Fortuna Düsseldorf

Aufstieg: Fortuna formuliert das Saisonziel

Fortunas Trainer Uwe Rösler muss den Spagat schaffen: Erfolg trotz eines enormen Umbruchs.

Fortunas Trainer Uwe Rösler muss den Spagat schaffen: Erfolg trotz eines enormen Umbruchs.

Foto: Frederic Scheidemann

Düsseldorf.  Fortuna Düsseldorf veröffentlich auf der eigenen Homepage das selbstbewusst formulierte Saisonziel. Nach dem Umbruch ist aber Geduld gefragt.

Fortunas Verantwortliche wollten sich Zeit lassen mit der Antwort auf die Frage nach dem Saisonziel. Das Transferfenster sollte zunächst geschlossen sein, dann kam in Klaus Allofs noch ein neuer Vorstand, dem ganz generell gewaltiges Mitspracherecht eingeräumt wurde. Am Freitag war es dann soweit. Kurz vor dem vierten Spieltag in der 2. Liga veröffentlichte der Klub ein Statement auf der vereinseigenen Homepage – unterschrieben von Vorstand, Trainerteam und Mannschaft. Als Einstieg dient der Satz, den jeder Experte bereits seit Juli zigfach wiederholt hat: „Ein Verein wie Fortuna Düsseldorf muss als Absteiger grundsätzlich das Ziel verfolgen, wieder aufzusteigen.“

Diesem folgen dann einige relativierende Einordnungen: „Wir wissen, dass es in der derzeitigen Situation ein ambitioniertes Ziel ist, welches wir nur erreichen können, wenn wir die äußeren Umstände und Unwägbarkeiten positiv meistern können. Jetzt gilt es, die volle Konzentration auf unsere kurzfristigen Ziele zu legen und hart daran zu arbeiten. Dafür müssen und wollen wir alle Kräfte bündeln.“ Übersetzt heißt es also: Wir wollen aufsteigen, aber . . .

Fortuna-Trainer Rösler: „Langfristiges Ziel“

Uwe Rösler wurde dann die etwas undankbare Aufgabe übertragen, sich kurz nach Veröffentlichung des öffentlichen Saisonziels im Rahmen der Spieltags-Pressekonferenz vor der Partie gegen Jahn Regensburg (Sonntag, 13.30 Uhr) Nachfragen zu stellen. Der Trainer verwies dabei mehrmals darauf, dass es sich um ein „langfristiges Ziel“ handle. Sprich: Abgerechnet wird am 34. Spieltag, bis dahin muss man auch immer mal wieder mit Rückschlägen rechnen. Vor allem in der aktuellen Phase, in der Rösler dabei ist, einen Mammutumbruch im Kader zu bewältigen. „Hierarchien bilden sich nicht über Nacht“, sagt der 51-Jährige.

„Es ist ganz klar: Wir wollen aufsteigen. Hinter diesem Ziel stehen wir alle. Wir können uns als Fußballklub aber nicht vor dem verschließen, was in der ganzen Welt passiert. Wir wissen nicht, welchen Einfluss Corona noch haben wird. Ich weiß nicht, wie die Rahmenbedingungen in fünf Tagen, in fünf Wochen oder in fünf Monaten sind“, sagt Rösler. Dass die anderen Teams vor den gleichen Problemen stehen, betont der Coach ebenfalls, allerdings hätten diese in dieser Situation eben nicht auch noch mit einem derartigen Umbruch im Kader zu kämpfen. „Momentan ist es nicht realistisch, dass wir jedes Spiel gewinnen“, sagt Rösler und wirbt um Geduld im Umfeld.

Uwe Rösler muss noch seine Stammelf finden

Der Ansatz ist nun, den Ist-Zustand so schnell wie möglich zu verbessern: Verletzte Spieler schnell zurückbringen, Zugänge schnell integrieren und sieben, acht Spieler herausfiltern, die das Korsett einer Stammelf bilden. „Bis Ende des Jahres müssen wir die Mannschaft in Form bringen und in Schlagdistanz zu den oberen Plätzen bleiben, so dass wir das Ziel Aufstieg berechtigterweise aufrechterhalten können“, sagt Rösler.

Einer, der zu diesem Korsett gehören soll, ist Andre Hoffmann. Der Innenverteidiger von Fortuna Düsseldorf fällt aber für das Spiel am Wochenende mit Hüftproblemen aus. Auch Kevin Danso (Gelb-Rot-Sperre) ist nicht dabei. „Luka ist gesetzt“, sagt Rösler. Luka Krajnc wird also eine der beiden Positionen in der Abwehrzentrale einnehmen. Daneben wird einer von Fortunas Jungspunden auflaufen: Christoph Klarer (20) oder Jamil Siebert (18). „Ich verrate nicht, wer spielen wird. Aber dem Spieler habe ich schon Bescheid gegeben. Er soll sich in Ruhe darauf vorbereiten können“, erklärt Rösler.

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