Fußball

Emmanuel Iyoha berichtet über seine Zeit in Quarantäne

Emmanuel Iyoha zieht ab – in seinem bislang einzigen Testspieleinsatz beim TSV Meerbusch.

Emmanuel Iyoha zieht ab – in seinem bislang einzigen Testspieleinsatz beim TSV Meerbusch.

Foto: Christof Wolff

Düsseldorf.  Stürmer Emmanuel Iyoha von Fortuna Düsseldorf gibt zu, Angst gehabt zu haben, und kämpft nun für seine Rückkehr zu alter Fitness.

Emmanuel Iyoha macht gar nicht erst den Versuch, die Lage herunterzuspielen. Die zwei Wochen häusliche Quarantäne, die ihm das Gesundheitsamt wegen seines Kontakts zum Corona-Infizierten Nana Ampomah verordnet hatte, haben den Fortuna-Angreifer hart getroffen. „Das war schon eine sehr schwierige Situation“, gibt der 22-Jährige zu. „Die Sache kam ja aus dem Nichts. Zwar kannte ich die Situation grundsätzlich schon aus Kiel, wo ich mit der gesamten Mannschaft mal kurz in Quarantäne musste. Aber jetzt war es echt Pech, dass ich im falschen Moment neben Nana saß.“

Damit wurde Iyoha als „Kontaktperson der Gruppe I“ klassifiziert und musste volle zwei Wochen in der eigenen Wohnung abbrummen. „Das Gesundheitsamt hat mir sehr genau auf den Weg gegeben, wie ich mich zu verhalten habe“, so der gebürtige Düsseldorfer. „Konkret hieß das: Ich durfte bis zu meinem Briefkasten, aber nicht weiter. Und selbst das nur, wenn es sein muss; auf keinen Fall sollte ich mit jeder Bananenschale zur Mülltonne raus.“

Freundin nur per Facetime gesehen

Folglich saß „Emma“ zwei Wochen lang allein in der Wohnung. „Auch meine Freundin durfte ich nur über Facetime sehen“, berichtet der Abiturient des Oberkasseler Comenius-Gymnasiums. „Ich musste versuchen, mir meinen eigenen Rhythmus zu machen. Zum Glück hat Fortuna mir ein Spinning-Fahrrad geliefert und einige Geräte fürs Krafttraining. Und so sahen dann meine Tage aus: Frühstück, intensive Einheit auf dem Spinning-Bike, schlafen, ein Käffchen kochen, eine Einheit Krafttraining, zu der ein Athletiktrainer per Zoom zugeschaltet war, Abendessen.“

Abends habe er dann ein paar Serien oder Spielfilme angesehen, mit seiner Freundin, Freunden und der Familie telefoniert – „aber das war es dann schon. Ich habe sehr viel geschlafen in den zwei Wochen und an der Fitness gearbeitet, so weit das allein nur irgend möglich ist. Aber alles Fahrradfahren kann niemals ein Training mit der Mannschaft ersetzen.“

Keine Vorwürfe

Sauer auf Ampomah sei er dennoch nicht gewesen, versichert Iyoha. „Er hat sich das ja nicht mit Absicht geholt“, sagt er. „Man kann natürlich darauf aufpassen, wo man Berührungsstellen mit anderen Menschen hat. Ich finde aber, dass man den Jungs keinen Vorwurf machen kann, so etwas kann jedem passieren.“ Leichtfertig abtun kann Iyoha die Geschichte dennoch nicht. „Anfangs habe ich schon ein wenig Angst gehabt“, gesteht der Stürmer ein. „Dawid Kownacki zum Beispiel hatte nach seiner Infektion Fieber und Gelenkschmerzen. Und wir wissen ja alle, wie gefährlich Covid-19 werden kann, obwohl wir Sportler und noch jung sind. Ich bin heute sehr glücklich, dass ich das Virus nicht bekommen habe.“

Zurückgeblieben sind zwei verlorene Wochen Saisonvorbereitung – und darüber ist der Heimkehrer, der die vergangenen drei Jahre als Leihspieler in Osnabrück, Aue und Kiel verbrachte, keineswegs glücklich. „Natürlich habe ich mich gefreut, als unser Trainer vor ein paar Wochen meinen sehr guten Fitnessstand gelobt hat. Aber im Moment habe ich davon nichts. Da kann ich nur versuchen, so schnell wie möglich, auf mein ursprüngliches Level zurückzukommen. Als ich das erste Mal wieder mit den Jungs trainieren durfte, hatte ich das Gefühl, wieder am Anfang der Vorbereitung zu stehen.“ Die Tempowechsel, die Reize, die ein Teamtraining mit sich brächten, hätten ihm einfach gefehlt. Doch wer „Emma“ kennt, der weiß eins sicher: Er wird alles dafür tun, schnell wieder voll im Saft zu stehen. (jol)

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