Handball

Rheinwacht Dinslaken erwartet TV Plochingen mit Daniel Brack

Trainer Daniel Brack ist ein gewichtiger Faktor beim TV Plochingen.   

Trainer Daniel Brack ist ein gewichtiger Faktor beim TV Plochingen.   

Foto: Herbert Rudel

Der Dinslakener Relegionsgegner zur 3. Handball-Liga, der TV Plochingen, wird vom früheren Bundesliga-Spieler Daniel Brack betreut.

Am Tag vor einem Spiel anreisen, übernachten, sich im Mannschaftskreis intensiv auf die Herausforderung einstimmen: Das alles erinnert Daniel Brack, den Cheftrainer des Dinslakener Handball-Relegationsgegners TV Plochingen, an seine Zeit in der Handball-Bundesliga. Brack war damals für Großwallstadt, die Füchse Berlin, für Balingen, Hannover-Burgdorf und für die HSG Düsseldorf unterwegs.

„Meine Jungs kennen eine solche Vorbereitung mit einer langen Anreise nicht. Das könnte auch ein Faktor für die Relegation sein“, sagt Brack im Gespräch mit der NRZ. Am Samstag (14 Uhr, Douvermannhalle) wird der MTV Rheinwacht mindestens auf einen ausgeschlafenen Gegner treffen. Die Truppe aus dem Landkreis Esslingen nahe Stuttgart nächtigt ausgerechnet in der Stadt des ärgsten MTV-Saisongegners – in Ratingen, nahe des Düsseldorfer Flughafens.

China-Böller im Abfalleimer

Das heißt: genügend Abstand zum Ort des Geschehens. Trainer Brack (38) ist nicht nur ein erfahrener Organisator. Er bringt auch eine ganze Menge Handball-Know-how mit. Papa Rolf Brack (65) hat bis vergangenes Jahr in der Bundesliga gearbeitet und ist natürlich Vorbild und Beeinflusser. Vor seinem Engagement bei Frisch Auf Göppingen war Rolf Brack knapp drei Jahre Schweizer Nationaltrainer.

Sportwissenschaftler Brack, der an der Universität in Stuttgart beschäftigt ist, eilt auch der Ruf voraus, durchaus mit besonderen Mitteln seine Mannschaften zu kitzeln. Hartnäckig hält sich das Gerücht, Brack habe nach einer schwachen ersten Halbzeit für seine Truppe schon mal einen China-Böller im Abfalleimer der Umkleide krachen lassen – um alle aufzuwecken.

Sohnemann Daniel Brack stützt sich da eher auf seine Sportkompetenz. Und dies seit sechs Jahren für Plochingen. Der TV glänzt mit schnellen Gegenstößen und einer sattelfesten Abwehr. Im Angriff ragen Spielmacher und Torjäger Lukas Fischer, der vom insolventen Erstligisten TV Neuhausen geholt worden war, sowie der große Rückraumwerfer Dominik Eisele (ehemals für Pfullingen und Neuhausen in der Bundesliga aktiv) heraus.

Nach einer 28 Spiele langen Oberliga-Saison dürfte das Treffen mit Dinslaken „auch eine Frage der Kraft“ werden, wie Trainer Brack vermutet. „Wir werden uns auf einen organisierten Gegner und ein euphorisches Publikum in einer engen Halle einstellen müssen. Gerade letzteres ist meine Mannschaft nicht unbedingt gewohnt“, betont Brack.

Gleichwohl könnten zum Rückspiel am 18. Mai in der Schafhausäckerhalle in Plochingen mit Zusatztribünen gleich 800 Zuschauer einen Platz finden. Es könnte für Brack die Abschiedsvorstellung sein – sollten seine Mannen gegen Rheinwacht gewinnen.

Der ehemalige Bundesligaspieler hatte schon im November beim VfL Pfullingen zugesagt. Der frühere Erstligist spielt aktuell im Mittelfeld der 3. Liga Süd und könnte im Aufstiegsfalle der Plochinger in der neuen Saison ein Aufeinandertreffen der Vereine bescheren.

Seine frühe Wechselentscheidung bereut Brack nicht: „Pfullingen ist eine attraktive Alternative. Mein Vater hat immer gesagt: Man soll gehen, wenn es am schönsten ist. Das wäre natürlich für mich ein Plochinger Aufstieg.“ Der MTV Rheinwacht will in zwei Duellen genau dies verhindern.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben