Fußball-Bundesliga

Ein zweiter Lewandowski will Dawid Kownacki nicht sein

Vaterfreuden: Fortunas Stürmer Dawid Kownacki mit Töchterchen Lena (knapp fünf Monate alt) nach dem Leverkusen-Spiel.

Vaterfreuden: Fortunas Stürmer Dawid Kownacki mit Töchterchen Lena (knapp fünf Monate alt) nach dem Leverkusen-Spiel.

Foto: HORSTMüLLER

Düsseldorf.  Nach seiner Verletzungspause hat der polnische Angreifer Dawid Kownacki bei Bundesligist Fortuna Düsseldorf sein Comeback gefeiert.

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Dawid Kownacki ist zurück. Das allein ist schon eine gute Nachricht angesichts des Verletzungspechs, das Fußball-Bundesligist Fortuna Düsseldorf in der noch jungen Saison bereits ereilt hat. Die zweite gute Nachricht ist, dass der 22-jährige Stürmer sich von Testspiel zu Testspiel weiter seiner Form annähert und als Einwechselspieler beim 1:3 gegen Bayer Leverkusen auch schon einen guten Liga-Einstand hatte.

„Ein bisschen Zeit brauche ich noch, bis ich mein Hundert-Prozent-Level erreicht habe“, sagt der polnische Nationalspieler. „Aber ich bin nach den letzten Verletzungen zu früh zurückgekommen, diesmal wollten wir uns mehr Zeit lassen. Ich will nicht nur für ein Spiel fit werden, sondern für eine ganze Saison.“ Kownacki ist erwachsener geworden, auch wenn es einfach sein Charakter sei, immer spielen zu wollen. „Gerade weil es eine Zeit gab, in der ich wenig spielen konnte. Deshalb habe ich auch nicht immer gesagt, wenn etwas gezwickt hat – aber ich denke, jetzt kann mir der Trainer da vertrauen.“

Kownacki nimmt Ratschläge an

Und er nimmt kritische Ratschläge Friedhelm Funkels an. „Wenn der Coach sagt, dass ich professioneller arbeiten, die Trainingseinheiten besser vor- und nachbereiten muss, dann hat er sicher Recht“, gibt Kownacki zu. „Aber das habe ich, ganz ehrlich, vorher alles auch nicht gewusst. Darüber hat nie ein Trainer mit mir gesprochen.“ Und weil Funkel es tut, hört er intensiv zu: „Ich bin noch jung. Ich lerne jeden Tag, im Leben, im Fußball. Und ich lerne täglich über meinen Körper.“

Doch ein wichtiger Faktor liege auch in seinem Privatleben. „Es war nicht so leicht für mich, als ich die ganze Zeit allein war“, erzählt der Angreifer. Anfang April kam Töchterchen Lena zur Welt, doch in der ersten Zeit blieben sie und Dawids Lebensgefährtin Alexandra in Polen. „Aber jetzt habe ich ein wirkliches Leben, jetzt ist meine Familie bei mir. Das ist was Anderes als nur zu trainieren und zwischendurch fernzusehen.“

Gut drauf

Entsprechend gut drauf ist Kownacki jetzt. Er fühle sich von Tag zu Tag besser, berichtet er, und trotz der Niederlage gegen Leverkusen sei die Atmosphäre in Fortunas Team sehr gut. „Der Trainer hat aber gesagt, dass wir acht Kilometer weniger gelaufen sind als beim Sieg in Bremen“, merkt er an. „Das ist zu wenig, gerade gegen ein so starkes Team wie Leverkusen.“ Also muss das Engagement aller noch größer werden. Kownacki ist bereit, vor allem zu noch mehr Professionalität: „Vielleicht muss ich mehr stretchen, mich ein bisschen mehr behandeln lassen. Früher hatte ich allerdings nie Probleme mit den Muskeln.“

Funkel hat bereits angekündigt, dass er die Qualitäten des Nationalspielers auch am Sonntag in Frankfurt (18 Uhr) gut brauchen kann. „Ob er mich am Anfang bringt, damit ich mich eine Stunde auspowere, oder ob er mich in der letzten halben Stunde einwechselt – das ist seine Entscheidung“, betont Kownacki. „So oder so werde ich bereit sein. Ich vertraue dem Trainer voll.“

Und eines ist ihm noch sehr wichtig. Zwar ehrten ihn die häufigen Vergleiche mit seinem Sturmpartner in der polnischen Nationalmannschaft, mit dem er sich sehr gut verstehe, aber: „Ich möchte kein zweiter Robert Lewandowski sein, ihn gibt es nur einmal. Ich möchte Dawid Kownacki sein.“ Für Fortuna ist das auch vollkommen genug. (jol)

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