Aufstiegsspiel

TV Voerde nach 2:0-Führung von Duisburg 08 kalt erwischt

Der TV Voerde am Boden: Nach dem Abpfiff wollte sich Frederic Lüger (r.) am liebsten im Rasen vergraben.

Der TV Voerde am Boden: Nach dem Abpfiff wollte sich Frederic Lüger (r.) am liebsten im Rasen vergraben.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Voerde.   Fußball-A-Kreisligist TV Voerde führte im Aufstiegsspiel zur Bezirksliga schon 2:0 gegen Duisburg 08 und gab die Partie dann doch noch ab.

Der Weg führte Jörg Lieg einmal quer über eine Spielhälfte. Langsam ging der Trainer von einem in sich zusammengesunkenen Spieler zum nächsten, klopfte ihnen auf die Schulter, versuchte zu trösten, wo in dem Moment Trost kaum möglich war. Zu unwirklich schien das, was die Fußballer des TV Voerde gerade erlebt hatten. Mit einer 2:0-Führung hatten sie im ersten Aufstiegsspiel gegen Duisburg 08 die Tür zur Bezirksliga in der 53. Minute weit aufgestoßen. Doch die fiel danach immer weiter zu. Zwei Elfmeter und ein Eigentor kassierten die Voerder noch, einen eigenen Strafstoß konnten sie nicht verwandeln. Und als Schiedsrichter Ertugrul Usta nach 95 Minuten vor gut 1000 Zuschauern zum letzten Mal in seine Pfeife blies, besiegelte er damit die 2:3 (1:0)-Niederlage des TVV.

Das Unternehmen Aufstieg wird für den Meister der Kreisliga-A-Gruppe 2 nun im Rückspiel nächsten Sonntag zu einer Herkules-Aufgabe. Keine unmögliche, wie vor allem die erste Halbzeit unter Beweis stellte, als Liegs Elf den vermeintlichen Favoriten mit gezielten Angriffen über die Flügel einige Male in Verlegenheit brachte. Aber eine ungleich schwierigere als es acht Minuten nach der Pause wirkte.

Der Trainer wird die letzten neunzig Minuten der Saison nicht vor Ort miterleben. Für das Duell auf eigener Anlage hatte er seinen Urlaub extra unterbrochen und jettete am Sonntagabend zurück in die Türkei, am kommenden Wochenende verfolgt er von dort aus, ob es doch noch was wird mit dem Sprung in die nächsthöhere Klasse. Eine gute Basis dafür schien gelegt, als Pascal Siep per Kopf nach schöner Vorarbeit von Daniel Fahnenbruck (13.) und Fahnenbruck selbst (53.) den 2:0-Vorsprung ermöglicht hatten. „Wir hätten aber in der ersten Halbzeit noch mehr unsere Chancen nutzen müssen“, haderte Jörg Lieg. Denn Andre Kühnen scheiterte nach 24 Minuten freistehend am glänzend reagierenden 08-Torwart Ikenna Onukogu, und Daniel Fahnenbrucks vermeintliches 2:0 in der 33. Minute nahm der Unparteiische wegen eines vorausgegangenen Handspiels zurück

Knacks durch Gegentor per Elfmeter

Einen Knacks bekam das Voerder Spiel nur knapp zwei Minuten nach Fahnenbrucks regulärem Treffer. Die Duisburger, die bis dahin offensiv kaum einmal so etwas wie Gefahr in den Voerder Strafraum gebracht hatten, starteten ihren ersten nennenswerten Angriff, und Abdoulaye Sall ging im Zweikampf mit Frederic Lüger im Sechzehner zu Boden. Klare Sache für Schiri Usta: Elfmeter. Mergim Rustemi verwandelte sicher (55.) und startete die Aufholjagd für 08. „Wir haben dann zu oft vorne den Ball verloren“, fand Jörg Lieg. Dennoch bekam sein Team noch einmal die Chance, den Vorsprung wieder auf zwei Treffer zu stellen. Aber als Keeper Onukogu Voerdes Til Faßbender im Strafraum umsäbelte, jagte Dennis Domnik den fälligen Elfmeter eine Viertelstunde vor Schluss übers Tor. Die Quittung gab’s in der Schlussphase: Mergim Rustemi verwandelte erst den zweiten Foulelfmeter für die Hochfelder zum 2:2 (90.), und als Stefan Feder in der fünften Minute der Nachspielzeit einen Schuss unhaltbar ins eigen Netz abfälschte, waren die Voerder in ihrem Traum vom Aufstieg endgültig kalt erwischt.

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