Fußball-Bundesliga

Fortunas Führungsspieler sind gefragt

Kaan Ayhan (vorne) beschwert sich nach einem Zweikampf mit Herthas Ex-Fortunen Dodi Lukebakio.

Kaan Ayhan (vorne) beschwert sich nach einem Zweikampf mit Herthas Ex-Fortunen Dodi Lukebakio.

Foto: Christof Wolff

Düsseldorf.  Nach nur einem Punkt aus sechs Spielen muss das Team von Fortuna Düsseldorf seine Grundtugenden wiederfinden.

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Kaan Ayhan war der erste Spieler des Fußball-Bundesligisten Fortuna Düsseldorf, der nach der denkbar schlechten Darbietung beim 1:3 in Berlin vor die Mikrofone trat. Der türkische Nationalspieler redete – wie immer – Tacheles. „Das fühlt sich beschissen an. Der Druck und die Enttäuschung werden größer“, sagte der 24-Jährige. Die Fortunen versteckten sich generell nicht hinter Ausreden, wissen nach eigenem Bekunden um den Ernst der Lage und gelobten Besserung. „Wir sind auch in der vergangenen Runde aus einer Sieglos-Serie herausgekommen. Die gleichen Hebel müssen wir nun wieder ansetzen“, sagte Oliver Fink. Der Kapitän und seine Entourage mit Führungsspieler-Anspruch sind dabei in erster Linie gefordert.

Bei der Hertha stand eine Reihe von Zugängen an der Seite von Fortunen mit reichlich Vereinserfahrung. Nana Ampomah und Bernard Tekpetey spielten das erste Mal von Beginn an in einem Ligaspiel für die Düsseldorfer. An den beiden ghanaischen Flügelflitzern die Niederlage festzumachen, wäre falsch – auch wenn sie ebenfalls keinen guten Tag erwischt hatten.

Schlechte Zweikampfquote

Aber mit Ayhan, Fink, Adam Bodzek und Rouwen Hennings standen reichlich Fortuna-Recken in der Startelf, die als Wortführer gelten und wissen, was die Tugenden der Rot-Weißen sind. Ihnen kann nicht gefallen haben, dass die Düsseldorfer weniger als 40 Prozent ihrer Zweikämpfe gewonnen haben. „Im Fußball geht es um Zweikämpfe – vor allem bei uns“, sagte Fink dann auch. „Diese Zahlen gehen einfach nicht. Wenn wir spielerisch nicht so dominant sind, müssen wir zumindest in den Zweikämpfen dominant sein.“

Ayhan erklärte: „Hinten habe ich das Gefühl, dass sich jeder in den Ball schmeißt, aber der Ball dem Gegner wieder vor die Füße fällt.“ Die Erklärung erscheint dann aber doch etwas einfach, da die Berliner ihre Tore und weitere Chancen viel zu einfach herausspielen konnten. „Wir haben ganz schlecht verteidigt, haben viel zu viel zugelassen“, sagte Sportvorstand Lutz Pfannenstiel, der mit düsterer Miene durch den Bauch des Olympiastadions schlich.

„Um wieder mit erhobenem Kopf herumzulaufen, brauchen wir Erfolgserlebnisse“, betonte Ayhan. „Man hat im vergangenen Jahr gesehen, dass dann alles wieder schnell kippen kann. Da hilft keine Theorie, wir müssen punkten – am besten dreifach, dann wird alles wieder einfacher.“ Dazu muss der Abwehrchef, der auch in der Spielzeit 2018/19 im Herbst ein Leistungstief durchschritt, wieder solider verteidigen und auch an seinem fehlerhaften Spielaufbau verstärkt arbeiten.

Immer zu spät

„Wir sind zu fehlerhaft in allen Mannschaftsteilen. Wir waren immer einen Schritt zu spät“, sagte Fink und analysierte seine Sicht auf die problematische Lage: „Wir wissen, welchen Fußball wir spielen können, aber den spielen wir momentan nicht. Wir wollen vor allem defensiv gut stehen und dann schnell nach vorne spielen. Eigentlich müsste uns also eine 1:0-Führung in die Karten spielen. Aber danach verteidigen wir nicht gut genug. Wir sind zu sorglos. Wir müssen disziplinierter sein. Da braucht auch keiner mit dem Finger auf den anderen zu zeigen, da muss jeder bei sich selbst anfangen.“

Der Kapitän versprach, mit gutem Beispiel voranzugehen. Ayhan hatte ein weiteres Versprechen parat: „Wer diese Mannschaft kennt, weiß, dass wir jede Woche wieder Vollgas geben.“ (erer)

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