Fußball

Stimmen aus Dinslaken und Voerde zur vorzeitigen Winterpause

„Das war endlich mal eine vernünftige Entscheidung vom Verband“, zeigt sich Ugur Deniz Aydin, Trainer des A-Ligisten RWS Lohberg, erleichtert über die Entscheidung des Fußballverbands Niederrhein.

„Das war endlich mal eine vernünftige Entscheidung vom Verband“, zeigt sich Ugur Deniz Aydin, Trainer des A-Ligisten RWS Lohberg, erleichtert über die Entscheidung des Fußballverbands Niederrhein.

Foto: Gerd Hermann / FUNKE Foto Services

Am Niederrhein.  Für die Aussetzung des Spielbetriebs am Niederrhein bis in den Januar haben Fußballer aus Dinslaken und Voerde Verständnis, aber auch Sorgen.

Jetzt ist es offiziell: Der Fußballverband Niederrhein unterbricht die Saison und verlängert die Aussetzung des Spielbetriebs, die bislang bis zum 30. November vorgesehen war, bis Mitte Januar 2021. Dies betrifft Meisterschafts- wie Pokalspiele im Herren-, Frauen- und Jugendfußball sowie im Futsal. Die Entscheidung trafen das FVN-Präsidium, die Vorsitzenden der 13 Fußballkreise sowie die Vertreter des Verbandsfußballausschusses und des Verbandsjugendausschusses in einer Videokonferenz am Donnerstagabend.

Zuvor hatten die spielleitenden Stellen unter der Leitung von Wolfgang Jades (VFA) und Michael Kurtz (VJA) Vorschläge zur weiteren Vorgehensweise erarbeitet. Grund für die Saisonunterbrechung sind die aktuellen Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie sowie die Verordnungen und Maßnahmen der Bundesregierung und der NRW-Landesregierung.

Planungssicherheit für die Vereine

„Wir haben den berechtigten Wunsch der Vereine wahrgenommen, gerade für die Zeit über Weihnachten und Neujahr eine Planungssicherheit für den Spielbetrieb zu bekommen“, sagt FVN-Präsident Peter Frymuth. „Während die Öffnung für den Trainingsbetrieb, die wir alle natürlich auch baldmöglichst erhoffen, von den Vereinen schneller umgesetzt werden kann, bedarf der Start in die Meisterschafts- und Pokalspiele eines sportlichen und organisatorischen Vorlaufs.“

Vorausgesetzt, dass die behördliche Verfügungslage einen Spielbetrieb im Amateurfußball ermöglicht, ist der Wiederbeginn frühestens zwei Wochen nach der Öffnung der Sportanlagen für Trainings- und Spielbetrieb vorgesehen. Der Pflichtspielbetrieb startet frühestens am Wochenende 23./24. Januar 2021. Die seit November abgesetzten Spieltage werden bei den Senioren ab dem 23./24. Januar chronologisch angesetzt. Im Jugendfußball bleiben die zu Saisonbeginn vorgenommenen Ansetzungen der Hinrunden-Spieltage ab 23./24. Januar wie vorgesehen bestehen. Im Anschluss daran werden die abgesetzten Hinrunden-Spieltage von Oktober bis Dezember nachgeholt, bevor die Rückrunde gestartet wird. Genauere Informationen zu den Planungen der Ansetzungen werden je nach Verfügungslage der Behörden Mitte Dezember bekannt gegeben.

TV Jahn Hiesfeld: Sehr viele Fragezeichen

Überrascht ist Gerd Ott, Sportlicher Leiter beim Oberligisten TV Jahn Hiesfeld, nicht über die jüngste Mitteilung des Verbandes. Andere Verbände hätten schon vorher entschieden und daher wäre diese Lösung die einzig logische Konsequenz gewesen, merkt Ott an. Dennoch sieht der Sportliche Leiter das Geschehen rund um die Oberliga kritisch: „Es gibt noch sehr viele Fragezeichen, denn eine reguläre Saison mit Hin- und Rückrunde werden wir nicht spielen können.“ In diesem Kontext merkt Ott auch an, dass die englischen Wochen auf Dauer problematisch sein würden: „Unsere Spieler gehen alle noch ihrer Arbeit nach, das ist unheimlich schwierig und anstrengend, wenn du dann am Mittwochabend noch ins Bergische Land fahren musst, um da zu spielen.“ Einen positiven Punkt kann Ott der Zwangspause aber auch abgewinnen: „Vielleicht schaffen wir es dadurch, dass alle Verletzten sich wieder erholen und wir in Bestbesetzung wieder starten können. Sollte aber die Vorbereitung auf die ersten Wettkämpfe nicht gewährleistet sein und wir gleich wieder mit englischen Wochen starten, dann haben wir ruckzuck wieder zehn Verletzte.“

