Fußball-Bundesliga

Fortuna Düsseldorf gibt zweiten Derbysieg aus der Hand

Florian Kastenmeier parierte den Strafstoß von Mark Uth – dennoch reichte das kurz darauf folgende 2:0 nicht zum Sieg.

Florian Kastenmeier parierte den Strafstoß von Mark Uth – dennoch reichte das kurz darauf folgende 2:0 nicht zum Sieg.

Foto: THILO SCHMUELGEN / AP

Düsseldorf.  Lange sind die Düsseldorfer in Köln das bessere Team, führen bis zur 88. Minute mit 2:0 – spielen aber dennoch nur unentschieden.

Lange ist es her, dass sich Fortuna Düsseldorf und der 1. FC Köln in der Fußball-Bundesliga – abgesehen vom Hinspiel natürlich – gegenüberstanden. 23 Jahre, um genau zu sein. 1997 stieg die Fortuna ab, ein Jahr später musste auch der FC runter. Die besten Zeiten waren für die rheinischen Rivalen damals schon seit einiger Zeit vorbei. Nun stand das Derby wieder einmal in der Domstadt an – zum 80. Mal. Bitter genug, dass wegen der Corona-Pandemie keine Fans zugelassen sind. Allerdings boten die beiden Mannschaften auch nur wenig Bundesligataugliches. Das konnte den Gästen aus Düsseldorf zunächst halbwegs egal sein – in der ersten Halbzeit war die Fortuna die bessere Mannschaft. Sogar noch bis lange in die zweite Hälfte hinein. Dennoch gaben die Gäste eine 2:0-Führung, die bis zu 88. Minute Bestand hatte, noch aus der Hand, spielten nur 2:2 unentschieden und verpassten es so, entscheidend nach dem 0:5 der Mainzer gegen Leipzig an den rettenden 15. Platz heranzurücken.

Führung kurz vor der Pause

Die ersten Minuten des Derbys versprachen Spannung. Als sich Kölns Jhon Cordoba und Fortune Adam Bodzek in der dritten Minute etwas zu nahe kamen, schienen die Spieler für die von Zuschauerseite fehlende Derbystimmung sorgen zu wollen. Doch fortan sorgten beide Teams dafür, dass der jeweils andere kaum zu Chancen kam. Zwar tauchte FC-Stürmer Cordoba in der zehnten Minute frei vor Florian Kastenmeier auf – das aber nur, weil der Kölner klar aus dem Abseits kam. Bis zur 14. Minute dauerte es, ehe die Fortuna erstmals auf das Tor der Geißböcke schoss – allerdings war der Distanzversuch von Erik Thommy bar jeglicher Gefahr. Das änderte sich sieben Minuten später, als Kenan Karaman von rechts zum Abschluss kam, Kölns Torhüter Timo Horn aber rechtzeitig die Fäuste nach oben riss. Und alles danach? Das sah so aus, als könnten sich beide Clubs nicht mehr so recht daran erinnern, wie ein Bundesliga-Derby auszusehen hat. Dennoch ging die Fortuna mit einer Führung in die Pause, weil FC-Abwehrspieler Noah Katterbach einen bösen Bock schoss, Karaman abzog und Kölns Verteidiger Toni Leistner den Ball auch noch unhaltbar für seinen Keeper abfälschte.

2:0 durch Thommy

Nach rund einer Stunde war die Fortuna auf dem Weg zum zweiten Derbysieg gegen die Geißböcke in dieser Saison. Die Gastgeber kamen mit etwas mehr Schwung aus der Kabine und hatten nach 58 Minute die große Chance zum Ausgleich: Mark Uth traf den Pfosten, kam selbst zum Nachschuss – und wurde schließlich von Bodzek gefoult. Uth selbst trat zum Strafstoß an – doch Kastenmeier parierte. Kurz darauf wechselte FC-Trainer Markus Gisdol dreifach, brachte mit Anthony Modeste eine zweite Spitze. Doch die Gäste stoppten die Kölner noch im Ansatz: Einen Konter schloss Thommy eine Minute später mit einem Schuss ins lange Eck zum 2:0 für die Fortuna ab (61.).

Danach erledigten die Gäste ihren Job zunächst gut, hielten die Kölner weitgehend fern vom Tor und hatten so die drei wichtigen Punkte fest im Blick. Doch zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit wurde es noch einmal spannend, als Modeste per Kopf auf 1:2 verkürzte. Und tatsächlich gab die Fortuna den Sieg noch aus der Hand. In der ersten Minute der Nachspielzeit wuchtete Cordoba den Ball per Kopf nach einer Flanke von rechts zum 2:2 ins Netz. Die Düsseldorfer stehen weiterhin auf dem Relegationsrang, nun drei Punkte hinter Mainz.

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