2. Fußball-Bundesliga

Fortuna Düsseldorf kämpft um Nachwuchstalent Siebert

Jamil Siebert (roter Dress) im Testspiel gegen Arnheim. 

Jamil Siebert (roter Dress) im Testspiel gegen Arnheim. 

Foto: Christof Wolff

Düsseldorf.  Jamil Siebert könnte der nächste Feldspieler werden, der bei Fortuna Düsseldorf den Weg aus dem Nachwuchsleistungszentrum zu den Profis macht.

Bei Fortuna Düsseldorf gibt es noch einen Kaderplatz für den vierten Innenverteidiger. Und der ist für Jamil Siebert vorgesehen – ein Talent aus der U 19, das nahezu sämtliche Jugendmannschaften des Fußball-Zweitligisten durchlaufen hat. Doch die Düsseldorfer wollen zunächst den Vertrag mit dem 18-Jährigen verlängern. Was sie nicht wollen: ihm die Bühne 2. Bundesliga für eine Saison bieten, um ihn dann ohne wirtschaftlichen Gewinn ziehen lassen zu müssen. Klein arbeitet seit geraumer Zeit daran, Siebert eine Offerte schmackhaft zu machen. Denn Sieberts Vertrag läuft nur noch bis zum 30. Juni 2021.

Die Düsseldorfer sind offenbar nicht bereit, Arbeit in die Ausbildung eines vielversprechenden Talents zu investieren, nur um es im kommenden Sommer ablösefrei ziehen zu lassen. Deshalb soll der Vertrag mit Siebert möglichst noch vor der Saison verlängert werden. Siebert und sein Umfeld dagegen wähnen den eigenen Marktwert schon so hoch, dass man ordentlich pokert. Sieberts Entdecker ist auch einer seiner Berater: Alexis Portselis. „Wir haben eine besondere Geschichte, ich habe ihn mit sieben Jahren vom DSC 99 zur Fortuna geholt und war sein erster Trainer“, erzählt Portselis.

Siebert hätte bereits wechseln können

Portselis, der zusammen mit einem anderen Berater die Verhandlungen führt, betont: „Wenn Jamil von Fortuna weg wollen würde, hätte er das schon in den vergangenen Jahren machen können. Es gab immer wieder Anfragen aus Gladbach oder von anderen nationalen und internationalen Klubs. Wenn er die Intention hätte, den Verein zu verlassen, hätte er es also schon gemacht.“ Er sagt aber auch, dass die Situation nun natürlich eine andere ist. Angeblich ist unter anderem der AC Mailand an Siebert interessiert. Wie viel Wahrheit in solchen Gerüchten steckt? Nicht hundertprozentig auflösbar. Es verdeutlicht auf jeden Fall, in welcher Gewichtsklasse man sich sieht.

Dass es Siebert ernst meint mit seiner Chance bei Fortuna in diesen Tagen, stellte er unter Beweis, indem er der deutschen U-19-Auswahl absagte. Trainer Christian Wörns zeigte nach Portselis‘ Angaben dann auch Verständnis, dass sich der Innenverteidiger im Moment bei Uwe Rösler aufdrängen möchte. Fortunas Coach ließ schon durchblicken, dass er Siebert in Abwesenheit von Kevin Danso (muskuläre Probleme) auch bei der Generalprobe gegen den SC Paderborn am Samstag (15 Uhr) in der Arena wieder auf den Platz schicken wird. „Nach dem Spiel werden wir uns zusammensetzen und dann werden Uwe und ich die Entscheidung treffen“, sagt der 51-Jährige.

Auch der Spieler muss sich für den Verein entscheiden

Wer das aber als Fingerzeig an Klein verstanden haben will, nicht zu zögerlich zu sein, der hat den Nachsatz unterschlagen: „Wenn wir uns für den Spieler entscheiden, dann muss sich der Spieler aber auch für den Verein entscheiden. Das ist dann der nächste Schritt. Aber soweit sind wir noch nicht.“ Klein und die Verantwortlichen des NLZ hatten Siebert für einen Platz im Trainingslager empfohlen, dort sollte sich Rösler ein Bild von ihm machen können. Rösler sieht nun, dass ihm mit Siebert ein gut ausgebildeter Spieler zur Verfügung steht und ist dementsprechend engagiert, ihn auch halten zu wollen. Der Ball liegt nun bei Siebert und seinem Team an Beratern. (gic/erer)

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