SV 08/29 Friedrichsfeld: Die Gesundheit geht vor

„Es ist ganz klar, dass die Gesundheit immer vorgeht“, findet Dirk Lotz, Trainer des Bezirksligisten SV 08/29 Friedrichsfeld. Der Übungsleiter sieht den Verlauf der Saison aber sehr kritisch: „Von Kontinuität kann man nicht sprechen. Anfangen, aufhören, anfangen und immer so weiter. Man bekommt keinen Rhythmus, und den Jungs wird da auch irgendwo der Spaß genommen.“ Der Friedrichsfelder Coach sieht auch seinen Teil der Arbeit als schwierig an: „Ich muss die Jungs ja auch irgendwie bei Laune halten. Aber am Ende können wir ohnehin nichts machen, außer abzuwarten. Gesundheit geht vor und wir müssen uns dem fügen, was die Regierung entscheidet.“

SuS 09 Dinslaken: Ende nach der Hinrunde?

„Ich denke, die Pause wird nicht nur bis Mitte Januar anhalten, sondern eher Richtung März“, sagt Julian Schubert, Trainer des SuS 09 Dinslaken. „Warten wir mal ab, wie sich die Infektionszahlen entwickeln und wie lange das dauert, ehe die sich einpendeln. Vorher ist an Fußball nicht zu denken.“ Auch zu einem möglichen Ende der Saison hat Schubert sich Gedanken gemacht: „Entweder ist nach der Hinrunde Ende oder die Saison wird bis in den späten Sommer durchgezogen. Als dritte Möglichkeit sehe ich noch einen direkten Abbruch der Saison. Es wird wie schon in der vergangenen Saison nicht die eine richtige Lösung geben, nur eine, mit der die meisten gut leben können.“

SV Spellen: Feldkamp hat Plan A und Plan B

Trainer André Feldkamp hatte die längere Pause bereits beim letzten Pflichtspiel seines A-Kreisligisten SV Spellen am 29. Oktober in Suderwick geahnt. „Ich habe den Jungs gesagt, dass das unser letztes Spiel in diesem Jahr sein wird.“ Bedenken hat Feldkamp bei der Entscheidung des Verbandes zunächst keine. Er betont, der Verband habe richtig gehandelt und den Spielbetrieb zurecht für eine gewisse Zeit ausgesetzt. Gespannt blickt Feldkamp aber auf einen möglichen Wiederbeginn im Januar: „Wir brauchen da erstmal mindestens drei Wochen Vorbereitungszeit nach der langen Pause, und wir müssen ohnehin erstmal abwarten, ob es bei Januar bleibt oder sich nicht noch weiter nach hinten verschiebt.“ Um eine Wertung zu erzielen, müssen mindestens 50 Prozent der Spiele absolviert sein. Die Hinrunde könnte also auch ohne die geplante Aufstiegsrunde für eine Wertung reichen. „Plan A war es, in die Aufstiegsrunde zu kommen, Plan B ist es, die Hinrunde als Tabellenführer abzuschließen“, merkt Feldkamp mit einem Augenzwinkern an.

RWS Lohberg: Vernünftige Entscheidung

„Das war endlich mal eine vernünftige Entscheidung vom Verband“, zeigt sich Ugur Deniz Aydin, Trainer des A-Ligisten RWS Lohberg, erleichtert und merkt an: „Dass der Verband jetzt den Wiederbeginn für Mitte Januar angibt. ist ganz normal. Die wollen ja auch schauen, dass die ihre Saison zu Ende gespielt bekommen. Aber am Ende hängt alles von der Regierung ab, und ich persönlich glaube da nicht an einen Start im Januar.“ Nichtsdestotrotz hat Aydin sich schon Gedanken gemacht und den Trainingsbeginn auf den 3. Januar festgelegt. „Das ist“, erklärt der Übungsleiter, „jetzt erstmal der Plan, und dieser wird dann natürlich auch nach hinten verschoben, wenn nötig. Darüber hinaus wollen wir natürlich auch Testspiele bestreiten, bevor es wieder losgeht, aber das wird alles nicht so einfach. Ich bin in jedem Fall froh, wenn die Saison so schnell wie möglich vorbei ist.“

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