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Fortuna Düsseldorf: Venlo warnt Fans vor Anreise

Fortunas Cheftrainer Uwe Rösler wird alle Trainingseinheiten in Venlo unter Ausschluss der Öffentlichkeit abhalten müssen, die niederländischen Gastgeber werden die Plätze weiträumig absperren.

Fortunas Cheftrainer Uwe Rösler wird alle Trainingseinheiten in Venlo unter Ausschluss der Öffentlichkeit abhalten müssen, die niederländischen Gastgeber werden die Plätze weiträumig absperren.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Düsseldorf.  Die Fortuna plant vom 24. bis 28. August ein Trainingslager in den Niederlanden – wegen der Pandemie unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

In den Niederlanden sind die Corona-Infektionszahlen in den vergangenen Wochen sehr schnell gestiegen – wie in vielen anderen Ländern Europas auch. Für Touristen gelten bereits Einschränkungen: In verschiedenen Regionen müssen in der Öffentlichkeit grundsätzlich Masken getragen werden. Für Venlo gilt das aktuell noch nicht. Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf plant dort bislang ein Trainingslager vom 24. bis 28. August. Allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Nur Fortuna trainiert in der Zeit auf der bewusst geheim gehaltenen Anlage.

Nun hat sich auch die Gemeindeverwaltung Venlo zu Wort gemeldet und appelliert an die Fans, ihren Verein nicht in die Niederlande zu begleiten. „Die Anlage bleibt geschlossen, und Anhängern ist es nicht erlaubt, die Trainingseinheiten zu besuchen. Es hat auch wirklich keinen Zweck zu kommen, weil die Fans die Anlage überhaupt nicht erreichen können“, sagt Gemeindesprecher Robert Bouten. Sie sei weiträumig abgesperrt und dementsprechend nicht zugänglich.

Keine Auflagen

Offiziell gibt es keine Auflagen für die Anhängerschaft. Heißt: Wer im Fortuna-Trikot unter Beachtung der Hygieneregeln in Venlo etwas einkaufen würde, müsste nicht mit Restriktionen rechnen. Wie sinnvoll eine solche Tour wäre, ist wieder eine andere Frage und kann jeder nur individuell für sich entscheiden. Von der Mannschaft gäbe es jedenfalls nichts zu sehen. „Wir müssen alle Trainingseinheiten in Venlo unter Ausschluss der Öffentlichkeit abhalten“, bekräftigt Sportvorstand Uwe Klein. „Wir bedauern das zwar sehr, weil wir es in der Vergangenheit immer sehr genossen haben, wenn viele Fans uns begleitet haben. Diesmal lassen es die Gegebenheiten aber einfach nicht zu.“ Deshalb schließt sich Klein der Bitte der Niederländer an: „So traurig es ist, aber es hat wirklich keinen Zweck, sich auf den Weg nach Venlo zu machen.“ Das gilt gleichermaßen für das geplante Testspiel beim Ehrendivisionär Vitesse Arnheim zum Abschluss des Camps – auch dort ist an Zuschauer nicht zu denken.

Bereits vor Wochen hatte Fortuna bekannt gegeben, sich nicht in Maria Alm auf die neue Saison vorbereiten zu wollen. Seit 2011 war der Zweitligist schon acht Mal in der österreichischen Region Hochkönig zu Gast. Die Folgen der Corona-Pandemie ließen, so hieß es vom Verein, ein Trainingslager, wie es die Fortunen gewohnt seien, nicht zu.

Trainingslager in kleinem Kreis

Bei Fortuna verfolgt man die Entwicklung weiter aufmerksam – besonders, nach dem man selbst zwei Corona-Fälle in den eigenen Reihe hatte. Das Trainingslager soll trotzdem wie geplant stattfinden. Sehr wahrscheinlich nur mit einem kleineren Kreis. Derzeit ist noch nicht absehbar, wie schnell Nana Ampomah und Dawid Kownacki wieder arbeitstauglich sind. Bei Emmanuel Iyoha und Kelvin Ofori, die als Kontaktpersonen ersten Grades der beiden infizierten Profis vom Gesundheitsamt in häusliche Quarantäne geschickt wurden, muss man abwarten, Jakub Piotrowski ist dagegen bereits aus der Quarantäne zurück und mit von der Partie. Besonders bei Kownacki gibt es noch keine verlässliche Prognose. Während sich bei Ampomah bislang keinerlei Symptome gezeigt haben, zeigte der polnische Stürmer Merkmale wie bei einer Sommergrippe.

„Wir stehen in ständigem Austausch mit unseren Ansprechpartnern in Venlo. Es sieht so aus, als könne alles wie geplant stattfinden. Auch weil es ein klares Hygienekonzept für das Trainingslager gibt“, sagte Fortunas Vorstandsvorsitzender Thomas Röttgermann. „Sollte sich an der Lage etwas ändern und wir uns durch den Aufenthalt dort in Gefahr bringen, würden wir selbstverständlich sofort reagieren und eine andere Alternative buchen. Aber dazu gibt es wie gesagt aktuell noch keinen Anlass.“ Wie ein Plan B aussehen könnte? Fraglich. Sicherlich die vernünftigste Option wäre, sich einfach rund um die Arena auf den Start der Zweiten Liga vorzubereiten. (gic/jol)

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