Hockey

Olympia-Absage trifft Dinslakener Hockeyspielerinnen hart

Die Dinslakener Torfrau Nathalie Kubalski spielt in der Bundesliga für den Düsseldorfer HC

Die Dinslakener Torfrau Nathalie Kubalski spielt in der Bundesliga für den Düsseldorfer HC

Foto: Foto: HORSTMUELLER

Dinslaken.  Nathalie Kubalski und Maike Schaunig haben viel investiert und müssen nach der Absage von Tokio 2020 für ein weiteres Jahr viel zurückstellen.

Es ist „nur“ Sport. „Und man muss sich auch ehrlich eingestehen, dass wir im Moment wirklich größere Probleme haben als die Olympischen Spiele“, sagt Nathalie Kubalski. Die Absage des weltgrößten Sportereignisses, das nun ein Jahr später stattfinden soll, hat die Dinslakener Hockey-Nationalspielerin dennoch hart getroffen. Fast vier Jahre lang hat die Torhüterin des Düsseldorfer HC ihr Leben auf Tokio 2020 ausgerichtet. Die Zeit, in der Beruf und Privatleben zurückstecken müssen, wird durch die Verschiebung noch weiter verlängert. Denn eins ist für die 26-Jährige klar: Sie will auch im übernächsten Sommer unbedingt dabei sein.

Nathalie Kubalski hält sich mit Krafttraining und Läufen fit

„Wenn die Spiele jetzt komplett ausgefallen wären, hätte ich schon überlegen müssen, ob ich das noch einmal vier Jahre auf mich nehme. Aber so will ich mir die Chance auf gar keinen Fall entgehen lassen“, sagt Kubalski, die sich momentan mit Krafttraining in den eigenen vier Wänden und täglichen Läufen fit hält. „Das Schlimmste für mich ist, dass man momentan einfach nicht sagen kann, wann es wirklich weiter geht“, findet die Dinslakenerin.

Es ist nur eine von vielen Fragen, die sich Nathalie Kubalski aktuell stellen muss. Eigentlich wollte die Studentin im September ins Berufsleben einsteigen. Doch ob sich das, selbst mit einer halben Stelle, mit der Olympiavorbereitung und den internationalen Spielen der Pro League vereinbaren ließe, ist sehr unsicher: „Ich weiß nicht, ob man da einen Arbeitgeber finden kann, mit dem sich eine dazu passende Regelung treffen lässt“, fragt sich die Dinslakenerin. Ein wenig Sicherheit hat sie zumindest in finanzieller Hinsicht schon bekommen. Die Sporthilfe hat ganz schnell signalisiert, die Athleten für ein weiteres Jahr unterstützen zu wollen.

Maike Schaunig, ihre Dinslakener Nationalmannschaftskollegin, die wie Kubalski beim TV Jahn Hiesfeld erstmals zum Schläger griff, ist „irgendwie zwiegespalten. Auf der einen Seite ist es die richtige Entscheidung, weil die Gesundheit vorgeht, auf der anderen Seite haben wir uns vier Jahre darauf vorbereitet und uns je näher die Spiele kamen immer mehr darauf gefreut, die Chance nutzen zu können. Einige von uns haben sich extra Urlaubssemester genommen, man hat über all die Jahre sehr, sehr viel investiert. Auch privat viel zurückgesteckt, um egal ob im Verein oder mit der Nationalmannschaft immer zu trainieren.“ Deshalb sei das Gefühl momentan noch nicht so schön.

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