2. Fußball-Bundesliga

Darauf kommt es im Trainingslager von Fortuna Düsseldorf an

Fortuna hofft, die Vorbereitung komplikationslos zu Ende bringen zu können. Die Düsseldorfer beziehen heute ein Camp in der niederländischen Grenzregion. Dort wird an der taktischen Ausrichtung gearbeitet

Fortuna hofft, die Vorbereitung komplikationslos zu Ende bringen zu können. Die Düsseldorfer beziehen heute ein Camp in der niederländischen Grenzregion. Dort wird an der taktischen Ausrichtung gearbeitet

Foto: Christof Wolff

Düsseldorf.  Fortuna hofft, die Vorbereitung komplikationslos beenden zu können. Die Düsseldorfer beziehen heute ein Camp in der niederländischen Grenzregion.

Uwe Rösler hatte sich das natürlich alles etwas anders vorgestellt. Seine erste Vorbereitung mit dem Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf. Nach dem Abstieg will der Trainer mit seinem Team eine ernsthafte Rolle im Kampf um den Aufstieg spielen. Ernsthaft? Noch hat er keinen vollständigen Kader zur Verfügung. Durch zwei Corona-Fälle hat er wertvolle Zeit verloren. Öffentlich klagt Rösler nicht über die Begleitumstände und erträgt tapfer, wenn Sportvorstand Uwe Klein um Geduld wirbt. Gut möglich, dass die letzten Plätze im Kader erst Anfang Oktober vergeben sein werden.

Die Ausgangssituation: Bisher hat Rösler vor allem auf Grundlagentraining gesetzt. Intensive Laufeinheiten, viel Bewegung, die Beine der Spieler möglichst müde machen. Diese Saisonphase ist von den meisten Spielern verhasst, aber sie ist die Basis. Wer nicht fit in die Saison geht, bekommt spätestens um Weihnachten herum die Quittung: muskuläre Verletzungen häufen sich. Mit den bisherigen Einheiten zeigt sich Rösler zufrieden, nun geht es in die nächste Phase.

Der zweite Test: Am Samstag gewann Fortuna auch das zweite Testspiel der Vorbereitung ohne Gegentreffer. Nach dem 5:0 gegen Oberligist TSV Meerbusch gab es nun in der leeren Arena ein 1:0 gegen den Zweitliga-Rivalen VfL Bochum. Den einzigen Treffer erzielte Jakub Piotrowski in der 44. Minute per Kopf. Der Mittelfeldspieler hatte erst am Donnerstag die vorsorgliche häusliche Quarantäne verlassen, die ihm das Gesundheitsamt wegen seines Status als „Kontaktperson I“ zu den infizierten Kollegen Dawid Kownacki und Nana Ampomah aufs Auge gedrückt hatte.

Die Baustellen: Die Elf um den als Kapitän aufgelaufenen Rouwen Hennings offenbarte in der ersten Hälfte einige Schwächen. Die Defensive, in der Innenverteidiger Kevin Danso sein Debüt feierte, produzierte anfangs Stellungsfehler und zu viele Ballverluste, bei den Stürmern Hennings und Kenan Karaman kamen kaum Bälle an.

Die positiven Aspekte: Mit zunehmender Spieldauer bekamen die Gastgeber ihre Probleme immer besser in den Griff. Danso wurde ebenso sicherer wie Torhüter Raphael Wolf in seinem ersten ernstzunehmenden Einsatz nach langer Erkrankung. „Für uns war es ein ganz wichtiges Spiel, weil wir wissen mussten, wo wir stehen“, sagte Wolf. „Es waren harte Wochen für uns, ich bin einfach froh, der Mannschaft wieder helfen zu können. Und ein zu Null ist immer gut für einen Torwart.“ Rösler ergänzte: „Wir haben aktuell große Lücken in unserem Kader, der VfL war in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft. Daher habe ich umgestellt, wollte mehr Pressing und mehr Initiative haben. Damit hatte Bochum Probleme. Der Sieg war ganz wichtig für Moral und Selbstvertrauen, wir haben uns hineingebissen.“

Das Camp: In der niederländischen Grenzregion in der Nähe von Venlo bezieht Fortuna am Montagnachmittag ein fünftägiges Trainingslager. Den genauen Ort will der Verein geheimhalten. So soll möglichst verhindert werden, dass Fans „nur mal eben vorbeischauen“ wollen. Die Anlage ist hermetisch abgesperrt.

Die Inhalte: In den kommenden Tagen wird es im Schwerpunkt um taktische Dinge gehen. Rösler wird dem Personal seine Idee des Spiels vermitteln, wie er in der Zweiten Liga erfolgreich sein will. Dabei wird es für ihn darum gehen, das System so flexibel zu halten, um noch zu erwartende Zugänge möglichst schnell einbinden zu können. Und natürlich ist auch nicht ausgeschlossen, dass noch Spieler den Verein verlassen. Auch diese Lücken müssten schnell geschlossen werden. Auf jeden Fall kündigt Raphael Wolf an: „Wir werden richtig Gas geben.“ (gic/jol)

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