Fußball-Bundesliga

Fortuna Düsseldorf fehlt die Durchschlagskraft

Fassungslos: Kenan Karaman nach vergebener Großchance.

Fassungslos: Kenan Karaman nach vergebener Großchance.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Düsseldorf.  Fortuna Düsseldorf führt kurzzeitig gegen den SC Freiburg, verliert aber mit 1:2. Die Rot-Weißen beklagen einen nicht gegebenen Handelfmeter.

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Fritz Keller hatte seinen ersten öffentlichen Einsatz als neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. Dass es ihn dabei als Besucher zu einer Bundesligapartie seines langjährigen Klubs SC Freiburg verschlug, durfte niemanden überraschen. Die Breisgauer gastierten bei Fortuna Düsseldorf, und so konnte Keller das Spiel gleich an der Seite eines prominenten Kollegen verfolgen: Neben ihm saß Peter Frymuth, DFB-Vizepräsident und früherer Vorstandsvorsitzender Fortunas. Mehr Spaß am Geschehen hatte letztlich Keller, der einen glücklichen 2:1-Sieg „seines“ Sportclubs beklatschen durfte. Wirklich verdient hatte den Erfolg an diesem glanzlosen Sonntagnachmittag niemand.

„Das war sicher nichts für Leute, die ein Spektakel erwarten“, fasste Freiburgs Trainer Christian Streich zusammen. „Dennoch war es kein schlechtes Spiel, und beide Mannschaften waren auf Augenhöhe. Wenn Düsseldorf seine Riesenchance zum 2:1 nutzt, dann werden wir hier wahrscheinlich verlieren.“ Sachlich, nüchtern und fair – so wie man Streich seit Jahren kennt. In der Sache war er sich mit seinem Gegenüber Friedhelm Funkel ebenfalls einig. „Vor allem in der zweiten Hälfte war es eine gute Leistung von uns“, meinte der 65-Jährige. „Aber Freiburg schießt einmal aufs Tor, und der Ball ist drin. Das ist der Unterschied heute.“

Zwei Szenen geben den Ausschlag

Tatsächlich lag es diesmal an zwei kurzen Szenen. Da beide Mannschaften defensiv sehr gut arbeiteten und ihrem Kontrahenten so gut wie nichts gestatteten, musste es auf die wenigen Momente ankommen, die den Unterschied machen. In der ersten Hälfte hatte sich das noch ausgeglichen, als zunächst der Düsseldorfer Rouwen Hennings einen dicken Patzer des Freiburger Torhüters Alexander Schwolow zum 1:0 nutzte und wenig später Fortunas Keeper Zack Steffen bei einem 40-Meter-Pass von Philipp Lienhart zu lange auf der Linie klebte. Das und die folgende Fehlerkette in der Deckung ermöglichte Jonathan Schmid den Ausgleich.

Nach der Pause hatte dann Freiburg das Glück, „das man eben nicht hat, wenn man nur vier Punkte hat“ (Funkel). Fortunas Kenan Karaman hätte in der 72. Minute unbedingt das 2:1 erzielen müssen, schoss aber zunächst Schwolow an und lehnte sich dann beim Nachschuss so weit zurück, dass der Ball über den Kasten segelte. „Man muss schon sagen: Der ging in die Wolken“, kommentierte Funkel verärgert. „Das muss Kenan unbedingt besser machen. Das sind die Dinge, die einfach fehlen im Moment.“

Zwei dichte Viererketten

Generell fehlte den Düsseldorfern die Durchschlagskraft. Nachvollziehbar, wenn man an die beiden dichten Viererketten der Freiburger denkt, die äußerst schwer zu durchdringen waren. Dennoch fiel den Gastgebern ebenso wie den Breisgauern unterm Strich zu wenig ein, und da sich das vor der Pause mit einer hohen Fehlpassquote paarte, war es für die Zuschauer schwere Kost.

„Es hilft uns nichts, wenn wir uns jetzt sagen: Wir sind ja jedes Mal nah dran“, sagte Fortunas Innenverteidiger Andre Hoffmann mit Blick auf die dritte 1:2-Niederlage in den jüngsten vier Partien. „Das geht so nicht mehr. Wir müssen uns alle hinterfragen, wie so etwas sein kann.“ Die Düsseldorfer haderten zudem mit der Entscheidung von Schiedsrichter Daniel Siebert, bei einem möglichen Handelfmeter kurz vor Schluss nicht den Videobeweis heranzuziehen – zumal da Freiburg auf diese Weise zuvor einen Foulelfmeter zugesprochen bekam, bei dem Lucas Höler allerdings an Steffen scheiterte. „Vor der Saison sagt man uns, dass es Elfmeter gibt, wenn die Hand über dem Kopf den Ball berührt“, sagte Funkel. „Für mich war es ein klarer Elfmeter.“ (jol)

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