Fußball-Bundesliga

Fortuna Düsseldorf: Torhüter Zack Steffen bereitet Sorgen

Derzeit nicht mehr im Einsatz: US-Torhüter Zack Steffen bei Fortuna Düsseldorf.

Derzeit nicht mehr im Einsatz: US-Torhüter Zack Steffen bei Fortuna Düsseldorf.

Foto: Sebastian El-Saqqa / firo Sportphoto

Düsseldorf.  Fußball-Bundesligist Fortuna Düsseldorf sorgt sich weiter um Torhüter Zack Steffen. Nicht nur die Knieverletzung spricht gegen Einsätze.

Über Zack Steffens Talent muss man nicht lange diskutieren. Sein großes Vorbild Tim Howard, Torhüterlegende des FC Everton und einer der Vorgänger Steffens im Nationalteam der USA, hält Riesenstücke auf ihn. Und bis in den Winter hinein galt der 24-Jährige als beste Verpflichtung, die Lutz Pfannenstiel seit Amtsantritt als Sportvorstand zu Fortuna Düsseldorf gelotst hat.

Doch inzwischen mehren sich die Zweifel – keinesfalls am Talent Steffens, aber an seiner Wettkampfhärte. Seit Jahresbeginn hat er noch kein Pflichtspiel für Fortuna absolvieren können, weil ihn immer wieder Knieprobleme plagen. Bereits im Dezember, nachdem Steffen einige Male böse gepatzt hatte, hatte Fortunas damaliger Trainer Friedhelm Funkel erklärt, dass die wiederkehrenden Schmerzen im Knie den Keeper so beschäftigten, dass seine Konzentration darunter leide.

Auch Guardiola zweifelt offenbar

In der Winterpause sollte Steffen die Blessur auskurieren, damit auch den Kopf wieder freibekommen; doch dieses Unterfangen ist gescheitert. Anfang der Woche schaltete sich der eigentliche Arbeitgeber des US-Amerikaners, der englische Meister Manchester City, in das Geschehen ein. Die Briten wollen Klarheit, haben sie Steffen doch nur bis Saisonende an Fortuna ausgeliehen. City mag langfristig mit Steffen als Konkurrenten für den Brasilianer Ederson planen.

Offenbar sind nun allerdings auch Citys Cheftrainer Pep Guardiola Zweifel gekommen, ob Steffen bei allem Talent der Richtige für diesen schwierigen Job ist. Das Knie ist dabei nur ein Teil der Geschichte, wenn auch ein schwerwiegender: Die Schmerzen an der Patellasehne ziehen sich schon länger durch die Karriere des 24-Jährigen, schienen immer wieder behoben und traten dann doch wieder auf.

Teil zwei des Problems ist die mentale Seite. Auch da gibt es eine Vorgeschichte, denn Steffen war als junger Kerl ja schon einmal in Deutschland, versuchte in der Saison 2015/16 sein Glück beim SC Freiburg. Es blieb beim Versuch, denn der damals 20-Jährige zerbrach fast am Heimweh, kehrte nach einer Spielzeit in der Zweitvertretung der Breisgauer noch im Sommer in die USA zurück.

Fortuna lernte daraus, sorgte dafür, dass Steffen beim Neustart in der Bundesliga seine Schwester Lexy an die Seite bekam, die mit ihm gemeinsam in Düsseldorf wohnt.

Alles schien diesmal besser zu laufen – und doch sind da die Verdachtsmomente, dass der hochtalentierte Schlussmann mit dem Druck des Profigeschäfts womöglich nicht zurechtkommt. Auffällig ist zum Beispiel in der Rückrunde dieser Saison, dass Steffen seinen Cheftrainern – erst Funkel, später dann Uwe Rösler – stets am Anfang einer Trainingswoche signalisierte, er fühle sich besser und könne am Wochenende sicher spielen. Doch als dann die Kadernominierung anstand, machte er jedes Mal einen Rückzieher.

Rösler verzichtete auf eine Nominierung des Amerikaners für das Pokalspiel in Kaiserslautern, erklärte: „Zack wird es gut tun, mal eine Woche in Ruhe durchzutrainieren.“ Noch am Freitagmorgen gab Steffen grünes Licht für das Wolfsburg-Spiel tags darauf – um Rösler dann wenige Minuten vor der Abfahrt mit Verweis auf sein Knie doch wieder abzusagen.

Mit Kastenmeier gegen Gladbach

Doch ist es wirklich nur das Knie? Daran zweifeln mittlerweile viele im Umfeld Fortunas und des Torhüters, die sich Gedanken machen um dessen physische und psychische Belastbarkeit. Und sollte Manchester City gar bei den Untersuchungen zu dem Entschluss kommen, dass Steffen nicht der Richtige für die Zukunft des Klubs ist, wäre das ganz bitter für dessen so verheißungsvoll begonnene Karriere.

Für Fortuna ist die Lage ebenfalls kompliziert. Sollte sich Steffen nicht erholen, blieben von den einst so zahlreichen Torhütern nur Florian Kastenmeier, der auch am Samstag (18.30 Uhr) gegen Gladbach spielen wird, Maduka Okoye und Michael Rensing. Die beiden Ersteren noch sehr unerfahren, Letzterer seit neun Monaten ohne Spielpraxis. Die im Abstiegskampf vielleicht wichtigste Position bereitet den Düsseldorfern offenbar große Sorgen.

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