2. Fußball-Bundesliga

Fortuna Düsseldorf: Der Kampf um das Tor

Florian Kastenmeier absolvierte die komplette Rückrunde der vergangenen Bundesligasaison.

Florian Kastenmeier absolvierte die komplette Rückrunde der vergangenen Bundesligasaison.

Foto: Christof Wolff

Düsseldorf.  Wer wird die Nummer 1 sein: Raphael Wolf oder Florian Kastenmeier? Das Rennen um das Tor bei Fortuna Düsseldorf ist offen.

Es gab einmal eine Zeit, da konnte sich Fortuna Düsseldorf vor Torhütern kaum retten. Zumindest empfand das so mancher Kritiker so, der sich vor dem Beginn der vergangenen Saison in den sozialen Netzwerken kräftig darüber ausließ. Sieben Keeper hatten die Düsseldorfer da unter Vertrag: Zack Steffen, Michael Rensing, Florian Kastenmeier, Maduka Okoye, Jannick Theißen, Raphael Wolf und Tim Wiesner.

Nach dem Abstieg in die 2. Fußball-Bundesliga haben sich die Reihen gelichtet. Die Leihe Steffens von Manchester City ist beendet, der Vertrag Rensings wurde in beiderseitigen Einvernehmen nicht verlängert, Okoye verließ den Klub, Wiesner soll in der U23 Spielpraxis sammeln. Am Montag wurde nun der Vertrag mit Theißen aufgelöst – und so sind nur noch Kastenmeier, Wolf und der aus der eigene Jugend gekommene Dennis Gorka übrig, der von den beiden anderen lernen soll. Eine Analyse des Zweikampfs ums Fortuna-Tor:

Pluspunkte Kastenmeier: Der 23-Jährige kann seine größere Spielpraxis in die Waage werfen, da er wegen der unendlichen Verletzungsgeschichte Zack Steffens die komplette Rückrunde der vergangenen Bundesligasaison absolvierte. Dabei machte er seine Sache insgesamt gut, meisterte den großen Sprung vom VfB Stuttgart II (Regionalliga) ins deutsche Oberhaus. Neben seiner körperlichen Präsenz beeindruckt der gebürtige Regensburger vor allem durch seine fußballerischen Fähigkeiten. Kastenmeier war lange Jahre Stürmer, und seine Ballfertigkeit ist für einen Torhüter außergewöhnlich.

Pluspunkte Wolf: Der sieben Jahre ältere gebürtige Münchner war Fortunas Aufstiegstorhüter in der Saison 2017/18. Auf dem Weg zum großen Coup, den die Düsseldorfer mit dem 2:1-Sieg in Dresden perfekt machten, lieferte Wolf serienweise überragende Leistungen ab, wobei er in erster Linie mit klassischem Torhüterspiel überzeugte: glänzende Reaktionen, sichere Strafraumbeherrschung, sehr gute Kommunikation mit der Abwehr.

Minuspunkte Kastenmeier: Trotz eines halben Jahres in der Bundesliga hat er noch immer ein Defizit an Erfahrung. Zudem muss der Oberpfälzer noch den Beweis antreten, dass er auch einmal ein Spiel mit dem Entschärfen eines „Hundertprozentigen“ entscheiden kann. Diese Qualität hat sein Konkurrent im Aufstiegsjahr viele Male gezeigt.

Minuspunkte Wolf: Der 30-Jährige hat zwei schlimme Jahre hinter sich, da ihm eine Viruserkrankung auf den Gleichgewichtssinn schlug und er auf dem Weg zur Rückkehr in den Leistungssport immer wieder Rückschläge erlitt. Jetzt ist Wolf wieder völlig fit, muss aber viel verlorene Praxis aufholen. In der Vorbereitung wirkte er auf der Linie und in Sachen Strafraumbeherrschung schon wieder bärenstark, offenbarte aber Schwächen beim Spielaufbau: Einige Bälle landeten beim Gegner, einige im Seitenaus.

Fazit: Das Rennen ums Fortuna-Tor ist nach wie vor offen. Chefcoach Uwe Rösler will in Absprache mit Torwarttrainer Christoph Semmler erst nach dem Pokalspiel beim FC Ingolstadt entscheiden, das Kastenmeier bestreiten wird; Wolf stand bei der Generalprobe gegen Mitabsteiger Paderborn (1:0) im Kasten. Im Moment scheint Kastenmeier wegen seiner Stärke am Ball, die Rösler hoch bewertet, leicht die Nase vorn zu haben, aber das könnte sich durchs Pokalspiel (Samstag, 18.30 Uhr) durchaus noch ändern. (jol)

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