KOMMENTAR

Rauswurf in Hiesfeld per Whatsapp? Eine Frage des Stils

Sportredakteur Gerard Dombrowski kommentiert den Trainer-Rausschmiss beim TV Jahn Hiesfeld.

Sportredakteur Gerard Dombrowski kommentiert den Trainer-Rausschmiss beim TV Jahn Hiesfeld.

Foto: Jochen Emde/Funke Foto Services

Das Hickhack um Drotboom, der Umgang mit Ott - und jetzt der Schmiss per Handy. Entscheidungen bei Jahn Hiesfeld lassen zunehmend Fragen offen.

Für Überraschungen war der Präsident des TV Jahn Hiesfeld in der jüngeren Vergangenheit schon des öfteren gut. Kurz nachdem Dietrich Hülsemann vor knapp vier Jahren durch Harald Planks Rückzug als Manager die Geschicke der Fußball-Abteilung maßgeblich mit übernommen hatte, heuerte er Georg Mewes an, der in Personalunion Trainer und Sportlicher Leiter wurde. Das Projekt scheiterte nach wenigen Monaten krachend.

Zcik-Zack-Kurs wirkte sich in dieser Saison aus

Später erklärte der Vereinschef, der dem Vernehmen nach einen beträchtlichen Teil des Fußball-Etats aus eigener Tasche deckt, er werde sein finanzielles Engagement deutlich herunterfahren, ruderte kurzzeitig zurück, nahm Spieler unter Vertrag – und ordnete erneut einen Sparkurs an. Immer wieder mussten sich Fußballer und sportlich Verantwortliche vor dem Hintergrund einer Nachforderung der Finanzbehörden in Höhe von angeblich fast einer Viertelmillion Euro (gegen die der Verein Beschwerde eingelegt hat) auf neue Bedingungen einstellen. Dass die sportliche Bilanz angesichts des Zick-Zack-Kurses hinter den Kulissen erst in dieser Saison steil nach unten führte, ist das eigentliche Wunder.

Wer Verantwortung trägt, muss Entscheidungen treffen

Es stimmt ja: Wer Verantwortung trägt, muss Entscheidungen fällen, wenn er von ihrer Notwendigkeit überzeugt ist. In Hiesfeld ließen die

Entscheidungen jedoch oft Fragen offen, nicht erst in der jüngsten Zeit, aber zunehmend. Das Hickhack um Thomas Drotboom zum Beispiel, der erst nicht über den Sommer hinaus weitermachen sollte, dann kurzfristig gehen wollte, aber nicht durfte, wieder ein Angebot erhielt, länger zu bleiben, und jetzt doch zum Saisonende seinen Posten räumen muss. Der Umgang mit Abteilungsleiter Gerd Ott, der im Streit über die Causa Drotboom entnervt das Handtuch warf. Oder das Verhalten gegenüber dem designierten Trainer-Duo Markus Kay und Kevin Corvers, die sich auf eine Zusage verließen und am Sonntag wie Drotboom nicht einmal persönlich erfuhren, dass diese Zusage nichts wert war. Sondern mit einer Gruppen-Nachricht aufs Handy.

Stilvoller geht es wohl nicht.

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