Fußball

Fortuna-Youngster Florian Neuhaus kennt kein Lampenfieber

Ausgelassener Jubel: Florian Neuhaus freut sich über sein Tor zum 3:2 gegen Union Berlin in der Hinrunde.

Ausgelassener Jubel: Florian Neuhaus freut sich über sein Tor zum 3:2 gegen Union Berlin in der Hinrunde.

Düsseldorf.   Florian Neuhaus übernimmt bei Fortuna trotz seiner erst 20 Jahre eine entscheidende Rolle im zentralen Mittelfeld. Nervös macht ihn das nicht.

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Das Vormittagstraining der Fortuna ist vorbei, Florian Neuhaus steht frisch geduscht im Vorraum der Leichtathletikhalle neben der Arena. Ein kleines Mädchen streckt ihm einen Filzstift entgegen: „Florian Neuhaus, kann ich bitte ein Autogramm haben?“ Der 20-Jährige sagt „Ja, klar“, nimmt den Stift und schaut das Kind dann etwas fragend an. Er guckt hilfesuchend, worauf er denn nun unterschreiben soll. Das Mädchen reckt ihm den Arm entgegen. „Auf den Arm? Sicher?“, fragt Neuhaus. Das Kind nickt. Neuhaus kritzelt schließlich lachend seine Unterschrift auf die Haut. Für Neuhaus ist die Popularität als Profifußballer noch etwas Neues, das merkt man.

„Ich bin zufrieden mit meiner Situation“, sagt er. „Ich komme auf meine Einsätze, spiele von Beginn an und spüre das Vertrauen des Trainers, des Vereins, von den Mitspielern.“ Nicht jeder hat diese Entwicklung erwartet, als Neuhaus im Sommer auf Leihbasis an den Rhein wechselte.

Aus der Jugend von 1860

Der gebürtige Oberbayer durchlief die anerkannte Jugendabteilung beim TSV 1860 München, erzielte bereits als U19-Spieler das von der ARD ausgezeichnete „Tor des Monats Mai 2016“ mit einem Treffer aus 50 Metern. Sein Profidebüt feierte er für die Löwen in der vergangenen Spielzeit. Und seit Borussia Mönchengladbach ihn im Sommer 2017 verpflichtete und postwendend an Fortuna verlieh, verpasste er nur vier Zweitligapartien.

Nur einmal, auf St. Pauli, verzichtete Trainer Friedhelm Funkel freiwillig auf die Dienste Neuhaus’. Drei Spiele musste er zusehen, weil ihn das DFB-Sportgericht nach einer Tätlichkeit in der hitzigen Schlussphase beim 2:2 gegen Heidenheim sperrte. In den restlichen 21 Liga- und zwei Pokalpartien war er dabei – meist von Beginn an.

Am Sonntag beim 2:1 gegen St. Pauli gelang Neuhaus ausnahmsweise etwas weniger als gewohnt. Besonders bei zwei vielversprechenden Kontermöglichkeiten traf er jeweils die falsche Entscheidung. „Die Situationen habe ich natürlich noch im Kopf“, sagt Neuhaus. „Das muss ich besser ausspielen. Aber daran arbeite ich im Training.“

Er schaut dabei bestimmend, ohne jeglichen Zweifel an sich und seinem fußballerischen Potenzial. Während andere Spieler in seinem Alter nach Fehlern in einer Partie abtauchen, sich verstecken und Verantwortung abgeben, ist Neuhaus direkt wieder frei im Kopf, fordert den nächsten Ball. Von Nervosität keine Spur.

„Nein, ich habe nie Lampenfieber“, sagt er. „Ich wurde schon häufiger auf meine Coolness angesprochen. Ich habe das glaube ich von meinen Eltern.“

Kein Wunder, dass diese Art Spieler begehrt ist. Gladbachs Manager Max Eberl hat seine nicht vorhandene Verhandlungsbereitschaft über ein Engagement bei Fortuna über den Juni hinaus in der „Bildzeitung“ erneuert: „Den Anruf kann sich Fortuna sparen.“ Somit wird Neuhaus auch bei einem möglichen Aufstieg in der kommenden Saison das Trikot mit der Raute auf der Brust tragen. „Die Vertragsituation ist wie sie ist. Das kann man nicht ändern. So ist der Stand der Dinge“, sagt er, nicht ohne zu betonen, wie wohl er sich in Düsseldorf seit dem ersten Tag fühlt.

Neun Spiele absolviert Neuhaus noch für Fortuna. Das erste steht am Sonntag im ausverkauften Derby beim MSV Duisburg (13.30 Uhr) an. „Eine aufgeheizte Stimmung motiviert jeden Spieler natürlich noch einmal extra. Darauf freut man sich richtig“, sagt Neuhaus – der Mann ohne Lampenfieber.

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