Fußball-Landesliga

Nur Kolberg ärgerte sich im Hiesfelder Jubel

Jubel über die 1:0-Führung: Torschütze Kevin Menke (2.v.r.) und der TV Jahn Hiesfeld haben die Tabellenspitze in der Fußball-Landesliga zurückerobert.

Jubel über die 1:0-Führung: Torschütze Kevin Menke (2.v.r.) und der TV Jahn Hiesfeld haben die Tabellenspitze in der Fußball-Landesliga zurückerobert.

Foto: Jochen Emde / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Kevin Kolberg ärgerte sich nach dem Abpfiff trotz des 3:2-Sieges des TV Jahn Hiesfeld in der Fußball-Landesliga gegen den SV Burgaltendorf.

Der vermeintliche Sünder machte sich erst gar keine Mühe, im allgemeinen Jubel seine schlechte Laune zu verbergen. Zu sehr wurmte ihn die Szene aus der 58. Minute. Innerhalb weniger Sekunden hatte sich Kevin Kolberg am Samstagnachmittag zweimal mit Khaled El-Rifai angelegt, und der Schiedsrichter reagierte erst mit der gelben, dann mit der gelb-roten Karte. Kolberg, diesmal Kapitän des Fußball-Landesligisten TV Jahn Hiesfeld, musste fortan die Partie gegen den SV Burgaltendorf beim Stand von 2:1 von draußen anschauen. In Unterzahl bauten seine Mitspieler trotzdem danach den Vorsprung sogar vorübergehend aus und übernahmen mit einem 3:2 (2:0)-Sieg wieder die Tabellenspitze.

Seinen Platzverweis wollte Kolberg dennoch nicht einfach unkommentiert hinnehmen. „Ich habe gar nichts gemacht“, schimpfte der Innenverteidiger. „Ich habe den Schiedsrichter erst gefragt, warum er in einer Situation gegen uns pfeift, aber vorher keinen Elfmeter für uns. Und als er mir Gelb gezeigt hat, hab ich gefragt wofür. Ich bin ja Kapitän, ich hab die Binde. Ich darf was sagen.“ Der Unparteiische sah das anders und schickte „Kolle“ runter.

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Es blieb nicht die einzige Situation, die für Kopfschütteln sorgte. In einer umkämpften, aber keineswegs unfairen Partie zückte El-Rifai außer der gelb-roten noch insgesamt zehnmal die gelbe Karte; sechsmal traf es Hiesfelder Akteure. Für Pascal Spors, der wegen Danilo Curabas Kreuzbandriss aus dem Angriff auf die rechte Verteidigerposition wechselte, war es die fünfte Verwarnung in der laufenden Saison, so dass Trainer Marcus Behnert in der kommenden Woche ein neues Puzzle lösen muss: Im Topspiel beim VfB Frohnhausen fehlen zwei Stützen der Defensive.

Es spricht für den TV Jahn, dass das Team weiterhin bei Rückschlägen im Spiel seine Stabilität behält. Nachdem Gino Mastrolonardo, Dalibor Gataric und Kevin Menke in der ersten halben Stunde Gelegenheiten zur Führung vergeben hatten, schlugen Menke (41.) und Mastrolonardo (43.) kurz vor dem Halbzeitpfiff doppelt zu. Beim 2:1 nach 55 Minuten erwischte Torschütze Maurice Gräler neben dem Ball auch Hiesfelds Torwart Marian Ograjensek, der verletzt liegen blieb, aber nach kurzer Behandlung weitermachen konnte, und drei Minuten später flog Kevin Kolberg. „Die Mannschaft ist mit der Verunsicherung gut umgegangen“, lobte Trainer Behnert.

Menke macht den Unterschied

Und sie hat einen Kevin Menke, der den Unterschied machen kann: Eine Viertelstunde vor Schluss, als die Gäste auf den Ausgleich drängten, düpierte der Stürmer auf engstem Raum im gegnerischen Strafraum Verteidiger Fabian Graf und Torwart Jan Unger, um zum erlösenden 3:1 einzuschieben. Der erneute Anschlusstreffer durch Kreshnik Vladi (88.) brachte noch ein paar Zittermomente, letztlich geriet der Erfolg und die Rückkehr an die Tabellenspitze aber nicht mehr ernsthaft in Gefahr. Den Platz gaben die „Veilchen“ auch nicht mehr ab, da der bisherige Erste VfB Frohnhausen beim FC Remscheid unentschieden spielte. Am nächsten Wochenende treffen sich beide Rivalen in Essen.

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