2. Fußball-Bundesliga

Das Sturm-Dilemma von Fortuna Düsseldorf

Als die Fortuna-Welt noch in Ordnung schien: Kenan Karaman (li.) und Emmanuel Iyoha beim Testspiel in Meerbusch.

Als die Fortuna-Welt noch in Ordnung schien: Kenan Karaman (li.) und Emmanuel Iyoha beim Testspiel in Meerbusch.

Foto: Janning

Düsseldorf.  „Emma“ Iyoha fällt bei Fortuna Düsseldorf auf unbestimmte Zeit aus, Kenan Karaman will weg, und Sportvorstand Uwe Klein hat ein Problem.

Es ist etwas mehr als zwei Wochen her, da sagte Friedhelm Funkel unserer Redaktion: „Fest steht schon jetzt: Fortuna hat einen Bomben-Sturm für die Zweite Liga. Einen besseren Sturm gibt es in der ganzen Spielklasse nicht. Ich würde mit diesen Jungs im Kader in der Liga immer mit zwei Spitzen spielen lassen, aber das wird auch Uwe sicher vorhaben.“ Rouwen Hennings, Dawid Kownacki, Kenan Karaman und Emmanuel Iyoha. Das liest sich auf dem Papier in der Tat hervorragend. Zwei Wochen später sieht die Realität ein wenig anders aus. Für den Pflichtspielstart am Samstag im Pokal beim FC Ingolstadt (18.30 Uhr) steht Coach Uwe Rösler aus diesem Quartett nur noch Rouwen Hennings zur Verfügung. Und so wird aus dem Luxus- plötzlich ein ernsthaftes Problem.

Seit mehreren Tagen klagte Emmanuel Iyoha über Müdigkeit, sein ganzer Körper sei erschöpft. Zuletzt reichte es nur noch zu leichtem Lauftraining. Mannschaftsarzt Ulf Blecker ließ ihn durchchecken. Zunächst wurden per Kernspintomografie Knochen und Muskeln untersucht – keine Anzeichen für Verletzungen. Danach wurde das Blut gecheckt. Jetzt kam die Diagnose: Pfeiffersches Drüsenfieber. Die Ausfalldauer ist überhaupt nicht vorherzusehen. Sie kann ein paar Wochen betragen, aber auch mehrere Jahre. Der Krankheitsverlauf ist sehr unterschiedlich (siehe Stichwort rechts). Nach mehreren Leihgeschäften zum VfL Osnabrück, Erzgebirge Aue und Holstein Kiel wollte der 22-Jährige bei Fortuna endlich richtig loslegen. Rösler zeigte sich zu Beginn der Vorbereitung von Iyoha beeindruckt, stellte ihm Einsatzzeiten in Aussicht. Jetzt ist alles erst einmal Makulatur.

Kownacki weiter vom Pech verfolgt

Ähnlich sieht es bei Dawid Kownacki aus. Das polnische Sturmtalent ist weiter vom Pech verfolgt. Nach zahlreichen Muskelverletzungen in den vergangenen beiden Spielzeiten erkrankte er zuletzt an Covid-19. Erst in dieser Woche stieg er wieder ins Mannschaftstraining ein, wirkte nach seiner ersten Einheit völlig platt. Es wird dauern, bis er wieder eine echte Option für Rösler sein kann.

Und dann gibt es ja noch die Posse um Kenan Karaman. Der will lieber heute als morgen den Abflug aus Düsseldorf machen. Das Problem: Niemand ist bislang ernsthaft bereit, ihn aus seinem noch bis nächstes Jahr laufenden Vertrag zu kaufen. Fortuna liegt nach Informationen unserer Redaktion bislang erst ein Angebot vor – wenn man das überhaupt eine ernsthafte Absichtserklärung nennen kann. Gebote sind bislang unter zwei Millionen Euro. Fortuna hätte aber gerne mehr als fünf Millionen, nicht gerade ein Schleuderpreis für einen türkischen Nationalspieler.

„Kenan hat mir gesagt, er würde gerne den nächsten Schritt machen. Dafür habe ich Verständnis, aber ein Angebot muss auch unseren Vorstellungen entsprechen. Sonst werden wir keinen Spieler abgeben“, sagt Klein. Hinter den Kulissen arbeitet die Karaman-Seite derzeit intensiv an verschiedenen Optionen. Der Spieler, der in Stuttgart geboren wurde und seine ersten fußballerischen Schritte bei den dortigen Klubs MTV und VfB machte, war mehreren türkischen Top-Klubs angeboten worden. Bislang hat sich aber keiner intensiver aus dem Fenster gelehnt. Gerüchte, Istanbul Basaksehir könnte ein möglicher Abnehmer von Karaman sein, bezeichnete Klein als falsch: „Da ist nichts dran.“ (gic/erer)

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