Hockey

Zwei Hiesfelder Hünen spielen für Deutschland

Wenn Timo Kossol (l.) seine Schnelligkeit ausspielt, haben die Gegenspieler meist das Nachsehen.

Wenn Timo Kossol (l.) seine Schnelligkeit ausspielt, haben die Gegenspieler meist das Nachsehen.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Beim Hockey-Länderspiel der Deutschen U18 gegen Frankreich in Hiesfeld standen Jonas Seidemann und Timo Kossol unter besonderer Beobachtung.

Als am Dienstag das erste Hockey-Länderspiel auf dem Kunstrasenplatz des TV Jahn Hiesfeld an der Kirchstraße stattfand, war die Begeisterung groß. Die zahlreichen Zuschauer bewunderten die Deutsche U18-Auswahl mit strahlenden Augen im Spiel gegen die Franzosen. Unter besonderer Beobachtung standen da Jonas Seidemann und Timo Kossol. Nicht aber, weil die beiden sehr groß gewachsen sind, sondern weil beide das Hockeyspielen beim TV Jahn Hiesfeld erlernt haben.

Fast zehn Jahre für Hiesfeld

Dass sie nicht einfach nur groß sind, sondern die Größe auch einzusetzen wissen und mit dem Schläger ganz gut umgehen können, haben sie in den vergangenen Jahren unter Beweis gestellt. Beide sind seit vier Jahren Teil der Nachwuchsmannschaften des Deutschen Hockey Bundes und spielen längst in der 1. Bundesliga bei den Senioren. Nach knapp zehn Jahren im lila-weißen Trikot trennten sich die Wege der beiden Richtung Mülheim und Krefeld, wo sie bis heute sind.

Der 17-jährige Timo Kossol gilt als Großes Abwehr-Talent und spielt derzeit beim Crefelder HTC. Mit seinen 1,88 Metern braucht er sich auch bei den Senioren nicht zu verstecken. Sein ehemaliger Mannschaftskamerad aus Hiesfelder Tagen und jetziger Teamkollege beim DHB, Jonas Seidemann, misst sogar 1,91 Meter und ist im Mittelfeld zuhause. Der 18-jährige Hüne wurde erst kürzlich Deutscher Meister mit dem HTC Uhlenhorst. Dort übrigens an der Seite von zwei weiteren Ex-Hiesfeldern, Moritz Ludwig und Jan Schiffer.

Vor den Länderspielen im heimischen Dinslaken waren die beiden nicht sonderlich nervös, wie sie verraten. „Für mich war das“, so Kossol. „eher eine zusätzliche Motivation um den Leuten hier zu zeigen, was aus mir geworden ist. Man ist ja auch Vorbild für die jüngeren Spieler hier.“

Für „Seide“, wie Jonas Seidemann von seinen Mannschaftskollegen gerufen wird, überwog ebenfalls die Vorfreude: „Ich habe mich sehr auf die Spiele hier gefreut, denn hier spielt man vor Familie Freunden und Bekannten. Das kommt auch nicht so häufig vor.“

In ihrer Körpergröße sehen beide Vor- und Nachteile. „Ich habe natürlich dadurch mehr Reichweite als andere, bin aber vielleicht eingeschränkter in der Beweglichkeit“, so Seidemann. Timo Kossol hat da eine ähnliche Meinung: „Wir haben dadurch auch einen längeren Hebel und können unsere Körper im Zweikampf gut einsetzen.“

Vier bis fünf Einheiten pro Woche

Wo ein Abwehr- und ein Mittelfeldspieler wohl ihre Schwächen haben? Genau, in der Offensive. „Meine Schwäche ist tatsächlich der Torabschluss“, gibt Seidemann mit einem Lachen zu. Hatte er doch am Donnerstag erst doppelt gegen die Franzosen getroffen. Auch Timo Kossol gesteht ein: „Bei mir ist es das offensive Eins-Gegen-Eins.“

Deutlich länger ist aber die Liste der Stärken. „Schnelligkeit, gutes strammes Passspiel, Übersicht und mein Eckenschuss“, zählt Kossol auf. „Bei mir“, merkt Seidemann an, „ist es vor allem die gute Passverteilung und das Mannschaftsspiel.“

Beide absolvieren in ihren Vereinen vier bis fünf Trainingseinheiten pro Woche und haben noch große Ziele vor Augen: „Ich möchte mich in der Bundesliga festigen, weiter auf Titeljagd gehen und über die U21 in den A-Kader der Nationalmannschaft. Hoffentlich reicht es dann für Olympia“, träumt Seidemann.

Kossols Plan sieht ähnlich aus: „Mit den Senioren weiter in der Bundesliga etablieren und über die U 21 in die A-Nationalmannschaft. Mein großes Ziel ist Olympia.“

Kein Wechsel in Sicht

Ob beide künftig außerhalb der Nationalmannschaft noch einmal gemeinsam auf dem Platz stehen könnten, lassen sie offen. „Ich denke, in den nächsten fünf Jahren ist das eher unwahrscheinlich. Aber wenn sich irgendwas Großes mal ergibt, warum nicht. Ich schließe es nicht aus“, so Seidemann. Timo Kossol denkt sogar noch weiter und scherzt: „Wäre schön, wenn wir in Hiesfeld bei den alten Herren zusammen spielen. Aber ich denke, in nächster Zeit erstmal nicht, da keiner vorhat zu wechseln.“

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