Fußball

Fortuna Düsseldorf auch verbal mit gesunder Defensive

Fingerzeig: Nach oben soll es gehen für (v. l.) Andre Hoffmann, Niko Gießelmann, Marcel Sobottka und die Düsseldorfer Fortuna, hier nach dem 1:0-Führungstreffer gegen den FC St. Pauli.

Foto: imago

Fingerzeig: Nach oben soll es gehen für (v. l.) Andre Hoffmann, Niko Gießelmann, Marcel Sobottka und die Düsseldorfer Fortuna, hier nach dem 1:0-Führungstreffer gegen den FC St. Pauli. Foto: imago

Düsseldorf.   Die Verantwortlichen der Fortuna wollen Fans und Umfeld zwar das Träumen nicht verbieten, aber vom Aufstieg redet trotzdem niemand.

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Es bleibt dabei: Fortuna will sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Die Verantwortlichen wollen Fans und Umfeld zwar das Träumen nicht verbieten und deuten auch ab und an mal in verschwurbelten Nebensätzen die Möglichkeit an, Besonderes erreichen zu können. Aber explizit wird weiter nicht vom Aufstieg gesprochen.

Auch nicht, obwohl man neun Spieltage vor dem Ende dieser Fußball-Zweitliga-Saison Spitzenreiter ist. Auch nicht, obwohl der Vorsprung mit sieben Punkten auf den Relegationsplatz und zehn auf Rang vier schon als üppig bezeichnet werden kann. Auch nicht, obwohl die meisten Verfolger nun wahrlich nicht zu den avisierten Aufstiegsfavoriten zählen. Fortuna bleibt sich treu und legt sowohl auf dem Platz als auch im Sprachgebrauch vor allem auf eines Wert: eine gesunde Defensive.

Zwei Traditionsklubs „drohen“

„Natürlich drücke ich Fortuna die Daumen im Aufstiegsrennen“, hatte Norbert Meier zuletzt im Gespräch mit unserer Redaktion gesagt. Und dann gab der derzeit arbeitslose Trainer noch einen Hinweis: „Es gibt nie zu früh oder zu spät. Wenn du die Chance hast, musst du hoch. Wer weiß, ob sich die Chance noch mal bietet? Es kann ja schließlich auch sein, dass zwei Schwergewichte von oben kommen.“

Und genau nach diesem von Fortunas Aufstiegscoach 2012 skizzierten Szenario sieht es nun verstärkt aus. Die letzten beiden Plätze im deutschen Oberhaus belegen derzeit der Hamburger SV und der 1. FC Köln. Hamburg hat sieben Punkte Rückstand auf das rettende Ufer, Köln acht.

Es droht also der schlimmste Fall für ambitionierte Zweitligisten: Zwei Traditionsklubs steigen ab und visieren naturgemäß den direkten Wiederaufstieg an. Trotz großer finanzieller Einbußen dürften beide Vereine dann die Budget-Tabelle der zweiten Liga klar anführen. Die Strahlkraft der Klubs sollte zudem ausreichen, um die bestmöglichen Akteure vom einjährigen Aufenthalt im Unterhaus zu überzeugen. Die restlichen Klubs können sich dann um den Relegationsplatz streiten.

In der Vorsaison waren der VfB Stuttgart und Hannover 96 die Zweitliga-Neulinge von oben. Beide spielten noch vor nicht allzu langer Zeit international. Beide waren somit von Anfang an die klaren Aufstiegsanwärter. Da waren sich ausnahmsweise mal alle Experten einig. Und auch wenn es keinen reibungslosen Durchmarsch gab, am Ende behielten sie recht: Die beiden finanzstärksten und personell am besten aufgestellten Vereine hatten wie prognostiziert die Nase vorn.

Im Umfeld von Fortuna wird häufig diskutiert, ob ein Aufstieg nicht zu früh käme. Die Mannschaft wäre noch nicht reif genug. Diese These ist im modernen Fußball mit immer häufiger wechselnden Protagonisten auf allen Ebenen allerdings stark zu hinterfragen. Klar, in Florian Neuhaus (Borussia Mönchengladbach), Jean Zimmer (VfB Stuttgart), Takashi Usami (FC Augsburg) und Genki Haraguchi (Hertha BSC) sind vier Leistungsträger nur ausgeliehen, kehren wahrscheinlich am Saisonende zu ihren Vereinen zurück.

Doch ein Aufstieg bietet alleine durch die TV-Geld-Mehreinnahmen und den Lockruf Bundesliga deutlich mehr Möglichkeiten, Spieler von Fortuna zu überzeugen und den Kader zu verstärken.

Und sieht man sich die Tabelle und die Gemengelage in der Zweiten Liga aktuell einmal genauer an, liegt die Vermutung nahe, dass es eine günstigere Ausgangslage für einen Aufstieg kaum geben kann.

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