2. Fußball-Bundesliga

Fortuna Düsseldorf: Ampomah als unverhoffter Hoffnungsträger

Endlich mal wieder für Fortuna am Ball – und das mit einem bemerkenswerten Auftritt: Nana Ampomah.

Endlich mal wieder für Fortuna am Ball – und das mit einem bemerkenswerten Auftritt: Nana Ampomah.

Foto: firo Sportphoto/Ralf Ibing

Düsseldorf.  Viel mehr hätte für Nana Ampomah in seiner bisherigen Zeit bei Fortuna kaum schiefgehen können. Beim Pokalspiel in Ingolstadt verblüffte er.

Es waren nur 14 Minuten. Nicht einmal eine Viertelstunde – aber in die packte Nana Ampomah so ziemlich alles hinein, was man von einem Einwechselspieler erwartet. Lediglich ein Tor gelang dem Stürmer von Fortuna Düsseldorf nicht, nachdem ihn Trainer Uwe Rösler beim DFB-Pokalspiel gegen den FC Ingolstadt für Edgar Prib aufs Feld geschickt hatte, aber fast hätte auch das geklappt. Mit einem schnellen Antritt schüttelte der 24-Jährige gleich zwei Ingolstädter Abwehrspieler ab, schlug einen Haken um den dritten und schoss dann ganz knapp am linken Pfosten vorbei.

Auf der ansonsten leeren Tribüne des Audi-Sportparks klatschte die Düsseldorfer Vereinsspitze begeistert Beifall. Und nachdem die Vorstandsmitglieder Thomas Röttgermann und Christian Koke sowie die Aufsichtsräte Björn Borgerding und Sebastian Fuchs den verdienten 1:0-Sieg des Zweitligisten ebenfalls mit Applaus quittiert hatten, stellte sich das Quartett – natürlich coronagerecht mit Maske und Abstand – kurz zusammen. Eines der Hauptthemen bei der Schnellanalyse des wichtigen Sieges: Ampomahs bemerkenswerter Kurzauftritt.

Lange Gespräche

Auch Trainer Uwe Rösler nahm nach der Partie Bezug auf die Vorstellung des Ghanaers. „Ich habe mich mit Nana lange unterhalten“, berichtete der Sachse. „In diesem Gespräch habe ich gemerkt, dass bei ihm die absolute Bereitschaft besteht, für Fortuna alles zu geben. Seit er die Quarantäne verlassen durfte, hat er zudem sehr gut trainiert. Und es war nicht einfach für ihn, ebenso wenig wie für Kelvin Ofori und Jakub Piotrowski, die ja auch in Quarantäne waren. Sie sind auf keinen Fall auf dem gleichen Stand wie die Spieler, die die Vorbereitung komplett durchziehen konnten.“

Tatsächlich hatte die Infektion mit dem Coronavirus, die nach dem Testspiel gegen den Oberligisten TSV Meerbusch öffentlich wurde, Ampomah noch weiter zurückgeworfen. Zwar traten bei ihm im Gegensatz zum ebenfalls positiv getesteten Dawid Kownacki keine Covid-19-Symptome zutage. Die Messwerte des Ghanaers lagen jedoch so hoch, dass er die Quarantäne über die vollen 14 Tage absitzen und anschließend vorsichtig an die Mannschaft herangeführt werden musste.

Vier Millionen Euro Ablöse

Ein denkbar schlechter Neustart für den Angreifer, der ohnehin die Hypothek eines missratenen ersten Jahrs bei Fortuna mit sich herumschleppte. Die bis zu vier Millionen Euro Ablöse, die Fortuna an seinen Ex-Arbeitgeber Waasland-Beveren aus der ersten belgischen Liga über drei Jahre abbezahlen muss, hingen an Ampomah wie ein Rucksack mit Wackersteinen. Wirklich überzeugen konnte er im Grunde nur einmal – beim 5:2 im Pokal in Kaiserslautern, wo er auch einen herrlichen Treffer erzielte.

Eben deshalb sind seine ganz starken 14 Minuten von Ingolstadt zunächst auch nicht mehr als ein Hoffnungsschimmer. Wenn sich Ampomah bei Fortuna durchsetzen will, darf er nicht nur gegen Drittligisten wie Lautern und Ingolstadt glänzen, dann muss er auch in der Zweiten Liga starke Akzente setzen. Die Chance dazu wird ihm Uwe Rösler geben, denn die eigentlich so gut besetzte Offensive bereitet durch die gesundheitlichen Probleme von Kownacki (Aufbautraining nach Covid-19) und „Emma“ Iyoha (Pfeiffersches Drüsenfieber) sowie die Abwanderungsgelüste von Kenan Karaman aktuell Sorgen. Diese könnte Ampomah lindern, falls er jetzt begriffen haben sollte, was Rösler und Sportvorstand Uwe Klein von ihm erwarten.

Schon als Fehleinkauf abgestempelt

Allein, dass diese Überlegungen bei Fortuna überhaupt aufkommen, ist schon ein gewaltiger Fortschritt. Denn de facto war der Ghanaer bereits als Fehleinkauf abgestempelt. Ohne die Tatsache, dass der Verein bei einem Weiterverkauf niemals die gezahlte Ablöse wieder hereinholen könnte und einen gewaltigen Verlust verbuchen müsste, wäre er vermutlich längst nicht mehr da.

Der 24-Jährige selbst wollte seinen Auftritt am Samstagabend nicht kommentieren. Er wolle sich lieber voll darauf konzentrieren, sportlich bei Fortuna Fuß zu fassen, hieß es. Klingt nach einem guten Plan.

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