Portrait

Isabell Ströher, die Sportskanone

Nachwuchs-Ausnahme-Sportlerin Isabell Ströher im Trikot des TSV Urdenbach, für den sie in der Niederrheinliga der U17-Juniorinnen spielt.

Nachwuchs-Ausnahme-Sportlerin Isabell Ströher im Trikot des TSV Urdenbach, für den sie in der Niederrheinliga der U17-Juniorinnen spielt.

Foto: Günter von Ameln

Düsseldorf.   Die 17-jährige Isabell Ströher spielt Tischtennis für den TTC Champions und für die Herren von Rhenania Kleve – und sie kickt beim TSV Urdenbach.

Knapp 17 Jahre alt ist sie, und doch schon höchst erfolgreich. Zurückhaltend, zielstrebig, eigenwillig, eine Sportlerin durch und durch und ein Organisations-Talent, wie es sie in ihrem Alter nur ganz selten gibt. Sie ist kein Star, über den man spricht. Das will sie auch nicht sein. Manchmal ist ihr selbst ein Lob vor Zuhörern unangenehm. Aber sie würde, wenn sie ein Star wäre, als Vorbild taugen: Isabell Ströher, die Schülerin des Annette-Gymnasiums, die manchmal davon träumt, im Lessing-Sport-Gymnasium zu lernen – und dort dabei zu sein.

Denn der Sport ist ihre Passion. Tischtennis spielt die Rechtshänderin gleich in zwei Klubs. Bei der Jugend des TTC Champions schlägt sie seit Mitte 2016 auf und trainiert im Werstener Nachwuchszentrum unter Regie von Intha Prakosay, dazu ist Isabell Ströher noch für zwei Herrenmannschaften der DJK Rhenania in Kleve aktiv. Denn Papa Marcel lebt dort und ist immer dabei, wenn die 16-Jährige am Wochenende den gegnerischen Männern das Fürchten lehrt.

Auch bei den Damen aktiv

Der Lebensmittelpunkt für Isabell ist aber Mama Eva – in Düsseldorf. Dass sie als Mädel nicht bei allen Jungen immer gut ankommt, liegt auf der Hand. So mancher Kerl ist dann doch irgendwie tief im männlichen Stolz verletzt, wenn er dem blonden Mädchen zum Sieg gratulieren muss. Doch das passierte schon vielen: In der Jugend des TTC Champions war Isabell erst am dritten Platz der Vorrunde und dann am Aufstieg in die Kreisliga beteiligt. Auch als Einzel-Spielerin feierte sie bereits Erfolge bei diversen Turnieren, Meisterschaften bis hin zu Ranglisten auf Bezirksebene.

Beim Fußball ist Ströher bereits weiter. Dort ist sie länger dabei ist und hat bei ihrem Fußballverein TSV Urdenbach mit Michael Boll einen Klasse-Trainer.

„Mal wieder Mathe üben“

Im Sommer verlor sie zwar mit den U-17-Fußballerinnen das Pokalfinale der Fußball-Verbandes Niederrhein gegen Borussia Mönchengladbach, doch ansonsten steht sie nach diversen Aufstiegen in der B-Juniorinnen-Niederrheinliga oder auch bei den Damen im Seniorenbereich in der Bezirksliga auf dem Fußballplatz ihre Frau.

Ein Beispiel ihrer konsequenten Art: während der Heimfahrt nach dem verlorenen Pokal-Finale verkündete sie, dass sie zu Hause „mal Mathe üben muss“. Nicht chillen. Nicht ausruhen. Lernen. Schließlich ist Schule wichtig – und gute Noten auch. Die gab es für Isabell bisher immer. Oft lag der Noten-Durchschnitt bei 1,7 oder 1,8. Doch zuletzt störte sie sich daran, dass vor dem Komma nur noch eine Zwei stand. „Da muss ich mal wieder ein wenig für die Schule tun“, lautete die Ansage von Isabell.

Dass sie diesen Vorsatz umsetzt, scheint sicher. Dass sie deswegen ihr Training vernachlässigt, ist unwahrscheinlich. Alles eine Frage der Organisation.

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