2. Fußball-Bundesliga

Fortuna-Trainer Uwe Rösler: „Kevin Danso ist eine Maschine“

Kevin Danso (re.) mit Sportvorstand Uwe Klein.

Kevin Danso (re.) mit Sportvorstand Uwe Klein.

Foto: dpa

Düsseldorf.  Den Transfer-Wettstreit mit dem HSV schildert Fortuna-Trainer Uwe Rösler so: „Wir waren wie eine Wespe, die um dein Bier herumschwirrt.“

Die beiden Uwes in Fortunas sportlicher Leitung hatten schon leichtere Übungen zu absolvieren. „Es war ein langer, langer, langer Kampf“, sagt Cheftrainer Uwe Rösler und lässt dabei zur Wirkungsverstärkung die Stirn fast auf die Tischplatte fallen. „Alles in allem ging das Ganze über mehr als einen Monat, länger noch als bei Florian Hartherz.“ Der dreifach lange Kampf ging ebenfalls um einen Spieler, und am Ende hat Fortuna ihn gewonnen: Kevin Danso heuerte zunächst für ein Jahr auf Leihbasis vom FC Augsburg an.

Etwas Stolz schwingt schon mit, wenn Rösler weiter über das Ringen um den Innenverteidiger berichtet. „Wir waren unheimlich zäh“, sagt der 51-Jährige. „Wir waren wie eine Wespe, die um dein Bier herumschwirrt und einfach nicht verschwindet. Wir waren richtig eklig.“ Selten ist ein Transferkampf so blumig beschrieben worden, und wollte man die Metaphorik fortsetzen, könnte man anfügen: Der Hamburger SV hat irgendwie die Fliegen-, oder besser gesagt Wespenklatsche nicht gefunden. Obwohl der HSV Danso und dessen Berater deutlich mehr Geld bot, entschied sich der 21-Jährige für Fortuna.

Dank an Augsburg

Eine maßgebliche Rolle spielte dabei der abgebende Verein. „Ich möchte mich ausdrücklich bei Stefan Reuter bedanken“, sagt Rösler über den Sportchef des FC Augsburg. „Ohne seine Mithilfe hätte der Wechsel nicht geklappt.“ Dem schließt sich Sportvorstand Uwe Klein an: „Es war eine Top-Kommunikation mit Stefan Reuter. So wünscht man sich professionelle Zusammenarbeit unter Vereinen.“ Fortuna spielte dabei das Eigeninteresse der Augsburger in die Karten: Sie wollten den hochtalentierten Österreicher nicht fest abgeben, das hingegen war das erklärte Ziel des HSV. Die Düsseldorfer hatten ihrerseits allein schon aus finanziellen Gründen von vornherein auf ein Leihgeschäft gesetzt.

Selbst die beiden positiven Corona-Tests nach dem Test gegen Meerbusch konnten den Deal auf der Zielgeraden nicht mehr gefährden. „Ich habe seinen Berater sofort angerufen und informiert, noch am selben Abend“, berichtet Klein. „Er hat sich sehr über diese Transparenz gefreut, und sie hat eher positiv auf die Entscheidung des Spielers eingewirkt. Es gab keine Bedenken von Dansos Seite. Unser Scouting-Team hat allerdings auch einen Superjob dabei gemacht, eine Präsentation für Kevin zu erstellen.“

Ein Schritt zurück, zwei nach vorne

Die ersten Eindrücke von Danso sind bei Trainer und Vorstand gleichermaßen positiv. „Kevin macht einen sehr guten Eindruck, er ist sehr präsent im Training. Wir sind zu einhundert Prozent sicher, in ihm eine große Verstärkung gefunden zu haben, auch weil er sich sofort in die Gemeinschaft eingefügt hat“, versichert der Sportvorstand, und Rösler lobt: „Kevin hat im Urlaub sehr gut gearbeitet. Athletisch ist der Junge einfach der Wahnsinn, er ist eine Maschine.“ Die körperlichen Vorzüge des 1,90-Meter-Mannes schildert der Coach so: „Er ist schnell, robust und zweikampfstark. Und er besitzt für sein junges Alter schon eine Menge Erfahrung.“

Aus dieser hat Danso offenbar gelernt, was ihm Rösler hoch anrechnet. „Kevin hat mir gesagt: ,Mein letztes Jahr beim FC Southampton in der Premier League war nicht optimal. Jetzt mache ich einen Schritt zurück, damit ich danach wieder zwei Schritte nach vorn machen kann.’ So viel Realitätssinn mit 21 Jahren hat mich beeindruckt.“ Jetzt muss der junge Österreicher den Vorschusslorbeeren nur noch mit Leistungen auf dem Platz gerecht werden. Als erste Einstimmung mit ein wenig Wettkampfcharakter kann er das Testspiel am Samstag gegen den Zweitliga-Rivalen VfL Bochum nutzen. (jol)

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