Fußball

Fortuna Düsseldorf produziert Unruhe neben dem Platz

Dawid Kownacki (links) und die übrigen Fortuna-Spieler konzentrieren sich auf die nächste Aufgabe gegen den VfL Wolfsburg, während es links und rechts brodelt.

Dawid Kownacki (links) und die übrigen Fortuna-Spieler konzentrieren sich auf die nächste Aufgabe gegen den VfL Wolfsburg, während es links und rechts brodelt.

Foto: Alex Grimm / Bongarts/Getty Images

Düsseldorf.  Sportlich ist beim Bundesligisten alles im grünen Bereich. Dafür gibt es ein paar Brandherde außerhalb des Platzes. Heute kommt Wolfsburg.

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Drei Spiele, drei Punkte, Tabellenplatz zwölf – der Start von Fortuna Düsseldorf in die zweite Bundesliga-Saison nach dem Aufstieg ist bisher solide verlaufen. Die Leistungen in den Partien geben keinen Anlass zu großer Sorge. Anders sieht es da schon in anderen Abteilungen bei dem eingetragenen Verein aus. Und so steht in diesen Tagen nicht nur die sportliche Vorbereitung auf das Heimspiel am Freitag (20.30 Uhr) gegen den VfL Wolfsburg im Fokus.

Während der Länderspielpause sorgten zunächst pikant wirkende E-Mails von Thomas Röttgermann für Aufsehen. Fortunas Vorstandsvorsitzender hatte vor seinem Engagement in Düsseldorf die Idee einer Fußball-App verfolgt. Die Mails, die das „Handelsblatt“ veröffentlichte, bewiesen, dass Röttgermann sich auch nach Amtsantritt bei Fortuna im April mit diesem Thema weiter beschäftigte – ohne das mit dem Aufsichtsrat abzusprechen. Aufsichtsrat und Röttgermann tauschten sich schließlich dazu aus und legten den App-Aufreger zu den erledigten Akten.

Wenig Substanz

Auch Trainer Friedhelm Funkel pflichtete diesem Entschluss am Mittwoch unumwunden bei: „Ich glaube, dass an all dem unter dem Strich wenig Substanz dran ist. Das ist viel zu wenig, um da über Unruhe zu sprechen.“

Fest steht aber auch: Röttgermann und der Verein sind immer noch auf der Suche nach demjenigen, der die E-Mails ans Handelsblatt weitergeleitet hat. Der Verdacht lautet, dass jemand dem Vorstandschef ganz bewusst schaden möchte.

Was der ganzen Thematik noch mehr Auftrieb gibt, ist zudem die Tatsache, dass Röttgermann mit Felix Welling einen neuen Direktor Geschäftsentwicklung, Strategie, Marke & Digitales eingestellt hat. Welling ist ein alter Bekannter aus Röttgermanns Zeit beim VfL Wolfsburg und gleichzeitig einer der beiden Partner bei der App-Idee. Welling unterschrieb den Vertrag, der zum kommenden Jahr gültig wird, zu einem Zeitpunkt, als mit Alexander Steinforth noch ein Fortuna-Angestellter auf der Stelle mit dieser Beschreibung saß. Steinforth wurde nun am Montag freigestellt. Begründung: Fehlende Loyalität.

Unruhe im Aufsichtsrat

All diese Vorgänge bringen dem Vernehmen nach auch weitere Unruhe in den Aufsichtsrat, der ohnehin durch viele verschiedene Strömungen ein wenig einheitliches Bild abgibt.

Am Dienstag eröffnete dann noch Rouwen Hennings einen zusätzlichen Nebenkriegsschauplatz, als der Stürmer seiner Unzufriedenheit über seine Vertragsverhandlungen mit Sportvorstand Lutz Pfannenstiel öffentlich Luft machte. „Ich kann niemandem die Pistole auf die Brust setzen und sagen: ‚Mach!’. Aber ich werde mir meinen Teil dazu denken“, sagte der 32-Jährige, der gerne einen langfristigen Vertrag in der Landeshauptstadt unterschreiben möchte. Fortuna bietet derzeit einen Einjahresvertrag mit Option auf ein weiteres.

Auch in dieser Causa versucht Funkel, Druck vom Kessel zu nehmen. „Dass der Verein ein Angebot macht, der Spieler aber vielleicht andere Vorstellungen hat, ist für mich völlig normal. Das passiert bei Vertragsgesprächen immer wieder. Fakt ist, der Verein will Rouwen behalten, die Gespräche laufen. Ich hoffe, dass wir zu einem guten Abschluss kommen“, sagte der 65-Jährige.

Diese aus sportlicher Sicht unnötigen Randaspekte sollen dann auch keine Auswirkungen auf den Verlauf des Spiels am Freitag haben. Funkel: „Natürlich wird über all das bei uns gesprochen. Aber das hat keinen Einfluss auf unsere Leistungen. Das wäre ja fatal. Wir bereiten uns ganz normal auf das Spiel gegen Wolfsburg vor.“ (erer)

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