Fußball

Fortuna Düsseldorf braucht einen Plan B

Düsseldorfs neuer Trainer Uwe Rösler mit seiner Schaltzentrale: Valon Berisha und Kevin Stöger (von rechts) prägen das Fortuna-Spiel.

Düsseldorfs neuer Trainer Uwe Rösler mit seiner Schaltzentrale: Valon Berisha und Kevin Stöger (von rechts) prägen das Fortuna-Spiel.

Foto: imago

Düsseldorf.  Die Spiele von Fortuna Düsseldorf unter Trainer Uwe Rösler verlaufen wiederholt nach dem gleichen Muster. Zufall ist das nicht.

Die Geschichte wiederholt sich. Wenn man einmal vom Pokalspiel beim Drittligisten 1. FC Kaiserslautern (5:2 nach 1:2-Rückstand) absieht, so verliefen die drei Pflichtspiele seit dem Amtsantritt des neuen Cheftrainers Uwe Rösler bei Fortuna durchweg nach dem gleichen Muster: Die Düsseldorfer finden sehr gut in die Partie hinein, präsentieren sich gegen nominell und finanziell deutlich besser aufgestellte Mannschaften mutig, selbstbewusst und spielfreudig – doch am Ende steht dennoch kein Sieg.

Im Einzelnen sah das dann so aus, dass Fortuna gegen Eintracht Frankfurt verdient in Führung ging, aber in der Nachspielzeit noch den Ausgleich zum 1:1-Endstand kassierte. In Wolfsburg dominierte der Underdog aus Düsseldorf den favorisierten Gastgeber sogar noch deutlicher, führte zur Pause verdient 1:0, musste dann jedoch den Ausgleich des durch einen Platzverweis dezimierten VfL hinnehmen.

An der Kondition liegt es nicht

Ganz bitter verlief die Geschichte dann am Samstag, als Fortuna ihrem Gast Borussia Mönchengladbach eine Hälfte lang ein Derby auf Augenhöhe lieferte, am Ende aber mit 1:4 geschlagen vom Platz gehen musste.

Einfach nur Zufall? Mitnichten. Ein oberflächlicher Betrachter könnte den Eindruck gewinnen, Röslers Team sei konditionell nicht auf der Höhe und deshalb nicht in der Lage, eine Führung ins Ziel zu bringen. Doch die Wahrheit liegt tiefer und hat nichts damit zu tun, dass auf dem Trainingsgelände im Arena-Sportpark zu wenig an der Fitness gearbeitet würde.

Neue Grundordnung schnell verinnerlicht

Tatsächlich fehlt es Fortuna derzeit noch an einem Plan B, wenn sich die taktischen Voraussetzungen auf dem Spielfeld ändern. Anders ausgedrückt: Rösler hat der Mannschaft eine neue Grundordnung verpasst, die sie überraschend schnell verinnerlicht hat. Jedes ihrer vier Pflichtspiele hat sie im 3-5-2-System begonnen, mit dem der Coach auch bei Malmö FF in Schweden zumeist sehr erfolgreich war. Kern dieses Systems ist neben der Dreier-Abwehrkette das zentrale Mittelfeld, in dem Alfredo Morales Fortunas Herzstück, dem Duo Kevin Stöger und Valon Berisha, den Rücken frei hält.

Das klappte jedes Mal hervorragend – bis die Gegner Fortunas Plan entschlüsselt hatten. Frankfurt gelang das noch am schlechtesten, weshalb das Resultat für die Hessen auch außerordentlich glücklich war. Wolfsburg dagegen stellte sein System nach der Roten Karte gegen Marin Pongracic zwangsläufig auf kompaktere Defensive um, Rösler versuchte, mit dem Switch auf ein 4-3-3 mit mehr Offensive zu kontern, doch sein Team benötigte zu lange, sich selbst darauf einzustellen.

Die Gegenreaktion bleibt aus

Richtig deutlich wurde das Problem der Düsseldorfer gegen Gladbach. Berisha und Stöger wirbelten 45 Minuten lang beinahe ungehindert, doch nachdem Borussen-Coach Marco Rose das Duo mit neuem System bekämpfen ließ und ihm letztlich die Wirkung nahm, blieb eine Reaktion darauf aus.

Dabei ist Rösler Flexibilität sogar sehr wichtig: Gegen Frankfurt und Wolfsburg beorderte er deshalb in Markus Suttner einen gelernten Linksverteidiger in die Dreierkette, um im Bedarfsfall auf ein 4-3-3 umschalten zu können. Doch so schnell die Fortunen Röslers erste Idee auch verstanden hatten – so flott so variabel zu werden, das überforderte das Team bislang dann doch.

Verständlich ist das definitiv, denn natürlich muss ein so teures und ausgefuchstes Team wie Gladbach Umstellungen besser hinbekommen als eine Elf, die gegen den Abstieg kämpft. Und die nächsten fünf Gegner haben auch nicht die Klasse der Borussia – dennoch brauchen die Düsseldorfer einen Plan B, wenn ihre Version A entschlüsselt ist.

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