Fußball-Oberliga

TV Jahn Hiesfeld haderte mit sich und dem Schiedsrichter

Hiesfelds Angreifer Kevin Menke kommt in dieser Szene gegen Düsseldorfs Torwart Thorsten Pyka einen Moment zu spät.

Hiesfelds Angreifer Kevin Menke kommt in dieser Szene gegen Düsseldorfs Torwart Thorsten Pyka einen Moment zu spät.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Die Oberliga-Fußballer des TV Jahn Hiesfeld haderten nach der 1:2-Niederlage gegen den SC Düsseldorf-West mit sich selbst und den Unparteiischen.

Über einen Punkt gab es unter Spielern, Trainern und Funktionären nach dem Abpfiff keine zwei Meinungen: Die erste Niederlage des Fußball-Oberligisten TV Jahn Hiesfeld auf eigenem Platz nach mehr als einem Jahr war vermeidbar. 1:2 (0:1) verloren die „Veilchen“ am Samstag gegen den Mitaufsteiger SC Düsseldorf-West. „Überflüssig wie ein Kropf“, ärgerte sich Gerd Ott, der Sportliche Leiter. In der Analyse fanden die Verantwortlichen schnell Gründe. Und davon gab es diverse.

Zum Beispiel fatale Nachlässigkeiten. „Wir haben den Düsseldorfern zwei Tore geschenkt“, ärgerte sich Innenverteidiger Kevin Kolberg hinterher. „Beim ersten machen wir einen Fehler im Spielaufbau, beim zweiten sprechen wir in der Abwehr nicht miteinander.“ Trainer Marcus Behnert sah in seinem Team grundsätzlich auch die deutlich bessere Mannschaft: Dass wir als Verlierer vom Platz gehen, ist in meinen Augen nicht verdient. Aber wenn du die individuellen Fehler machst, brauchst du dich nicht zu wundern.“ In der 27. Minute nutzten die Gäste ihre Chance zum 0:1 durch Daud Gergery, nach Nikolai Pakowskis Ausgleich per Freistoß (52.) versetzte Takuya Kitamura in der Hiesfelder Schlussoffensive im Anschluss an einen Konter über die linke Abwehrseite dem TV Jahn freistehend den K.o. (85.).

Ott kritisiert, Behnert lobt

Vielleicht war aber auch zu hohes Risiko im Spiel. „Ich verstehe nicht, warum wir nach dem Ausgleich so offen spielen“, kritisierte Gerd Ott. „Wir wussten von Anfang an, dass wir in der Oberliga nur um den Klassenerhalt spielen. Da muss man in so einem Spiel auch mal mit einem Punkt zufrieden sein.“ Marcus Behnert fand hingegen, seine Elf habe „richtig Gas gegeben, auf die Leistung können wir aufbauen. Jeder hat gesehen, dass in der zweiten Halbzeit nur eine Mannschaft gespielt hat.“

Einen Anteil am Ergebnis hatte auf jeden Fall das Schiedsrichtergespann unter Leitung von Jan Oberdörster. In entscheidenden Situationen lagen die Unparteiischen nämlich mit ihren Entscheidungen daneben. Das 0:1 fiel aus stark abseitsverdächtiger Position, Gerd Ott wollte den Schützen Gergery sogar „mindestens zwei Meter“ in der verbotenen Zone gesehen haben. Auf der anderen Seite pfiff Oberdörster nach Signal seines Assistenten Sekunden vor der Pause den Ausgleich wegen einer angeblichen Abseitsstellung zurück. Als Pascal Spors im Anschluss an einen Eckstoß per Fallrückzieher kurz vor der Torlinie traf, war der Ball aber zuvor deutlich von einem Düsseldorfer Spieler in Richtung eigenes Tor und zum Hiesfelder Verteidiger geprallt. „Da sind wir betrogen worden“, wählte Trainer Behnert hinterher deutliche Worte, Gerd Ott drückte seine Einschätzung etwas vornehmer aus: „Die Leistung des Schiedsrichtergespanns war wie die Schalker am Freitagabend bei den Bayern – nicht besonders gut.“ Das war wohl die Untertreibung des Tages.

Fakt bleibt aber auch, dass Feldüberlegenheit allein kein Garant für Tore ist. „Die Mannschaft hat das bisher beste Spiel gemacht, inklusive Vorbereitung“, resümierte Marcus Behnert. Letztlich fehlte dem TV Jahn, bei dem Kapitän Kevin Krystofiak erstmals nach seiner Verletzung wieder in der Startelf stand, ein wenig Schussglück, aber bisweilen auch die letzte Konsequenz und Effektivität. Sonst wäre eine der wenigen Chancen durch Nikolai Pakowski (44.) oder Kevin Kolberg (60.) vielleicht nicht bei Torwart Thorsten Pyka, sondern im Tor gelandet. Und dann hätte niemand im Hiesfelder Lager mehr hadern müssen mit Nachlässigkeiten, zuviel Risiko oder den Unparteiischen.

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