld, meist auf Rasen, ausgetragen. Schmitz entpuppte sich schnell als Talent und schaffte zehn Jahre später den Aufstieg in die Oberliga, die höchste Spielklasse zu diesem Zeitpunkt.

Einige Jahre später wurde er Schiedsrichter und übte diese Tätigkeit noch bis ins Jahr 2013 aus. Nach der Jahrelangen aktiven Zeit engagiert er sich aber weiter für Schiedsrichterehrungen.

Sein Jahrzehntelanges Engagement ist nicht verborgen geblieben. So stellte der Vorsitzende des Handball-Verbandes Niederrhein, Ernst Wittgens, einen Antrag auf eine besondere Auszeichnung beim DHB. Die Verantwortlichen überlegten nicht lange und überreichten Schmitz im März die Silberne Ehrennadel des DHB.

Wechsel zum TV Jahn Hiesfeld mit fadem Beigeschmack

Die Urkunde prangt seitdem in der Küche von Schmitz’ Wohnung mitten in Hiesfeld. Der Stadtteil Hiesfeld spielt auch in seiner sportlichen Laufbahn eine große Rolle. Denn nach seinen erfolgreichen Jahren beim MTV wollte Schmitz 1958 zum TV Jahn Hiesfeld wechseln. An seinen Eintrittstag in den Verein erinnert er sich ganz genau: „Das war der 4. April 1958. Der Vorsitzende Hugo Eickhoff fragte in die Runde, ob man einen Karl-Heinz aus Dinslaken denn überhaupt in Hiesfeld aufnehmen könne, aber ich kannte die Jungs alle schon vorher, wir haben oft gegeneinander gespielt. Die haben alle für mich auf den Tisch geklopft.“

Wie groß die Feindschaft zwischen den beiden Vereinen zu dieser Zeit war, belegt Schmitz mit einem Zeitungsausschnitt. Die Überschrift lautet „Wechsel nach Hiesfeld war fast Hochverrat“.

Der TV Jahn kann den Leuten, die Karl-Heinz Schmitz aufgenommen haben, eigentlich heute noch danken. Denn Schmitz leistete den Hiesfeldern bis ins hohe Alter ehrenvolle Dienste.

Rückenverletzung bedeutet das frühe Karriereende

Vielen jüngeren Spielern ist er heute noch gut als Schiedsrichter bekannt, aber wie ist Karl-Heinz Schmitz eigentlich Schiedsrichter geworden? „Ich habe mir eine schwere Verletzung am Rücken zugezogen und konnte nicht mehr spielen. Bei einem Freundschaftsspiel des TV Jahn fehlte dann ein Schiedsrichter und ich wurde gefragt. Nach dem Spiel haben sie gesagt, sie hätten noch nie so einen guten gehabt. Daraufhin habe ich dann meine Laufbahn als Schiedsrichter begonnen.“

Im Jahr 1961 griff Schmitz also erstmals zur Pfeife und hatte eine lange Karriere vor sich. 26 Jahre später wurde er Schiedsrichterbeobachter beim HVN, aber auch das war noch nicht das Ende der Fahnenstange. Er pfiff unter anderem die Studenten-Nationalmannschaft, war bei zahlreichen Turnieren, teilweise sogar beim Fußball, als Unparteiischer mit dabei. Bei zwei Länderspielen von Nationalmannschaften saß Schmitz gemeinsam mit Ernst Neumann am Kampfgericht. „Das war die CSSR gegen Jugoslawien und Deutschland gegen Dänemark, beide Spiele in Wesel“, erinnert sich der 84-Jährige.

Auch nach 50 Jahren an der Pfeife kein Schlusspfiff zu hören

Nachdem Schmitz zunächst mit seinem Bruder Paul oder wenige Jahre mit seiner ältesten Tochter ein Schiedsrichtergespannt bildete, so hatte er in Dieter Stender seinen echten Partner einige Zeit später gefunden. „Dieter und ich haben 30 Jahre zusammen gepfiffen, das ist schon eine lange Zeit.“

Nachdem der DHB-Ausgezeichnete im Jahre 2011 nach 50 Jahren seine Pfeife an den Nagel hängen wollte, machte er noch zwei Jahre an der Seite von Fritz Wübbels weiter, ehe er dann wirklich aufhörte. Seine Verbundenheit zum Handballsport, speziell innerhalb von Dinslaken, ist bis heute nicht verflogen. Egal ob beim MTV Rheinwacht Dinslaken oder dem TV Jahn Hiesfeld, Karl-Heinz Schmitz ist in den örtlichen Sporthallen immer anzutreffen.

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