Deutsche Eishockey-Liga

DEG-Trainer Mike Pellegrims, der Geheimniskrämer

Wer Mike Pellegrims fragt, bekommt zu hören: „Alles nicht so schlimm.“

Foto: Birgit Häfner

Wer Mike Pellegrims fragt, bekommt zu hören: „Alles nicht so schlimm.“ Foto: Birgit Häfner

Düsseldorf.   Der DEG-Trainer Mike Pellegrims wiegelt stets ab. Die Verletzungen von Mathias Niederberger, Tim Conboy und Daniel Weiß – alles nicht so schlimm.

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Im Rheinland nehmen sie vieles nicht ganz so ernst, im Ruhrgebiet tragen sie das Herz auf der Zunge. Und eigentlich gelten die Belgier auch als sehr offenherzige Menschen, die durchaus willens sind zu kommunizieren. Das will natürlich auch Mike Pellegrims niemand absprechen. Allerdings spricht er über das Thema Eishockey nur wenig, über seine Mannschaft weniger, über seine Spieler so gut wie gar nicht und bei Verletzungen versagt seine Stimme gänzlich.

20. September, Tatort Brehmstraße. Daniel Weiß humpelt nach dem Training aus der Eishalle. Was hat er? „Das ist nicht so schlimm“, sagt Trainer Mike Pellegrims. Alle Nachfragen wiegelt er ab: „Er hat nur einen Schuss abbekommen, halb so wild.“ Daniel Weiß hat seit jener unglücklichen Situation kein Training mehr bestritten, geschweige denn ein Spiel. Und er wird auch weder heute in Schwenningen noch am Sonntag gegen Bremerhaven auflaufen. Vielmehr ist die Frage, ob er sich am Wochenende wieder ohne Krücken fortbewegen kann. Mit Gehhilfen war er nämlich am Dienstag zum Spiel gegen Berlin (2:4) in den ISS-Dome gekommen.

Trainer verbietet Spielern über Verletzungen zu reden

Und weil der Trainer seinen Spielern verboten hat, über Verletzungen zu sprechen, äußert sich auch Weiß nicht zur Diagnose, sondern nur zum Tathergang: „Es ist richtig, ich habe einen Schuss abbekommen. Das passiert aber in jedem Training zwei, drei Mal.“ Allerdings nicht mit derart gravierenden Folgen. Fakt ist, dass Weiß auf Krücken gestützt geht, das Knie bewegen, aber nicht auftreten kann.

Tim Conboy hat es beim Sieg gegen München (6:4) erwischt. „Ist nicht so schlimm“, sagt Trainer Pellegrims. Der 35 Jahre alte Amerikaner hatte es im Rücken, und eine Auskunft öffnet den Spekulationen Tor und Tür. Gestern dann gab die DEG endlich bekannt, dass Conboy bis auf Weiteres nicht dabei ist: Er falle „aufgrund von Folgeerscheinungen nach seinen Knieverletzungen in den vergangenen Jahren längerfristig aus“, heißt es in einer Pressemitteilung, und weiter: „Am Wochenende wird außerdem Torhüter Mathias Niederberger nicht auflaufen können.“ Für den Nationalgoalie, der an einer Unterkörperverletzung laboriert, werde der 17jährige U-20-Nationaltorhüter Hendrik Hane erstmals dabeisein.

Die Gegner sollen im Unklaren bleiben

„Ist nicht so schlimm“, hatte Pellegrims noch Anfang der Woche auch über Niederberger behauptet. Der Coach hat für seine Geheimniskrämerei eine Erklärung abgegeben. „Die Gegner sollen nicht wissen, um welche Verletzung es sich handelt“, argumentiert er. „Wenn die die Stelle wissen, nutzen sie das aus.“ Der Mann ist Optimist. Er glaubt tatsächlich, im digitalen Zeitalter von Smartphone und Internet, in dem jedes Spiel und jede Szene übertragen wird, könne noch etwas geheim gehalten und der Gegner überrascht werden. Dabei hat jeder Verein schon in der Nachbereitung der letzten Saison und in der Vorbereitung auf diese die einzelnen Stärken und Schwächen eines jeden Torhüters analysiert. Ob das hilft? Wohl kaum, viel entscheidender ist, ob ein Torhüter, ob eine Mannschaft einen guten oder schlechten Tag erwischt. Gelingt es der DEG am Wochenende, ihre Leistung abzurufen, stehen die Chancen gut, dass sie ordentlich punktet. (ths)

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